Pallade Veneta - Europa ächzt unter Hitzewelle - Mehrere Länder verzeichnen bisher heißeste Juni-Tage

Europa ächzt unter Hitzewelle - Mehrere Länder verzeichnen bisher heißeste Juni-Tage


Europa ächzt unter Hitzewelle - Mehrere Länder verzeichnen bisher heißeste Juni-Tage
Europa ächzt unter Hitzewelle - Mehrere Länder verzeichnen bisher heißeste Juni-Tage / Foto: Simon WOHLFAHRT - AFP

Die Hitzewelle hat West- und Mitteleuropa weiterhin fest im Griff. Am Mittwoch erlebten 94 Millionen Menschen in Europa tagsüber Temperaturen von über 35 Grad, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP ergaben - die meisten von ihnen in Spanien und Frankreich. Fast überall in Deutschland galten am Mittwoch wieder amtliche Hitzewarnungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Mehrere Länder, darunter Spanien und Großbritannien, verzeichneten diese Woche die heißesten Juni-Tage seit Jahrzehnten oder aller Zeiten.

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Der DWD erklärte, im Südwesten und Westen Deutschlands gebe es derzeit eine "sehr hohe Wärmebelastung", die sich allmählich weiter nach Norden ausbreite. Warnungen vor starker oder sogar extremer Hitze galten am Mittwoch laut DWD in praktisch allen Regionen außer in einigen Teilen von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Erwartet wurden demnach im Tagesverlauf Höchstwerte zwischen 27 und 34 Grad im Norden und 32 bis 39 Grad im Rest des Landes.

Die Temperaturen sollen in den folgenden Tagen demnach weiter ansteigen, da die nach Mitteleuropa einströmende Luft noch einmal heißer wird. Im Westen und Südwesten Deutschlands werden ab Donnerstag und Freitag örtlich bis zu 41 Grad erwartet. Am Samstag sind in Deutschland allgemein extrem heiße Temperaturen von 35 bis 41 vorhergesagt, mit Ausnahme des äußerten Nordens. Damit könnte auch der bisherige Juni-Temperaturrekord übertroffen werden. Ab Samstag drohen darüber hinaus kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial.

Es ist bereits die zweite Hitzewelle in Europa binnen eines Monats. Sie hat schon seit Tagen auch weite Teile von Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Belgien im Griff.

In Frankreich gilt für etwa Dreiviertel der Bevölkerung am Donnerstag die höchste Hitze-Alarmstufe. Die Alarmstufe Rot umfasst dann 72 von 101 Départements, in 17 Départements gilt die zweithöchste Alarmstufe. Nach Berechnungen von AFP sind damit 51 Millionen Menschen in Frankreich von extremen Temperaturen betroffen.

Während der Hitzewelle hat sich die Zahl der Menschen, die in Frankreich den ärztlichen Notdienst aufsuchen, verdreifacht. Viele Patienten hätten einen Hitzschlag erlitten, teilten die Gesundheitsbehörden mit, unter ihnen auch viele junge Menschen. Allein am Montag suchten landesweit mehr als 650 Menschen die Notaufnahme auf.

In der Bretagne waren am Mittwoch nach Behördenangaben rund 68.000 Haushalte ohne Strom. Der Grund war ein überhitzter Transformator. Frankreich hatte am Dienstag mit einem Durchschnittswert von 29,8 Grad seinen heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.

Spanien registrierte diese Woche die heißesten Juni-Tage seit mehr als 70 Jahren. Wie die nationale Wetterbehörde Aemet am Mittwoch mitteilte, lag die landesweite Durchschnittstemperatur am Montag bei 28,08 Grad und am Dienstag sogar bei 28,17 Grad. Damit wurde der bisherige Rekordwert von 28,01 Grad am 30. Juni 2025 übertroffen. Die Messungen reichen bis 1950 zurück.

Spanien leidet bereits seit Ende vergangener Woche unter der Hitzewelle. Am Donnerstag galt für Gebiete ganz im Norden des Landes die höchste Alarmstufe Rot. In der kleinen Ortschaft Tama wurde am Dienstag mit 43,7 Grad die höchste Temperatur in der nördlichen Region Kantabrien überhaupt gemessen. Für den Großteil des übrigen Landes galten die Alarmstufen Orange und Gelb.

Auch in mehreren britischen Regionen gilt bis Donnerstagabend die höchste Hitze-Warnstufe. Der Netzbetreiber Neso warnte vor Stromausfällen wegen hitzebedingter Überlastung. Dem britischen Wetterdienst zufolge wurde am Mittwoch mit 35,7 Grad in Charlwood südlich von London der heißeste Juni-Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen.

In Dänemark gilt ab Freitag fast flächendeckend die zweithöchste Warnstufe Orange, wie das Dänische Meteorologische Institut (DMI) mitteilte. Die Warnung, von der nur drei Inseln ausgenommen sind, dürfte bis Sonntag gelten. Im Süden und Osten des Landes werden Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet. Auch Österreich, Ungarn und Kroatien bereiteten sich auf die von West nach Ost rollende Hitzewelle vor.

Der Chef des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, erklärte, die gegenwärtige Hitzewelle falle heftiger aus als in manchen wissenschaftlichen Prognosen vorhergesagt. "Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben", warnte er.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte die Europäer unterdessen eindringlich zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte: "Die Hitzewelle in Europa führt zu Schulschließungen und gefährdet die Gesundheit der Menschen." Mit Blick auf die allgemeine Klima-Entwicklung in den europäischen Ländern im Zuge der Erderwärmung fügte er hinzu: "Die Daten sind klar: Die Temperaturen in Europa steigen doppelt so schnell wie im globalen Vergleich, und das erhöht die Wahrscheinlichkeit und die Schwere extremer Wetterphänomene."

Europa könne sich bei den Schutzmaßnahmen daher "keine weiteren Verzögerungen leisten", erklärte Tedros. Die Regierungen müssten "Investitionen in Klima-resiliente Gesundheitssysteme Priorität einräumen und zugleich den Klimaschutz beschleunigen und die Treiber der Klimakrise zurückfahren".

B.Fortunato--PV

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