Pallade Veneta - NGO: "Grüne Fonds" investierten zuletzt zusätzliches Geld in fossile Energie

NGO: "Grüne Fonds" investierten zuletzt zusätzliches Geld in fossile Energie


NGO: "Grüne Fonds" investierten zuletzt zusätzliches Geld in fossile Energie
NGO: "Grüne Fonds" investierten zuletzt zusätzliches Geld in fossile Energie / Foto: MIGUEL MEDINA - AFP/Archiv

Als "grün" beworbene Fonds haben nach einer Untersuchung der Organisation Finanzwende mit zusätzlichen Investitionen in Aktien aus dem Bereich fossiler Energie auf den Ukraine-Krieg reagiert. Die Organisation warf diesen Fonds am Dienstag Greenwashing vor und beklagte, diese hätten an der Gewinnentwicklung von Öl- und anderen Konzernen partizipieren wollen, "ganz so, als hätten sie sich nicht der Nachhaltigkeit verschrieben".

Textgröße ändern:

Der Studie zufolge kauften die über 2400 untersuchten gemäß EU-Recht als nachhaltig beworbenen Fonds zwischen Ende Dezember 2021 und Ende März 2022 zusätzliche Aktien aus dem Energiesektor für 2,6 Milliarden Dollar - davon flossen demnach 940 Millionen Dollar in den fossilen Bereich. Die Neuinvestitionen in Aktien von Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren betrugen im Vergleich dazu nur 138 Millionen Dollar.

Wie Finanzwende ausführte, sanken zudem die Beteiligungen an Technologiefirmen und Finanzakteuren, die als weniger klimaschädlich gelten. Insgesamt wurden dadurch die Fonds "deutlich CO2-lastiger", wie die Organisation herausstellte, und zwar um 7,9 Prozent.

Finanzwende machte für die Veränderung nicht nur die sprunghaft gestiegenen Aktienpreise der Ölkonzerne im Zuge des Ukraine-Konflikts verantwortlich, sondern auch die Schwäche der Technologiekonzerne, die nach dem Boom während der Pandemie-Jahre zuletzt in die Krise geraten waren. Dadurch seien "grüne" Fonds "in eine Zwickmühle geraten", denn sie hätten in der Vergangenheit überdurchschnittlich hohe Investitionen in die emissionsarme Technologiebranche getätigt.

Zwar gebe es Ausnahmen, da einige grüne Fonds komplett auf fossile Firmen verzichteten, erklärte Finanzwende. Doch wer Greenwashing vermeiden wolle, müsse bei der Suche nach der richtigen Anlage "sehr genau hinschauen", beklagte die Organisation und forderte "klare und strenge Regeln" für Angebote, die als nachhaltig beworben werden dürfen.

Diese Entwicklung sei gleichwohl keine neue - beklagte Finanzwende außerdem. Bereits zum Stand Ende Dezember 2021 und damit vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs sei war der Anteil fossiler Energien am Gesamtportfolio der untersuchten Fonds dreimal so groß gewesen wie der von Erneuerbaren. Bis Ende Dezember 2022 stieg er in Summe auf das Zehnfache der erneuerbaren Investments an.

C.Conti--PV

Empfohlen

Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.

Trotz Handelshürden: Globalisierung erreicht laut Studie dank KI-Boom Rekordwert

Ungeachtet höherer Zölle und geopolitischer Konflikte ist der Welthandel einer Auswertung zufolge zuletzt gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Starken Schwung verleihe dem internationalen Handel das "globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz", teilten der Logistikriese DHL und die New Yorker Stern School of Business am Mittwoch mit. Die Globalisierung erreichte demnach bereits im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert.

Raffineriemargen von Shell erreichen Rekordhoch

Der britische Energieriese Shell profitiert derzeit von deutlich höheren Raffineriemargen. Im dritten Quartal wuchs die Spanne um 75 Prozent zum Vorquartal, wie Shell am Mittwoch mitteilte. Die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den daraus in den Raffinerien gewonnenen Kraftstoffen stieg demnach auf 42 Dollar je Barrel (159 Liter); im zweiten Quartal hatte die Marge noch 24 Dollar betragen.

Tankrabatt kommt größtenteils bei Autofahrern an - Spritpreise deutlich gesunken

Der seit dem 1. Oktober geltende Tankrabatt kommt nach Einschätzung von Experten des Ifo-Instituts sowie des ADAC nicht komplett, aber größtenteils bei den Autofahrern an. "Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben", erklärte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, am Mittwoch. Beim Superbenzin E5 seien es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent gewesen.

Textgröße ändern: