Pallade Veneta - Mehr als 1600 Beschwerden über Versorger wegen Energiepreisbremsen

Mehr als 1600 Beschwerden über Versorger wegen Energiepreisbremsen


Mehr als 1600 Beschwerden über Versorger wegen Energiepreisbremsen
Mehr als 1600 Beschwerden über Versorger wegen Energiepreisbremsen / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Bei den Verbraucherzentralen sind mehr als 1600 Beschwerden über die Umsetzung der Energiepreisbremsen eingegangen. In der Hälfte der Fälle (53 Prozent) meldeten die Kundinnen und Kunden zu hohe Abschlagsforderungen des Versorgers, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag mitteilte. Er forderte die Unternehmen auf, fehlerhaft berechnete Abschlagspläne kurzfristig zu korrigieren und auf erhöhte Abschlagszahlungen zu verzichten. Der Branchenverband BDEW betonte, angesichts von 40 Millionen betroffenen Haushalten handele es sich um Einzelfälle.

Textgröße ändern:

Die Preisbremsen für Gas, Strom und Fernwärme gelten seit März, rückwirkend auch für Januar und Februar. Der Staat deckelt damit den Preis für 80 Prozent des Verbrauchs und zahlt den Versorgern für diesen Anteil die Differenz zum Marktpreis.

"Die Energiepreisbremsen sollen die Menschen unbürokratisch entlasten. Vielfach ist jedoch das Gegenteil eingetreten", kritisierte vzbv-Chefin Ramona Pop. Verbraucher berichteten von überhöhten Abschlagsforderungen, seien schlecht informiert worden und landeten bei Rückfragen in Hotline-Warteschleifen.

In einem Viertel der Fälle, die dem vzbv gemeldet wurden, ging es demnach um falsch berechnete Jahresverbrauchsprognosen. Kundinnen und Kunden war es nach eigener Aussage teils nicht möglich, diese Prognose anpassen zu lassen. Auch beim Wechsel des Anbieters zum 1. März gab es Probleme: Diese Kunden erhielten laut vzbv keine rückwirkenden Entlastungsbeiträge für Januar und Februar.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, die Versorger hätten "mit erheblichem Aufwand in extrem kurzer Zeit eine staatlich gesetzte Preisbremse für rund 40 Millionen Haushalte umgesetzt". Es sei klar, dass es bei einer solchen Mammut-Aufgabe in Einzelfällen zu Problemen kommen könne.

Die Regelungen der Preisbremsen hätten die Kundenanfragen in den Kundenzentren der Versorger drastisch ansteigen lassen und deren Beratungskapazitäten trotz Aufstockung und dem Einsatz von Dienstleistern "an ihre Grenzen gebracht", so der Verband. Alle Unternehmen, vom kleinen Stadtwerk vor Ort bis hin zum überregionalen Energieversorger, gingen mit der Preisbremsen-Umsetzung personell an die Grenze des Machbaren.

Bei den Preisbremsen gab es von vornherein Befürchtungen, dass Unternehmen dies ausnutzen und Preise über dem Marktpreis verlangen könnten. Das Kartellamt baute eine neue Abteilung zur Prüfung von Verdachtsfällen auf. Es hat bereits Verfahren gegen dutzende Unternehmen eingeleitet. Vzbv-Chefin Pop forderte die Bundesregierung auf, das Gesetz nachzubessern und eindeutiger formulieren.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Bau-Präsident: Bereits "verheerende Folgen" durch Vergesellschaftungspläne der Linken

Die Pläne der Linkspartei zur Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin haben nach Angaben von Bauindustrie-Präsident Olaf Demuth "schon jetzt eine verheerende Wirkung". "Baugesellschaften, die in Berlin Darlehen aufnehmen wollen, um dort Wohnraum zu schaffen, kommen nicht mehr an frisches Geld", sagte Demuth der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). "Die Kreditgeber sind plötzlich zurückhaltender. Das merken selbst die staatlichen Akteure."

Lisa Cook: Trump treibt Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin voran

US-Präsident Donald Trump treibt seinen Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin Lisa Cook weiter voran. Trump berief am Freitag ein Komitee ein, das Cook am 5. November im Weißen Haus befragen soll. Dabei geht es um angebliche Falschangaben der Ökonomin bei Immobilienkrediten. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, Cook zu feuern, war aber vom Obersten Gerichtshof gestoppt worden.

EU und China einigen sich auf Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung der chinesischen Exporte von Hybridautos nach Europa verständigt. "Dies eröffnet die Aussicht, Chinas Export um mehr als die Hälfte zu reduzieren", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao am Freitag in Peking. Der europäische Herstellerverband Acea begrüßte die Einigung als "positiven Schritt" zur Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden Seiten.

Deutlich weniger Korridorsanierungen bis 2031: Bahn streckt Baustellenplanung

In den kommenden Jahren soll es deutlich weniger lange Streckensperrungen wegen umfassender Sanierungen durch die Deutsche Bahn geben. Statt 21 bislang geplanter sogenannter Korridorsanierungen sollen bis 2031 nun nur 13 umgesetzt werden, wie die Infrastruktursparte der Bahn DB Infrago und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mitteilten. Sie verweisen auf eine bessere Machbarkeit der Vorhaben bei einem reduziertem Pensum. Finanzielle Gründe dürften allerdings auch ein Rolle spielen.

Textgröße ändern: