Pallade Veneta - Böden in Deutschland ähnlich trocken wie in Dürrejahren 2018 und 2022

Böden in Deutschland ähnlich trocken wie in Dürrejahren 2018 und 2022


Böden in Deutschland ähnlich trocken wie in Dürrejahren 2018 und 2022
Böden in Deutschland ähnlich trocken wie in Dürrejahren 2018 und 2022 / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Wegen ausbleibender Niederschläge sind die Böden in Deutschland in diesem Jahr ähnlich stark ausgetrocknet wie in den Dürrejahren 2018 und 2022. Im Süden ist der Untergrund verbreitet sogar noch trockener als in diesen beiden Jahren, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach mitteilte. Dort werde die Lage für Natur und Landwirtschaft "zunehmend kritisch". Flächendeckende Niederschläge deuten sich dem DWD zufolge auch in den kommenden Tagen nicht an.

Textgröße ändern:

Der Zeitraum von Anfang November bis Ende Juli fiel in Deutschland den Angaben zufolge seit 1882 nur zwei Mal trockener aus. Seit März waren die Niederschlagsmengen in fast ganz Deutschland unterdurchschnittlich - vor allem in der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands führten längere niederschlagsarme und sehr warme bis heiße Phasen zu einer gravierenden Bodentrockenheit.

Besonders wenig Niederschlag fiel demnach von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken. Im Süden entsprach die Niederschlagsmenge gebietsweise noch nicht einmal der Hälfte des vieljährigen Mittels der Jahre 1991 bis 2020. In der Nordosthälfte liegt die Bodenfeuchte zwar großteils unter den jahreszeitlichen Mittelwerten, es besteht dem DWD zufolge aber keine ausgeprägte Trockenheit.

Der ausbleibende Niederschlag hat Folgen für den Wald und die Landwirtschaft. Die Anzahl von Tagen, an denen in diesem Jahr bis einschließlich 2. August beim Waldbrandgefahrenindex mindestens Stufe 4 von 5 erreicht wurde, liegt im Deutschlandmittel bei rund 22 Tagen. Im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 waren es bis zum 2. August nur etwa zehn Tage, an denen mindestens die zweithöchste Warnstufe erreicht wurde.

Zwar hatte die Trockenheit auf Getreide und Raps relativ geringe Auswirkungen, weil diese Kulturen bei den hohen Temperaturen rasch abreiften und die Ernte schnell vorankam. Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, die jetzt und in den kommenden Wochen einen hohen Wasserbedarf haben, leiden hingegen regional stark unter der Trockenheit. Es drohen laut DWD "markante Schäden". Auch ein Grünlandschnitt fiel teils aus, was zur Futterknappheit bei der Viehhaltung führen kann.

Die extreme Hitze Ende Juni führte bei Obst außerdem zu ungewöhnlich starken Sonnenbrandschäden. Derzeit könnten bei Obst und jungen Weinreben gebietsweise nur mit Bewässerung große Schäden abgewendet werden. Zahlreiche Flüsse wie der Rhein führen extremes Niedrigwasser.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Bislang fast 12.000 Hitzetote in Deutschland - hohe Sterblichkeit vor allem im Juni

In Deutschland sind in diesem Sommer bereits fast 12.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Bis zum 26. Juli gab es bundesweit schätzungsweise 11.900 Hitzetote, wie aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Der bisher höchste Wert wurde zuletzt im Jahr 2018 bei geschätzt 8900 hitzebedingten Sterbefällen registriert.

Niedrigwasser: Industrie- und Schifffahrtsverbände fordern konkrete Schritte

Vor dem Niedrigwasser-Krisentreffen am Donnerstag haben Industrie- und Schifffahrtsverbände von der Bundesregierung konkrete Schritte gefordert. "Die Niedrigwasser-Konferenz in Bonn muss den Startschuss für die beschleunigte Umsetzung der punktuellen Rheinvertiefungen geben", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Holger Lösch, der "Rheinischen Post". "Das erhöht die Transportkapazitäten auch bei Niedrigwasser und stärkt die Resilienz der Wertschöpfungsketten."

Niedrigwasser: Ex-Umweltministerin Lemke fordert grundsätzliche Gegenmaßnahmen

Vor dem Spitzentreffen zum Niedrigwasser hat Ex-Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) grundsätzliche Konsequenzen im Umgang mit Deutschlands Flüssen gefordert. Deutschland werde "systematisch entwässert - selbst in Zeiten von Dürre", sagte Lemke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben) zu den extremen Niedrigwasserständen in vielen Flüssen. Das geschehe "durch tausende Kilometer von Entwässerungsgräben beziehungsweise Rohren, das Trockenlegen von Feuchtgebieten aller Art und die teils jahrhundertealten Baumaßnahmen an Flüssen, um diese zu regulieren und nutzbar zu machen", beklagte die Bundestagsabgeordnete.

Verkehrsminister Bilger will Wasserstraßen "widerstandsfähiger" machen

Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat sich besorgt über die aktuell niedrigen Pegelstände in deutschen Flüssen geäußert und rasches Handeln angekündigt. Das Niedrigwasser stelle die Binnenschifffahrt, die Industrie und damit die gesamte Logistikkette vor große Herausforderungen, sagte Bilger dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstagsausgabe). "Wir wollen die aktuelle Lage gemeinsam bewerten, kurzfristig dort handeln, wo Handlungsbedarf besteht."

Textgröße ändern: