Pallade Veneta - Städtetag fordert von Ampelkoalition zügige Einigung über Kindergrundsicherung

Städtetag fordert von Ampelkoalition zügige Einigung über Kindergrundsicherung


Städtetag fordert von Ampelkoalition zügige Einigung über Kindergrundsicherung
Städtetag fordert von Ampelkoalition zügige Einigung über Kindergrundsicherung / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Der Deutsche Städtetag hat die Ampelkoalition zu einer zügigen Einigung im Streit um die Kindergrundsicherung aufgefordert. "Die neue Kindergrundsicherung sollte ein Meilenstein gegen Kinderarmut werden. Nun muss die Ampel den Knoten durchschlagen, damit das neue System bis 2025 kommen kann", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Sonntagsausgaben). "Wir fordern eine zügige Abstimmung innerhalb der Bundesregierung."

Textgröße ändern:

Die Kindergrundsicherung war im Koalitionsvertrag der Ampelparteien vereinbart worden. Allerdings hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vor einigen Tagen das Vorhaben generell in Frage gestellt. Es sei nicht unbedingt sinnvoll, "mehr Geld zu überweisen", sagte er.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) bezeichnete hingegen die Kindergrundsicherung am Donnerstag im Deutschlandfunk als "das zentrale sozialpolitische Projekt dieser Koalition". Sie rechnet mit Mehrkosten für das Vorhaben in Höhe von 12,5 Milliarden Euro pro Jahr. Diesen Betrag habe sie auch für den Haushalt 2025 angemeldet, sagte sie. Die Kindergrundsicherung soll verschiedene familienpolitische Leistungen bündeln und dabei ausbauen.

Grünen-Chefin Ricarda Lang zeigte sich zuversichtlich, dass eine Einigung über die Kindergrundsicherung erzielt wird. Sie sei sicher, "dass wir das zusammen in der Ampel hinbekommen", sagt sie der "Bild am Sonntag". Lang bezeichnete die Kindergrundsicherung als notwendige Maßnahme gegen die Kinderarmut: "In Deutschland wächst jedes fünfte Kind in Armut auf. Das ist unerträglich. Wir sind nicht bereit, das einfach so hinzunehmen."

Städtetags-Hauptgeschäftsführer Dedy sagte dem RND, die Eckpunkte von Familienministerin Paus zeigten "bereits in die richtige Richtung". Er rechnet allerdings mit einem hohen Umsetzungsaufwand und fordert deshalb, das Gesetzgebungsverfahren schnell einzuleiten. "Die Vorbereitung dieser Verwaltungsreform wird eine große Kraftanstrengung werden, da Bund, Länder und Kommunen ihre bisherigen Sozialleistungen für Familien zusammenführen müssen", sagte er.

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt die Einführung einer Kindergrundsicherung. Derzeit gebe es eine Vielzahl familienpolitischer Leistungen, die es "zu bündeln, wirksamer auszugestalten und zu vereinfachen" gelte, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem RND. Mittels der Kindergrundsicherung könnten höhere Transparenz und einfachere Antragstellungen ermöglicht werden.

dja

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.

Trotz Handelshürden: Globalisierung erreicht laut Studie dank KI-Boom Rekordwert

Ungeachtet höherer Zölle und geopolitischer Konflikte ist der Welthandel einer Auswertung zufolge zuletzt gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Starken Schwung verleihe dem internationalen Handel das "globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz", teilten der Logistikriese DHL und die New Yorker Stern School of Business am Mittwoch mit. Die Globalisierung erreichte demnach bereits im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert.

Raffineriemargen von Shell erreichen Rekordhoch

Der britische Energieriese Shell profitiert derzeit von deutlich höheren Raffineriemargen. Im dritten Quartal wuchs die Spanne um 75 Prozent zum Vorquartal, wie Shell am Mittwoch mitteilte. Die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den daraus in den Raffinerien gewonnenen Kraftstoffen stieg demnach auf 42 Dollar je Barrel (159 Liter); im zweiten Quartal hatte die Marge noch 24 Dollar betragen.

Tankrabatt kommt größtenteils bei Autofahrern an - Spritpreise deutlich gesunken

Der seit dem 1. Oktober geltende Tankrabatt kommt nach Einschätzung von Experten des Ifo-Instituts sowie des ADAC nicht komplett, aber größtenteils bei den Autofahrern an. "Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben", erklärte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, am Mittwoch. Beim Superbenzin E5 seien es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent gewesen.

Textgröße ändern: