Pallade Veneta - Zwei Kaufverträge für insolventen Flughafens Frankfurt-Hahn

Zwei Kaufverträge für insolventen Flughafens Frankfurt-Hahn


Zwei Kaufverträge für insolventen Flughafens Frankfurt-Hahn
Zwei Kaufverträge für insolventen Flughafens Frankfurt-Hahn / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Gläubiger des insolventen Flughafens Frankfurt-Hahn entscheiden am Dienstag auf einer Gläubigerversammlung über das weitere Vorgehen. Es gehe dabei um verschiedene Gesellschaften der Unternehmensgruppe, teilte Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner am Samstag mit. Er erklärte zugleich, dass mit zwei Investoren Kaufverträge abgeschlossen wurden, von denen aber nur einer vollzogen werde. Die weitere Entwicklung sei "offen".

Textgröße ändern:

Nach Angaben Plathners wurde in den vergangenen Wochen nach intensiven Verhandlungen mit der Insolvenzverwaltung zunächst ein Kaufvertrag mit einem Investor notariell beurkundet. Zusätzlich wurde mit einem zweiten Investor ebenfalls ein Kaufvertrag verhandelt und beglaubigt. Dieser Investor soll demnach aber nur zum Zuge kommen, "wenn im ersten Vertrag gesetzte Bedingungen nicht eintreten". Details dazu nannte Plathner nicht.

Medienberichten zufolge handelt es sich beim ersten Investor um eine Holding eines russischen Investors, der die Rennstrecke Nürburgring in Rheinland-Pfalz gehört. Der Milliardär und Unternehmer ist demnach aber nicht von Sanktionen betroffen, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt wurden. Bei dem zweiten Kaufinteressenten handelt es sich laut Berichten um den Immobilienentwickler WR Holding.

Die Flughafengesellschaft war Ende 2021 in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Das Insolvenzverfahren wurde im Februar 2022 eröffnet und Plathner vom zuständigen Amtsgericht im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach zum Insolvenzverwalter bestellt.

Der Flughafen Hahn liegt im Hunsrück zwischen Mainz und Trier auf dem Gelände eines ehemaligen US-Militärstützpunkts und ist mehrheitlich im Besitz der chinesischen HNA Airport Group. Auch das Bundesland Hessen hält Anteile an dem Flughafen.

Vor der Corona-Krise im Jahr 2019 verzeichnete der Airport 1,5 Millionen Passagiere. Dank einer 24-Stunden-Betriebserlaubnis ist er auch ein wichtiger Frachtstützpunkt. Er wurde früher vom Land Rheinland-Pfalz kontrolliert. 2017 übertrug das Land seine Anteile von 82,5 Prozent aber an die HNA Airport Group, 17,5 Prozent blieben Eigentum des Landes Hessen.

Nach Angaben Plathners wurde von seinem Team inzwischen auch "ein ganzes Bündel an Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, die den Flughafen Hahn wieder attraktiver für Airlines und Passagiere machen". Während des Verfahrens laufe der Flugbetrieb vollumfänglich weiter. Der Sommerflugplan 2023 enthalte auch neue europäische Ziele, die nonstop abgeflogen würden.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.

Trotz Handelshürden: Globalisierung erreicht laut Studie dank KI-Boom Rekordwert

Ungeachtet höherer Zölle und geopolitischer Konflikte ist der Welthandel einer Auswertung zufolge zuletzt gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Starken Schwung verleihe dem internationalen Handel das "globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz", teilten der Logistikriese DHL und die New Yorker Stern School of Business am Mittwoch mit. Die Globalisierung erreichte demnach bereits im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert.

Raffineriemargen von Shell erreichen Rekordhoch

Der britische Energieriese Shell profitiert derzeit von deutlich höheren Raffineriemargen. Im dritten Quartal wuchs die Spanne um 75 Prozent zum Vorquartal, wie Shell am Mittwoch mitteilte. Die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den daraus in den Raffinerien gewonnenen Kraftstoffen stieg demnach auf 42 Dollar je Barrel (159 Liter); im zweiten Quartal hatte die Marge noch 24 Dollar betragen.

Tankrabatt kommt größtenteils bei Autofahrern an - Spritpreise deutlich gesunken

Der seit dem 1. Oktober geltende Tankrabatt kommt nach Einschätzung von Experten des Ifo-Instituts sowie des ADAC nicht komplett, aber größtenteils bei den Autofahrern an. "Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben", erklärte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, am Mittwoch. Beim Superbenzin E5 seien es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent gewesen.

Textgröße ändern: