Pallade Veneta - Nordsee 2025 so warm wie nie - stärkster Eiswinter an Küsten seit 15 Jahren

Nordsee 2025 so warm wie nie - stärkster Eiswinter an Küsten seit 15 Jahren


Nordsee 2025 so warm wie nie - stärkster Eiswinter an Küsten seit 15 Jahren
Nordsee 2025 so warm wie nie - stärkster Eiswinter an Küsten seit 15 Jahren / Foto: Patrik Stollarz - AFP/Archiv

Die Nordsee ist im vergangenen Jahr so warm wie nie gewesen. Das Wasser erreichte im Jahresmittel mit 11,6 Grad Celsius die höchste Oberflächentemperatur seit Beginn der Messungen im Jahr 1969, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Mittwoch zum diesjährigen Extremwetterkongress in Hamburg mitteilte. Die Wassertemperatur lag damit fast ein Grad über dem langjährigen Mittel von 1997 bis 2021.

Textgröße ändern:

Die deutsche Ostsee verzeichnete 2025 mit 9,7 Grad Celsius das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1990. Der diesjährige Hitzesommer ließ die Wassertemperaturen ebenfalls deutlich ansteigen. Vor der Nordseeinsel Helgoland registrierten die Messstationen bis zum 1. September demnach insgesamt 66 Tage mit Hitzewellen. Am 1. Juli etwa lag die Wassertemperatur dort fast vier Grad über dem langjährigen Mittel.

"Je wärmer die Meere, desto häufiger und intensiver treten marine Hitzewellen auf", erklärte BSH-Experte Tim Kruschke. Es sei "mit einer weiteren Zunahme solcher Ereignisse" zu rechnen.

Infolge der Erwärmung verlieren manche Arten ihre Lebensräume, andere wandern in kühlere Gebiete. Nicht-einheimische Arten breiten sich aus. Höhere Temperaturen fördern auch schädliche Algenblüten und Sauerstoffmangel. Wärmeres Wasser dehnt sich aus, Gletscher und Eisschilde schmelzen – der Meeresspiegel steigt. Zudem kann wärmeres Wasser weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen, was den Klimawandel weiter antreibt.

An den deutschen Küsten stieg der Meeresspiegel seit 1900 der Analyse zufolge deutlich an - in Cuxhaven beispielsweise um mehr als 25 Zentimeter, in Warnemünde um knapp 20 Zentimeter. Bis 2100 könnte der Meeresspiegel um bis zu einen weiteren Meter steigen.

Trotz der langfristigen Erwärmung kann aber auch Meereis entstehen. So sorgten laut BSH anhaltender Frost und östliche Winde im vergangenen Winter für den stärksten Eiswinter seit 15 Jahren an den deutschen Küsten. Besonders an der Ostküste Rügens und im Greifswalder Bodden behinderte Eis die Schifffahrt. Im langfristigen Vergleich bleibt der vergangene Eiswinter jedoch mäßig. Seit 30 Jahren gab es demnach keinen sehr starken Eiswinter mehr.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Guterres: USA und China sollen bei Künstlicher Intelligenz zusammenarbeiten

UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und China zum Auftakt der Generaldebatte in New York zu Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz aufgerufen. Die Spitzenreiter bei der KI-Entwicklung trügen die "größte Verantwortung gegenüber der Menschheit" und sollten daher "Kanäle für Dialog, Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit" einrichten, sagte Guterres am Dienstag vor den in New York versammelten Staats- und Regierungschefs.

Taifun "Dujuan" bewegt sich auf Japan zu - Hunderte Flüge gestrichen

Ausnahmezustand in Tokio: Wegen des herannahenden Taifuns "Dujuan" sind in Japan am Montag hunderte Flüge gestrichen worden, mehr als 9000 Haushalte in der Umgebung der japanischen Hauptstadt waren ohne Strom. Die Katastrophenschutzbehörde riet 1,6 Millionen Menschen im Großraum Tokio, sich vorsorglich in Sicherheit zu bringen. Die Wetterbehörde warnte die Menschen in der Gegend vor Starkregen und Erdrutschen.

UNO warnt vor weiterem Rückgang weltweiter Wasserreserven

Schmelzende Gletscher, ausgetrocknete Flüsse: Die Vereinten Nationen warnen vor einem weiteren Rückgang der weltweiten Wasserreserven. Die Gesamtmenge des in Grundwasser, Seen, Flüssen, Böden, Eis und Schnee gespeicherten Süßwassers schrumpfe weiter, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Das Klimaphänomen El Niño könne diesen langfristigen Trend zusätzlich verstärken.

Wassermangel wegen El Niño: Panamakanal plant weitere Verkehrsreduzierung

Wegen des Klimaphänomens El Niño plant Panama, die Zahl der täglichen Durchfahrten durch den Panamakanal weiter zu reduzieren. Ab Oktober soll es täglich im Schnitt nur noch 29,5 Passagen geben, wie aus einem Parlamentsantrag hervorgeht. So werde sichergestellt, "dass der Kanal weiterhin sicher, unterbrechungsfrei, effizient und gewinnbringend betrieben wird", sagte der Minister für Kanalangelegenheiten, José Ramón Ycaza. Anfang September war die Zahl der Durchfahrten bereits von 36 auf 32 gesenkt worden.

Textgröße ändern: