Pallade Veneta - Ein digitaler Euro könnte künftig Bargeld ergänzen

Ein digitaler Euro könnte künftig Bargeld ergänzen


Ein digitaler Euro könnte künftig Bargeld ergänzen

In wenigen Jahren könnte ein digitaler Euro eine zweite Zahlungsmöglichkeit neben Bargeld sein. Dafür haben die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Gastbeiträgen in mehreren europäischen Zeitungen geworben. In Europa und anderen Teilen der Welt werde "immer seltener bar bezahlt", schrieben Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis und EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. "Auf dem Weg zu einer wahrhaft digitalen Wirtschaft ist die Anpassung des Bargelds an das digitale Zeitalter der nächste logische Schritt."

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Die EU-Kommission schlägt am Mittwoch einen Rechtsrahmen für den digitalen Euro vor. Sollten die EU-Staaten und das Europaparlament den Plänen zustimmen, könnte die digitale Gemeinschaftswährung im Euroraum voraussichtlich ab 2027 verfügbar sein - 25 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds.

EZB-Chefin Christine Lagarde hatte den digitalen Euro bereits 2020 vorgeschlagen. Die Französin bewirbt ihn als "Anker der Stabilität" angesichts der steigenden Bedeutung etwa von Kryptowährungen. Zudem will die EZB mit Sitz in Frankfurt am Main verhindern, dass Europa abgehängt wird. Dutzende Zentralbanken weltweit arbeiten bereits an Digitalwährungen, etwa die US-Notenbank Fed.

Mit einem digitalen Euro würden auch die Gebühren für Zahlungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern sinken, betonen Dombrovskis und Panetta in ihrem Text. Derzeit wickele eine Handvoll internationaler Unternehmen zwei Drittel der digitalen Zahlungen in Europa ab, schreiben der Kommissionsvizepräsident und der Zentralbanker unter Anspielung auf Firmen wie Visa, Mastercard oder Paypal. "Durch den regeren Wettbewerb kämen Händler und deren Kundschaft in den Genuss günstigerer Dienstleistungen", argumentieren sie.

Verbraucher sorgen sich laut Umfragen zum digitalen Euro vor allem um den Schutz ihrer Privatsphäre und um ein Aus für Bargeld. Geschäftsbanken, die bereits seit Jahren elektronische Zahlungen ermöglichen, fürchten zudem mögliche Einbußen durch eine von der EZB kontrollierte Digitalwährung.

Für viele Menschen sei der Mehrwert einer virtuellen Währung nicht erkennbar, betonte der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU). "Bisher scheint der digitale Euro eine Lösung, die noch das passende Problem sucht", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

B.Cretella--PV

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