Pallade Veneta - Australien hält Dokumente zu Klimafonds für kleinen Inselstaat Tuvalu unter Verschluss

Australien hält Dokumente zu Klimafonds für kleinen Inselstaat Tuvalu unter Verschluss


Australien hält Dokumente zu Klimafonds für kleinen Inselstaat Tuvalu unter Verschluss
Australien hält Dokumente zu Klimafonds für kleinen Inselstaat Tuvalu unter Verschluss / Foto: TORSTEN BLACKWOOD - AFP/Archiv

Australien hält Dokumente zu einem Fonds unter Verschluss, der die steigenden Klimakosten für den Pazifik-Inselstaat Tuvalu decken soll. Die australische Regierung verweigerte der Nachrichtenagentur AFP die Herausgabe der Dokumente mit der Begründung, ihre Veröffentlichung könne diplomatischen "Schaden" anrichten. Nach AFP-Recherchen wurden Gelder aus dem mit umgerechnet 175 Millionen Euro ausgestatteten Fonds ausgerechnet in klimaschädliche Energien wie Kohle und Erdöl investiert.

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Das aus einigen flachen Inseln bestehende Tuvalu, das zwischen Australien und Hawaii im Pazifik liegt, ist vom Anstieg des Meeresspiegels infolge der fortschreitenden Erderwärmung besonders bedroht. Außerdem leidet das kleine Land unter der Versauerung der Meere und Tropenkrankheiten, die ebenfalls als Folge des Klimawandels zunehmen.

Bei der Bewältigung der Kosten im Zusammenhang mit der Klimakrise soll ein Staatsfonds im Umfang von 200 Millionen Dollar (175 Millionen Euro) helfen. Australien ist Haupt-Einzahler und hat die Federführung bei den Entscheidungen über die Verwendung der Mittel. AFP-Recherchen ergaben, dass Gelder aus dem Fonds ausgerechnet in Kohlebergwerke sowie in die Gasförderung und den Betreiber der größten Erdöl-Raffinerie der Welt gesteckt wurden.

Unter Verweis auf die Informationsfreiheit forderte AFP die australische Regierung auf, einige interne Unterlagen zu den Investitionsentscheidungen des Fonds zu veröffentlichen. Das Außenministerium stellte allerdings nur ohnehin öffentlich zugängliche Unterlagen bereit. Die Weitergabe interner Dokumente verweigerte es und begründete dies mit einer diplomatischen Ausnahme und dem Risiko, dies könne Australiens internationalen Beziehungen schaden.

Der Klima-Experte Wes Morgan von der University of New South Wales (UNSW) in Sydney kritisierte, die Investitionen des Fonds würden der besorgniserregenden Lage von Tuvalu überhaupt nicht gerecht. "Es ist völlig unvereinbar, dass der Tuvalu-Fonds, der Australien zu seinen Aufsichtsratsmitgliedern zählt, Mittel in Tuvalus Zerstörung investiert", sagte Morgan.

Australien gehört zu den größten Exporteuren von Kohle und Erdgas. Zugleich will seine Regierung unter Beweis stellen, dass sie die Bedrohung der benachbarten Inselstaaten durch den Klimawandel ernst nimmt. So half Australien bei der Organisation eines Sondersgipfels zu der Bedrohung der Region durch den Klimawandel, der vor der von der Türkei und Australien gemeinsam ausgerichteten UN-Klimakonferenz im November in Antalya (COP31) in Tuvalu stattfinden soll.

Der Fonds für Tuvalu war 1987 mithilfe von Australien, Neuseeland und Großbritannien eingerichtet worden. 2013 lobte das UN-Entwicklungsprogramm ihn als wegweisendes Beispiel für einen "nationalen Klimafonds".

Seit 2022 wird der Fonds von der US-Investmentberatungsfirma Mercer verwaltet. Seitdem flossen Gelder aus dem Fonds in Unternehmen wie den indischen Energieriesen Reliance Industries, dem die größte Erdöl-Raffinerie der Welt gehört, oder den US-Gas- und Stromkonzern The Southern Company, der der zweitgrößte Treibhausgasemittent in den Vereinigten Staaten ist.

Tuvalus Regierungschef Feleti Teo sagte AFP, er sei enttäuscht über diese Investitionsentscheidungen. Für einen Strategiewechsel sei sein Land aber auf Australien und Neuseeland angewiesen. "Tuvalu kann keine alleinige Entscheidung treffen, wo die Gelder investiert werden", sagte Teo.

Australien kündigte an, seinen Einfluss dafür zu nutzen, die Beteiligung an fossilen Energien zu minimieren. Die Investmentfirma Mercer erklärte, sie tätige die Investitionen in "Übereinstimmung mit den festgelegten Investitionsrichtlinien".

B.Fortunato--PV

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