Pallade Veneta - Swiss Re: Schäden durch Naturkatastrophen gesunken - aber das Risiko steigt

Swiss Re: Schäden durch Naturkatastrophen gesunken - aber das Risiko steigt


Swiss Re: Schäden durch Naturkatastrophen gesunken - aber das Risiko steigt
Swiss Re: Schäden durch Naturkatastrophen gesunken - aber das Risiko steigt / Foto: Oscar DEL POZO - AFP

Die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen sind im ersten Halbjahr deutlich geringer ausgefallen als im langjährigen Durchschnitt - die "ruhigere erste Jahreshälfte" verdecke jedoch ein "steigendes Naturkatastrophenrisiko", erklärte der Rückversicherer Swiss Re am Dienstag in Zürich. So schaffe etwa die "anhaltende Trockenheit die Voraussetzungen für eine aktive Waldbrandsaison in Europa und anderen Teilen der Welt".

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Swiss Re verwies auf "steigende Hitze", "mehr Exponierung" sowie "sich verändernde Naturgefahren". Die jüngsten Waldbrände in Europa zeigten, "dass höhere Temperaturen und trockenere Bedingungen große Waldbrände begünstigen", erklärte der Leiter des Bereichs Katastrophenrisiken bei Swiss Re, Balz Grollimund. "Gleichzeitig steigen die potenziellen Schäden, da immer mehr Wohngebäude, Unternehmen und Infrastruktur in gefährdeten Gebieten gebaut werden", fügte er hinzu.

Swiss Re hob hervor, dass Europa "der sich weltweit am schnellsten erwärmende Kontinent" sei und aktuell 64 Prozent mehr Hitzetage mit Höchsttemperaturen von mindestens 30 Grad Celsius als in den 50er-Jahren verzeichnet würden. Der frühe Beginn der europäischen Waldbrandsaison zeige, "wie sich Naturgefahren verändern: Die Waldbrandsaison wird länger; zugleich treten Bedingungen, die Waldbrände begünstigen, häufiger auf und betreffen zunehmend auch Regionen, die bislang als weniger gefährdet galten."

Mit Blick auf die versicherten Schäden wurde im ersten Halbjahr 2026 indes ein Rückgang verzeichnet. Von Januar bis Ende Juni summierten sie sich laut Swiss Re auf geschätzt 42 Milliarden Dollar (36,4 Milliarden Euro) - und lagen damit um 16 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Relevant ist dabei allerdings auch, wo genau Extremwetterereignisse oder Naturkatastrophen stattfinden. Denn obwohl etwa die Aktivität schwerer Gewitter in den USA über dem Schnitt gelegen habe, hätten vergleichsweise wenige dieser Gewitter diejenigen Regionen wie beispielsweise den Bundesstaat Texas oder den Südosten des Landes getroffen, in denen es eine hohe Konzentration versicherter Werte gebe, erklärte Swiss Re. "Dies verdeutlicht, dass die Höhe versicherter Schäden nicht allein von der Intensität eines Ereignisses abhängt, sondern ebenso davon, wo es auftritt."

Das schwere Doppel-Erdbeben in Venezuela, bei dem Ende Juni mehr als 6000 Menschen getötet wurden, richtete laut Swiss Re wirtschaftliche Schäden von schätzungsweise 20 Milliarden Dollar an. Zwar liege bislang keine verlässliche Schätzung der versicherten Schäden vor - "aufgrund der geringen Versicherungsdurchdringung dürfte jedoch nur ein kleiner Teil der Schäden versichert sein".

Die wirtschaftlichen Schäden insgesamt werden für das erste Halbjahr 2026 laut Swiss RE auf 100 Milliarden Dollar geschätzt. Der Zehnjahresdurchschnitt liegt demnach bei 111 Milliarden Dollar.

N.Tartaglione--PV

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