Pallade Veneta - UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte

UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte


UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte
UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Der aktuelle weltweite wirtschaftliche Abschwung wird wahrscheinlich zahlreiche Beschäftigte in schlecht bezahlte und sozial nicht abgesicherte Jobs zwingen - und die Teuerung wird die Lohnzuwächse auffressen. Erstmals seit 1970 drohe eine Stagflation mit niedrigem Wachstum und gleichzeitig hoher Inflation, warnte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf in ihrem am Montag veröffentlichten jährlichen Beschäftigungs- und Sozialbericht. Die Ungleichheiten, die bereits während der Corona-Pandemie zugenommen haben, würden so weiter wachsen.

Textgröße ändern:

Die ILO erwartet nur einen leichten Anstieg der globalen Beschäftigung um ein Prozent in diesem Jahr, das wäre weniger als die Hälfte des Werts vom vergangenen Jahr. Die Arbeitslosigkeit weltweit wird der Prognose zufolge ebenfalls zunehmen - um rund drei Millionen auf 208 Millionen Menschen rund um den Globus. Die Quote werde damit auf 5,8 Prozent klettern. Dass die Folgen des Abschwungs für die Beschäftigung nicht noch stärker sind, liege daran, dass in Ländern mit hohem Lohnniveau die Arbeitskräfte knapp sind, so die ILO.

In den Jahren 2020 bis 2022 war die Arbeitslosigkeit noch zurückgegangen. Mit dem leichten Anstieg in diesem Jahr werde die Zahl der Menschen ohne Job um 16 Millionen höher sein als im Vorkrisenjahr 2019.

Eine "Hauptsorge" bleibe auch die Qualität der Arbeitsplätze, denn "ein anständiger Job ist entscheidend für soziale Gerechtigkeit". Die Corona-Pandemie habe ein Jahrzehnt des Fortschritts bei der Armutsreduzierung zunichte gemacht. 2023 drohten sich nun die Chancen auf bessere Jobmöglichkeiten weiter zu verschlechtern.

Der ILO-Bericht wirft auch ein Schlaglicht auf die sogenannte Job-Lücke: Sie erfasst nicht nur Menschen ohne Arbeit, sondern auch Menschen, die es aufgegeben haben, einen Job zu suchen - entweder weil sie keine Chance haben oder andere Aufgaben wie etwa die Pflegearbeit. Die ILO beziffert diese Job-Lücke auf 473 Millionen Menschen 2022, das waren 33 Millionen Menschen mehr als 2019.

Besonders betroffen von den sich verschlechternden Bedingungen auf den Arbeitsmärkten sind Frauen und junge Menschen, wie es im ILO-Bericht heißt. 2022 betrug der Anteil der arbeitenden Frauen 47,4 Prozent - bei den Männern waren es 72,3 Prozent, die einen Job hatten. Junge Menschen haben demnach große Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden und eine anständige Arbeit zu behalten. Mehr als ein Fünftel (23,5 Prozent) der jungen Menschen haben keinen Job und machen auch keine Ausbildung.

"Der Bedarf an mehr anständigen Arbeitsplätzen sowie sozialer Gerechtigkeit ist da und dringend", erklärte ILO-Generalsekretär Gilbert Houngbo. "Dazu müssen wir zusammenarbeiten." Houngbo forderte einen "neuen globalen Sozialvertrag".

Die ILO in Genf wurde 1919 gegründet und ist die älteste Sonderorganisation der UNO. Ihr gehören 187 Staaten an. Hauptziele der ILO sind die Förderung von menschenwürdiger Arbeit, sozialer Sicherung und die Stärkung des sozialen Dialogs.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Übernahme von Warner Bros durch Paramount vollzogen

Die Übernahme des Film- und Medienkonzerns Warner Bros. Discovery (WBD) durch den Konkurrenten Paramount Skydance ist vollzogen. Das dadurch neu entstandene Unternehmen Skydance vereint nun die Filmstudios Paramount Pictures und Warner Bros. Pictures, die Medienunternehmen CBS News und CNN sowie die Streaming- und Fernsehmarken HBO und CBS television. Viele Mitarbeiter in den Unternehmen fürchten nun um ihre Jobs, zudem besteht Sorge um die politische Unabhängigkeit der Medien.

Neue Strategie: Porsche will weniger Autos verkaufen - aber dafür teurer

Der kriselnde Sportwagenbauer Porsche will mit einer neuen Strategie wieder auf die Überholspur kommen. Ziel sei es, die Autos "noch exklusiver und begehrenswerter zu machen", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Wie Porsche im baden-württembergischen Weissach bei der Vorstellung seiner neuen Strategie 2035 ausführte, soll die Gewinnschwelle künftig bereits bei weniger als 200.000 Fahrzeugen erreicht werden.

Aufschwung im Baugewerbe - auch Industrieproduktion im August leicht im Plus

Die Produktion im Baugewerbe hat im August stark angezogen. Im Vergleich zum Vormonat legte sie nach vorläufigen Zahlen um 9,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Auch die Industrieproduktion entwickelte sich demnach leicht positiv, während die Energieproduktion zurückging. Das gesamte Produzierende Gewerbe steigerte seinen Output so um 2,0 Prozent.

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Textgröße ändern: