Pallade Veneta - Branchenverband nennt Pläne der EU-Kommission für neue Gentechnik "fahrlässig"

Branchenverband nennt Pläne der EU-Kommission für neue Gentechnik "fahrlässig"


Branchenverband nennt Pläne der EU-Kommission für neue Gentechnik "fahrlässig"
Branchenverband nennt Pläne der EU-Kommission für neue Gentechnik "fahrlässig" / Foto: DIETER NAGL - AFP

Die Lebensmittelbranche hat vor einer Lockerung der Regelungen für neue Gentechniken in der Europäischen Union gewarnt. Der europäische Branchenverband für gentechnikfreie Lebens- und Futtermittel (ENGA) nannte die bisher bekannten Überlegungen der EU-Kommission in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch "fahrlässig und unwissenschaftlich". Die Auswirkungen der neuen Gentechnik seien nicht ausreichend erforscht.

Textgröße ändern:

Die Kritik richtet sich an die EU-Kommission, die am Mittwoch einen Gesetzentwurf vorstellen will, der den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft erheblich erleichtern könnte. So empfiehlt die Behörde nach einem öffentlich gewordenen Vorschlag, die Anbau- und Kennzeichnungspflicht für bestimmte mit Gentechnik gezüchtete Pflanzen zu lockern. Pflanzen könnten demnach mit konventionellen Züchtungen gleichgesetzt werden, wenn die Modifikationen auch durch natürliche Kreuzungen entstehen könnten.

Dadurch würde eine Kennzeichnung von aus diesen Pflanzen entstandenen Produkten möglicherweise wegfallen. Der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) betonte in diesem Zuge die Bedeutung von transparenten Verbraucherinformationen. "Dies gewährleistet eine Wahlmöglichkeit und eine eigenverantwortliche Kaufentscheidung auf Konsumentenseite", sagte BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch dem RND. Auch im Bereich der neuen Züchtungstechniken sei es erforderlich, Produkte einem Zulassungsverfahren mit Risikoprüfung zu unterwerfen.

Neue gentechnische Methoden könnten laut einer Einschätzung der EU-Kommission "zu einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem" beitragen. Die Behörde verweist dabei auch auf den Klimawandel und möglichen Umweltschutz: Etwa könnte es Pflanzen geben, die weniger Pestizide und weniger Wasser benötigen.

ENGA-Generalseketärin Heike Moldenhauer bewertete die angestrebten Ziele skeptisch. "Das Versprechen der Gentechnik klingt faszinierend. Es ist aber naiv, zu glauben, man könne mit einer neuen technischen Lösung alle Probleme lösen", sagte sie dem RND.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Lisa Cook: Trump treibt Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin voran

US-Präsident Donald Trump treibt seinen Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin Lisa Cook weiter voran. Trump berief am Freitag ein Komitee ein, das Cook am 5. November im Weißen Haus befragen soll. Dabei geht es um angebliche Falschangaben der Ökonomin bei Immobilienkrediten. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, Cook zu feuern, war aber vom Obersten Gerichtshof gestoppt worden.

EU und China einigen sich auf Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung der chinesischen Exporte von Hybridautos nach Europa verständigt. "Dies eröffnet die Aussicht, Chinas Export um mehr als die Hälfte zu reduzieren", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao am Freitag in Peking. Der europäische Herstellerverband Acea begrüßte die Einigung als "positiven Schritt" zur Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden Seiten.

Deutlich weniger Korridorsanierungen bis 2031: Bahn streckt Baustellenplanung

In den kommenden Jahren soll es deutlich weniger lange Streckensperrungen wegen umfassender Sanierungen durch die Deutsche Bahn geben. Statt 21 bislang geplanter sogenannter Korridorsanierungen sollen bis 2031 nun nur 13 umgesetzt werden, wie die Infrastruktursparte der Bahn DB Infrago und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mitteilten. Sie verweisen auf eine bessere Machbarkeit der Vorhaben bei einem reduziertem Pensum. Finanzielle Gründe dürften allerdings auch ein Rolle spielen.

Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und Polizei am Rande einer Demo in Brüssel

Nach tagelangen Schülerprotesten in belgischen Städten ist es am Rande einer Demonstration gegen Sparmaßnahmen in Brüssel zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Die Polizei erklärte am Freitag, sie sei von zum Teil maskierten Jugendlichen mit Stöcken und Flaschen angegriffen worden und habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Demnach handelte es sich um "mehrere hunderte Jugendliche", die sich den Demonstranten angeschlossen hätten.

Textgröße ändern: