Pallade Veneta - Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid fast überall in Deutschland eingehalten

Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid fast überall in Deutschland eingehalten


Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid fast überall in Deutschland eingehalten
Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid fast überall in Deutschland eingehalten / Foto: Daniel LEAL-OLIVAS - AFP

Die Luftqualität in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr weiter verbessert. 2022 gab es das fünfte Jahr in Folge keine Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte und der Grenzwert für Stickstoffdioxid wurde nur an zwei verkehrsnahen Messstationen in München und in Essen überschritten, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Montag mitteilte. Die Behörde plädierte aber für schärfere Vorgaben.

Textgröße ändern:

Die geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid seien vor mehr als 20 Jahren festgelegt worden und entsprächen nicht den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Luftverschmutzung, erklärte UBA-Präsident Dirk Messner. Er verwies darauf, dass die EU-Kommission in ihrem Entwurf für eine neue Luftqualitätsrichtlinie schärfere, sich stärker an den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientierende Grenzwerte vorschlägt.

Das UBA wertete vorläufig die Daten von rund 500 Messstationen aus. Beim Feinstaub wurden die Werte überall eingehalten. Allerdings: 42 Prozent der Stationen wiesen laut UBA beim Feinstaub mit Partikeln mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometern Jahresmittelwerte über den WHO-Leitwerten aus. Beim Feinstaub mit Partikeln bis 2,5 Mikrometern wurde der WHO-Richtwert fast überall überschritten.

Bei Stickstoffdioxid hätten rund drei Viertel der Messstationen, vor allem in städtischen Gebieten, die WHO-Empfehlungen nicht eingehalten. Auch habe sich der Rückgang der mittleren Konzentrationswerte zwar fortgesetzt, im Vergleich zu 2021 aber nur leicht. Hauptquelle es Schadstoffs sind Fahrzeuge mit Dieselmotor.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Ozonbelastung: Sie war laut UBA im Jahr 2022 trotz sommerlicher Hitzeperiode durchschnittlich, Überschreitungen geltender Grenzwerte gab es kaum. "Dennoch wurden die WHO-Richtwerte für Ozon flächendeckend (100 Prozent) verfehlt."

Die größte "Bedrohung" gehe aber von "dauerhaft zu hohen Feinstaubkonzentrationen aus, die zu zahlreichen vorzeitigen Todesfällen - etwa 28.000 in Deutschland und etwa 238.000 in der EU - und Krankheiten führt", erklärte Messner. Deutschland unterstütze daher die Initiative der EU-Kommission für strengere Grenzwerte.

Feinstaub entsteht in Ballungsräumen vor allem im Straßenverkehr durch Auspuffgase sowie Bremsen- und Reifenabrieb, außerdem durch Öfen und Heizungen, Kraft- und Fernheizwerke und die Metall- und Stahlerzeugung. Auch die Tierhaltung trägt laut UBA mit Ammoniakemissionen zur Feinstaubbildung bei.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.

Trotz Handelshürden: Globalisierung erreicht laut Studie dank KI-Boom Rekordwert

Ungeachtet höherer Zölle und geopolitischer Konflikte ist der Welthandel einer Auswertung zufolge zuletzt gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Starken Schwung verleihe dem internationalen Handel das "globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz", teilten der Logistikriese DHL und die New Yorker Stern School of Business am Mittwoch mit. Die Globalisierung erreichte demnach bereits im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert.

Raffineriemargen von Shell erreichen Rekordhoch

Der britische Energieriese Shell profitiert derzeit von deutlich höheren Raffineriemargen. Im dritten Quartal wuchs die Spanne um 75 Prozent zum Vorquartal, wie Shell am Mittwoch mitteilte. Die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den daraus in den Raffinerien gewonnenen Kraftstoffen stieg demnach auf 42 Dollar je Barrel (159 Liter); im zweiten Quartal hatte die Marge noch 24 Dollar betragen.

Tankrabatt kommt größtenteils bei Autofahrern an - Spritpreise deutlich gesunken

Der seit dem 1. Oktober geltende Tankrabatt kommt nach Einschätzung von Experten des Ifo-Instituts sowie des ADAC nicht komplett, aber größtenteils bei den Autofahrern an. "Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben", erklärte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, am Mittwoch. Beim Superbenzin E5 seien es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent gewesen.

Textgröße ändern: