Pallade Veneta - Klägeranwalt wirft Elon Musk in Prozess zu Tesla "Lügen" vor

Klägeranwalt wirft Elon Musk in Prozess zu Tesla "Lügen" vor


Klägeranwalt wirft Elon Musk in Prozess zu Tesla "Lügen" vor
Klägeranwalt wirft Elon Musk in Prozess zu Tesla "Lügen" vor / Foto: SUSANA BATES - AFP/Archiv

Im Betrugsprozess gegen Elon Musk wegen irreführender Tweets zum Elektroautobauer Tesla im Jahr 2018 hat ein Klägeranwalt den Technologie-Milliardär der Lüge bezichtigt. "Elon Musk, Verwaltungsratschef und Chefmanager von Tesla, hat gelogen", sagte Anwalt Nicholas Porritt am Mittwoch vor einem Bundesgericht in San Francisco. "Wegen seiner Lügen haben normale Menschen wie Glen Littleton (einer der Kläger) Millionen und Millionen von Dollar verloren."

Textgröße ändern:

Musk hatte im August 2018 im Kurzbotschaftendienst Twitter angekündigt, Tesla für einen Preis von 420 Dollar pro Aktie von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür sei "gesichert". Die Ankündigung sorgte für starke Kursschwankungen der Tesla-Aktie, später machte Musk aber einen Rückzieher. Es wurde deutlich, dass die Finanzierung alles andere als gesichert war.

Investoren verklagten Musk in der Folge. Sie werfen dem derzeit zweitreichsten Menschen der Welt eine "künstliche Manipulation" des Preises der Tesla-Aktie mit dem Ziel vor, allen Investoren zu schaden, die auf einen sinkenden Aktienkurs gewettet hatten.

Klägeranwalt Porritt sagte nun in seinem Eröffnungsplädoyer vor Gericht, der von Musk genannte Preis von 420 Dollar (heute rund 388 Euro) sei ein "Witz" gewesen. Die Finanzierung habe zudem nie bestanden.

Musks Anwalt Alex Spiro sagte dagegen, die Tweets des Tesla-Chefs seien womöglich "unbesonnen" gewesen, aber "kein Betrug, nicht einmal annähernd". Musk habe sich damals durch Medienberichte unter Druck gesetzt gefühlt, schnell zu twittern. "Was Herr Musk in diesen Tweets kommunizierte war, dass es Herrn Musk ernst damit war, Tesla von der Börse zu nehmen", sagte Spiro.

Der auf drei Wochen angesetzte Zivilprozess gegen Musk hatte am Dienstag mit der Auswahl der neun Geschworenen begonnen. In dem Prozess wird auch Musk selbst als Zeuge erwartet. Aussagen soll auch der mit Musk befreundete Gründer des Softwareriesen Oracle, Larry Ellison.

Die Tweets zu Tesla hatten Musk auch Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC eingehandelt. Musk musste im Zuge einer Vereinbarung den Vorsitz über den Tesla-Verwaltungsrat abgeben, eine Strafe von 20 Millionen Dollar zahlen und sich fortan Tweets zu Tesla von einem Juristen absegnen lassen.

Der jetzige Prozess kommt für Musk zu einer schlechten Zeit. Der Wert der Tesla-Aktie hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Kritiker werfen dem streitbaren Unternehmer vor, sich zu sehr auf den Kurzbotschaftendienst Twitter zu konzentrieren, den er Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar gekauft hatte, und dabei Tesla zu vernachlässigen.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Rubio: Iran kontrolliert Straße von Hormus nicht mehr vollständig

Der Transport von Öl durch die seit Monaten vom Iran blockierte Straße von Hormus hat sich nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio wieder weitgehend normalisiert. "Es wird derzeit fast genauso viel Öl durch sie hindurch geschleust wie vor Beginn dieses Konflikts. Sie haben also die vollständige Kontrolle über die Meerenge verloren", sagte Rubio am Mittwoch bei einem Besuch in der griechischen Hauptstadt Athen.

Mehr Schutz für Opfer digitaler Gewalt: Kabinett beschließt Gesetz

Die Herstellung pornografischer Deepfakes und andere Formen digitaler Gewalt sollen künftig geahndet werden können. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, mit dem entsprechende Strafbarkeitslücken geschlossen werden sollen. Dabei geht es vor allem um bildbasierte sexualisierte Gewalt wie das Herstellen und Verbreiten von sexualisierten Deepfakes oder das heimliche Herstellen intimer Bildaufnahmen, zum Beispiel in der Sauna.

Ryanair stellt Betrieb am Flughafen Bremen ein

Der irische Billigflieger Ryanair zieht sich von einem weiteren Standort in Deutschland zurück: Die Fluggesellschaft stelle den Betrieb am Flughafen Bremen ein, erkläre die Landesregierung der Hansestadt am Mittwoch. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) warf dem Unternehmen vor, in den Verhandlungen über die Flughafengebühren überzogene Forderungen gestellt zu haben.

KI-gestützte Angriffe: Deutsche Unternehmen bislang schlecht gerüstet

Cyberangriffe mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) stellen die deutschen Unternehmen vor große Herausforderungen. Nur jedes zehnte Unternehmen sei gegen KI-gestützte Angriffe gerüstet, teilten der TÜV-Verband und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Mittwoch mit. Dabei habe in den vergangenen zwölf Monaten bereits jedes sechste Unternehmen in Deutschland (17 Prozent) einen Cyberangriff oder Betrugsversuch registriert, bei dem KI eine Rolle gespielt hat oder dies vermutet wird.

Textgröße ändern: