Pallade Veneta - Haspa muss Kunden nach spektakulärem Einbruch höhere Entschädigung zahlen

Haspa muss Kunden nach spektakulärem Einbruch höhere Entschädigung zahlen


Haspa muss Kunden nach spektakulärem Einbruch höhere Entschädigung zahlen
Haspa muss Kunden nach spektakulärem Einbruch höhere Entschädigung zahlen / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Zwei Jahre nach einem spektakulären Einbruch in eine Filiale der Hamburger Sparkasse (Haspa) in Norderstedt in Schleswig-Holstein haben drei betroffene Kunden vor dem Hamburger Landgericht einen Erfolg erzielt. Wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte, muss die Haspa ihnen deutlich mehr Entschädigung zahlen, als sie geplant hatte. Die Sparkasse hätte demnach ein besseres Sicherungskonzept erarbeiten müssen.

Textgröße ändern:

Im August 2021 waren bislang unbekannte Einbrecher mit einem Kernbohrer durch die Decke in den Tresorraum gelangt. Sie räumten etwa 650 Schließfächer aus. Kurz zuvor, im Jahr 2020, war ein ähnlicher Einbruch in eine andere Filiale gescheitert. Das spielte bei der Gerichtsentscheidung eine Rolle, wie der Sprecher erläuterte. Denn in beiden Fällen war der Bewegungsmelder im Tresorraum mit einem passgenauen Aufkleber manipuliert worden.

Die Haspa überarbeitete nach dem gescheiterten Einbruch zwar ihr Sicherungskonzept. Sie hätte aber entweder bessere Technik einsetzen oder die Überwachung verbessern müssen, befand das Gericht. Kunden hätten den Raum unbeobachtet betreten können, und es habe die Gefahr bestanden, dass der Bewegungsmelder ausgespäht werde - was dann ja auch geschah. In Norderstedt löste die Alarmanlage nicht aus.

Die Haspa berief sich auf eine Haftungshöchstgrenze von 40.000 Euro, was laut Gericht aber nicht möglich war, weil diese nicht eindeutig gewesen sei. Einer der betroffenen Kunden soll nun zusätzlich zu den bereits erhaltenen 40.000 Euro noch 110.000 Euro bekommen, ein anderer Kunde 100.000 Euro. Der dritte Kunde konnte laut Sprecher nicht für die gesamte verlangte Summe beweisen, dass sie wich wirklich in dem Schließfach befunden habe. Ihm stehen noch knapp 68.000 Euro zu.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dagegen kann noch Berufung beim Oberlandesgericht eingelegt werden. Beim Landgericht liegen zudem noch mehr Klagen im Namen betroffener Kunden, dem Gerichtssprecher zufolge könnten nach dem Urteil vom Donnerstag weitere dazukommen.

M.Romero--PV

Empfohlen

Lisa Cook: Trump treibt Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin voran

US-Präsident Donald Trump treibt seinen Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin Lisa Cook weiter voran. Trump berief am Freitag ein Komitee ein, das Cook am 5. November im Weißen Haus befragen soll. Dabei geht es um angebliche Falschangaben der Ökonomin bei Immobilienkrediten. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, Cook zu feuern, war aber vom Obersten Gerichtshof gestoppt worden.

EU und China einigen sich auf Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung der chinesischen Exporte von Hybridautos nach Europa verständigt. "Dies eröffnet die Aussicht, Chinas Export um mehr als die Hälfte zu reduzieren", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao am Freitag in Peking. Der europäische Herstellerverband Acea begrüßte die Einigung als "positiven Schritt" zur Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden Seiten.

Deutlich weniger Korridorsanierungen bis 2031: Bahn streckt Baustellenplanung

In den kommenden Jahren soll es deutlich weniger lange Streckensperrungen wegen umfassender Sanierungen durch die Deutsche Bahn geben. Statt 21 bislang geplanter sogenannter Korridorsanierungen sollen bis 2031 nun nur 13 umgesetzt werden, wie die Infrastruktursparte der Bahn DB Infrago und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mitteilten. Sie verweisen auf eine bessere Machbarkeit der Vorhaben bei einem reduziertem Pensum. Finanzielle Gründe dürften allerdings auch ein Rolle spielen.

Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und Polizei am Rande einer Demo in Brüssel

Nach tagelangen Schülerprotesten in belgischen Städten ist es am Rande einer Demonstration gegen Sparmaßnahmen in Brüssel zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Die Polizei erklärte am Freitag, sie sei von zum Teil maskierten Jugendlichen mit Stöcken und Flaschen angegriffen worden und habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Demnach handelte es sich um "mehrere hunderte Jugendliche", die sich den Demonstranten angeschlossen hätten.

Textgröße ändern: