Pallade Veneta - Umfrage: Ärztinnen fühlen sich in Schwangerschaft oft unter Druck

Umfrage: Ärztinnen fühlen sich in Schwangerschaft oft unter Druck


Umfrage: Ärztinnen fühlen sich in Schwangerschaft oft unter Druck
Umfrage: Ärztinnen fühlen sich in Schwangerschaft oft unter Druck / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Viele Ärztinnen und Medizinstudentinnen fühlen sich laut einer Umfrage in der Schwangerschaft unter Druck und erhalten nicht genug Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. Etwa die Hälfte der befragten Ärztinnen hatte Bedenken, ihre Schwangerschaft dem Arbeitgeber zu melden, wie der Ärzteverband Marburger Bund am Donnerstag mitteilte. Gründe waren vor allem die Sorge, Einschränkungen bei der Weiterbildung zur Fachärztin hinnehmen zu müssen, ein Verbot von Operationen oder sonstige Tätigkeitsverbote.

Textgröße ändern:

Demnach kam es während der Corona-Pandemie zwischen 2020 und 2022 zu den meisten Beschäftigungsverboten. Knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen erhielt demnach ein betriebliches Beschäftigungsverbot, bei mehr als einem Drittel sei es zu Tätigkeitseinschränkungen gekommen.

"Oftmals machen sich die Arbeitgeber nicht die Mühe, genauer zu ermitteln, wie und in welchem Umfang eine Weiterarbeit während der Schwangerschaft möglich sein kann", kritisierte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna. Stattdessen würden Ärztinnen, die arbeiten wollen, "Steine in den Weg gelegt".

Gleichzeitig gaben jedoch den Angaben zufolge nur etwa 60 Prozent der befragten schwangeren Ärztinnen an, dass eine allgemeine Gefährdungsbeurteilung stattgefunden habe. Daher mussten schwangere Ärztinnen häufig ihre bisherige Tätigkeit trotz Gefährdung ausführen oder sich um ein ärztliches Beschäftigungsverbot bemühen.

Mehr als die Hälfte der Frauen, die zwischen 2016 und 2019 schwanger waren, wurden nach eigener Aussage durch die Schwangerschaft und Tätigkeitseinschränkungen in ihrer weiteren Karriere behindert. Der Anteil stieg während der Corona-Pandemie auf zwei Drittel. Demnach konnte nur etwa ein Drittel in der Zeit seit 2020 Weiterbildungsinhalte erwerben.

Die Umfrage wurde als gemeinsame Initiative unter anderem vom Marburger Bund, dem Deutschen Ärztinnenbund und dem Verband der Chirurginnen organisiert. Die Online-Befragung erfolgte in der Zeit vom 18. November 2022 bis zum 18. Dezember 2022. Insgesamt nahmen 4748 Ärztinnen und Medizinstudentinnen teil, die zwischen 2016 und 2022 schwanger waren.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.

Trotz Handelshürden: Globalisierung erreicht laut Studie dank KI-Boom Rekordwert

Ungeachtet höherer Zölle und geopolitischer Konflikte ist der Welthandel einer Auswertung zufolge zuletzt gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Starken Schwung verleihe dem internationalen Handel das "globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz", teilten der Logistikriese DHL und die New Yorker Stern School of Business am Mittwoch mit. Die Globalisierung erreichte demnach bereits im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert.

Raffineriemargen von Shell erreichen Rekordhoch

Der britische Energieriese Shell profitiert derzeit von deutlich höheren Raffineriemargen. Im dritten Quartal wuchs die Spanne um 75 Prozent zum Vorquartal, wie Shell am Mittwoch mitteilte. Die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den daraus in den Raffinerien gewonnenen Kraftstoffen stieg demnach auf 42 Dollar je Barrel (159 Liter); im zweiten Quartal hatte die Marge noch 24 Dollar betragen.

Tankrabatt kommt größtenteils bei Autofahrern an - Spritpreise deutlich gesunken

Der seit dem 1. Oktober geltende Tankrabatt kommt nach Einschätzung von Experten des Ifo-Instituts sowie des ADAC nicht komplett, aber größtenteils bei den Autofahrern an. "Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben", erklärte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, am Mittwoch. Beim Superbenzin E5 seien es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent gewesen.

Textgröße ändern: