Pallade Veneta - Niedriger Donau-Pegelstand zwingt Ungarn und Serbien zur Drosselung der Stromproduktion

Niedriger Donau-Pegelstand zwingt Ungarn und Serbien zur Drosselung der Stromproduktion


Niedriger Donau-Pegelstand zwingt Ungarn und Serbien zur Drosselung der Stromproduktion

Der historische Tiefstand des Wasserpegels der Donau hat die Stromversorgung in mehreren Anrainerländern beeinträchtigt. Ungarn fuhr die Reaktoren seines einzigen Atomkraftwerks herunter, wie die Regierung in Budapest am Sonntag mitteilte. Serbien drosselte die Produktion zweier Wasserkraftwerke auf 20 Prozent seiner Kapazitäten und rief die Bevölkerung zum Stromsparen auf. Wegen hoher Temperaturen und ausbleibenden Regens sind die Pegelstände der Donau mancherorts auf ein Rekordtief gesunken.

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"Am Sonntag um 1.30 Uhr" sei einer der letzten beiden Reaktoren des Kernkraftwerks in Paks heruntergefahren worden, wodurch die Leistung des Kraftwerks auf 240 Megawatt sinke, teilte der ungarische Regierungschef Peter Magyar im Onlinedienst X mit. Am Montag werde das rund 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest gelegene Akw "erstmals seit 44 Jahren" vollständig abgeschaltet werden, fügte er hinzu.

Eigentlich war das Abschalten des Kraftwerks erst für Dienstag oder Mittwoch vorgesehen gewesen. Magyar zufolge wurde dies angesichts des weiteren Absinkens der Pegelstände der Donau nun früher eingeleitet. Der Betreiber der Anlage, deren vier Reaktoren sowjetischer Bauart sind und mit Donauwasser gekühlt werden, hatte die Abschaltung "unvermeidlich" genannt. Das Akw deckt übers Jahr gerechnet 40 Prozent des ungarischen Strombedarfs.

Der Wetterdienst Hungaromet sagt für Ungarn in den kommenden Tagen eine Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus.

Die Donau hat wegen fehlender Niederschläge und aufeinander folgender Hitzewellen seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände erreicht. In Rumänien wurden wegen der niedrigen Pegelstände wegen des fehlenden Kühlwassers bereits zwei Atomreaktoren vom Netz genommen.

Besonders kritisch ist die Lage im Nordens Serbiens nahe der Grenze zu Ungarn und Kroatien. Dort betrug die Durchflussmenge laut dem serbischen Meteorologischen Institut am Sonntagmorgen nur noch 750 Kubikmeter pro Sekunde.

Serbiens Energieministerin Dubravka Djedovic Handanovic informierte im staatlichen TV-Sender RTS darüber, dass zwei Wasserkraftwerke im Land ihre Kapazitäten gedrosselt haben. Das Wasserkraftwerk Djerdap 1 laufe derzeit auf 20 Prozent, Djerdap 2 auf 30 Prozent seiner Kapazitäten.

Die beiden Kraftwerke etwa 240 Kilometer südöstlich von Belgrad nahe der Grenze zu Rumänien produzieren etwa 18 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs Serbiens. Die Durchflussmenge in dem Gebiet der Kraftwerke liege derzeit bei etwa 1500 Kubikmeter pro Sekunde, teilte die Ministerin weiter mit.

Im Mai, Juni und Juli hätten die beiden Kraftwerke die geringste Menge Strom seit ihrer Inbetriebnahme in den 1970er Jahren produziert, fügte Handanovic hinzu. Serbien erzeugt etwa 70 Prozent seines Stromverbrauchs durch Wasserkraft.

Die Ministerium erklärte weiter, auch in den Nachbarländern Bulgarien und Rumänien sei die Stromerzeugung durch das Niedrigwasser der Donau beeinträchtigt. Zugleich steige der Stromverbrauch durch den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen wegen der aktuellen Hitzewelle an.

"Ich rufe die Bürger zu einem sparsamen Umgang mit Strom auf, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass wir die Dürreperiode überstehen", sagte die Ministerin.

Die Behörden Serbiens mussten wegen des Niedrigwassers auch eine Pumpe stilllegen, die Wasser aus der Donau in einen 960 Kilometer langen Kanal umleitet, durch den mehr als eine Million Hektar Ackerland bewässert werden.

S.Urciuoli--PV

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