Pallade Veneta - Mehr als ein Drittel der Vollzeitkräfte steuert auf Rente unter 1200 Euro zu

Mehr als ein Drittel der Vollzeitkräfte steuert auf Rente unter 1200 Euro zu


Mehr als ein Drittel der Vollzeitkräfte steuert auf Rente unter 1200 Euro zu
Mehr als ein Drittel der Vollzeitkräfte steuert auf Rente unter 1200 Euro zu / Foto: DAMIEN MEYER - AFP/Archiv

Für mehr als ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland reicht der Lohn rechnerisch nur für eine Rente unter 1200 Euro netto. Das geht aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage des Linksfraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch hervor, die am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP vorlag. In den ostdeutschen Bundesländern steuert demnach sogar mehr als die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten auf eine Rente von weniger als 1200 Euro zu.

Textgröße ändern:

Bartsch wollte wissen, wie viele Beschäftigte in Vollzeit im Jahr 2021 so wenig verdienten, dass sie rechnerisch nach 45 Jahren eine Nettorente von weniger als 1200 Euro erhalten. Das Ministerium nutzte für die Antwort die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Über die Zahlen hatte zuerst die "Augsburger Allgemeine" berichtet.

Das Ministerium wies darauf hin, dass die tatsächliche Höhe der Rentenansprüche erst feststehe, "wenn die Versicherungsbiografie vollständig abgeschlossen ist". Aus der "Höhe des sozialversicherungspflichtigen Entgelts eines einzelnen Jahres" könne nicht auf die "Erwerbskarriere" des Einzelnen geschlossen werden - und auch nicht auf die tatsächliche Einkommenssituation im Alter, da die Menschen beispielsweise auch weitere Alterseinkünfte haben könnten.

Den ausgewerteten Daten von 2021 zufolge verdienten deutschlandweit 36,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten so wenig, dass sie auf weniger als 1200 Euro Rente zusteuerten. Unter den Bundesländern war der Wert in Hamburg mit 28,1 Prozent am niedrigsten, dicht gefolgt von Baden-Württemberg. Den höchsten Wert gab es mit 58,2 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Auch in den anderen ostdeutschen Ländern (ohne Berlin) lag der Anteil mit 55 bis 58 Prozent deutlich über der Hälfte.

Bartsch fragte auch ab, wie viele Vollzeitbeschäftigte auf eine Rente von weniger als 1000 Euro netto zusteuerten. Dies betrifft den Daten zufolge deutschlandweit 2,25 Millionen Menschen, was einem Anteil von 10,3 Prozent entspricht. Aus den Unterlagen geht hervor, dass für eine Rente von 1000 Euro nach 45 Beitragsjahren rechnerisch ein Bruttomonatslohn von 2011 Euro nötig ist, für 1200 Euro Rente sind es 3034 Euro.

"Das Verhältnis stimmt nicht", kommentierte dies Bartsch. Lohn- und Rentenniveau seien vielfach zu gering, sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Insgesamt seien die Zahlen alarmierend. "Wir brauchen eine große Rentenreform in Deutschland", schlussfolgerte Bartsch. Die gesetzliche Rente sichere häufig nicht mehr den Lebensstandard.

"Wir brauchen eine Rentenkasse wie in Österreich, wo die durchschnittliche Rente 800 Euro höher ist als bei uns", sagte der Fraktionschef. "Das ist möglich, weil dort nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzahlen, sondern alle Bürger mit Erwerbseinkommen - auch Abgeordnete, Beamte, Selbstständige und Manager. Was Österreich kann, muss auch Deutschland können."

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Aufschwung im Baugewerbe - auch Industrieproduktion im August leicht im Plus

Die Produktion im Baugewerbe hat im August stark angezogen. Im Vergleich zum Vormonat legte sie nach vorläufigen Zahlen um 9,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Auch die Industrieproduktion entwickelte sich demnach leicht positiv, während die Energieproduktion zurückging. Das gesamte Produzierende Gewerbe steigerte seinen Output so um 2,0 Prozent.

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Textgröße ändern: