Pallade Veneta - UNO beendet Abpumpen des Öls aus vor Küste Jemens verrottendem Tanker

UNO beendet Abpumpen des Öls aus vor Küste Jemens verrottendem Tanker


UNO beendet Abpumpen des Öls aus vor Küste Jemens verrottendem Tanker
UNO beendet Abpumpen des Öls aus vor Küste Jemens verrottendem Tanker / Foto: - - AFP

Die Vereinten Nationen haben das Erdöl aus einem seit Jahren vor der Küste des Jemen verrottenden Tanker komplett abgepumpt - und damit nach eigenen Angaben eine gigantische Umweltkatastrophe verhindert. Die Umladung von mehr als eine Million Barrel Öl (159 Millionen Liter) von der havarierten "FSO Safer" auf den UN-Tanker "Nautica" sei "sicher abgeschlossen", teilte UN-Generalsekretär António Guterres am Freitag mit.

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Dadurch sei eine "monumentale ökologische und humanitäre Katastrophe" abgewendet worden, erklärte Guterres. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) lobte die Zusammenarbeit der Weltgemeinschaft bei der Aktion. Eine "schwimmende Zeitbombe" sei entschärft und eine "potentiell kolossale Umwelt- und Gesundheitskatastrophe" vor der Küste des Bürgerkriegslandes verhindert worden, erklärte sie.

Das 47 Jahre alte Schiff liegt seit den 80er Jahren vor der strategisch wichtigen Hafenstadt Hodeidah vor Anker und wurde als schwimmendes Lager- und Entladeterminal für Öl genutzt. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs im Jemen vor rund acht Jahren war die "FSO Safer" jedoch nicht mehr gewartet worden. Die Gefahr, dass der Tanker zerbrechen, explodieren oder Feuer fangen würde, war groß.

Mit dem Abpumpen des Öls ist die Gefahr laut dem Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Achim Steiner, allerdings noch nicht komplett gebannt. Nach wie vor enthalte der Tanker Ölrückstände und könne auseinanderbrechen. In den kommenden Wochen solle das Schiff nun gereinigt und für das Abschleppen vorbereitet werden, erläuterte er.

Die Vereinten Nationen hatten Ende Juli mit dem Abpumpen des Öls aus dem verrottenden Tanker begonnen. Dafür hatte die Weltorganisation extra den riesigen Tanker "Nautica" gekauft. Laut Steiner stand zudem ständig ein Flugzeug "innerhalb eines 90-minütigen Flugradius" bereit, um im Falle eines Lecks Chemikalien aus der Luft einzusetzen.

Insgesamt bezifferte die UNO die Kosten für die aufwändige Aktion auf rund 143 Millionen Dollar (130 Millionen Euro). Die Säuberung des Meeres nach einem Ölleck hätte Angaben der Organisation zufolge allerdings mit 20 Milliarden Dollar zu Buche geschlagen.

Für den Abschluss der Reinigung der "FSO Safer" fehlen den Vereinten Nationen allerdings noch immer rund 20 Millionen Dollar. US-Außenminister Antony Blinken forderte die internationale Gemeinschaft und den Privatsektor dazu auf, die erforderlichen Mittel bereitzustellen, um "die Arbeit zu beenden und alle verbleibenden Umweltbedrohungen zu bekämpfen".

Die Umweltorganisation Greenpeace schlug vor, dass Ölkonzerne, welche die "FSO Safer" zuvor genutzt hatten, für die ausstehenden Kosten aufkommen sollen. Diese hätten zwar riesige Gewinne erzielt, bislang aber "kein Verantwortungsbewusstsein" gezeigt, kritisierten die Umweltschützer.

Was nun mit der leergepumpten "FSO Safer" geschehen soll, ist unklar. UN-Angaben zufolge steht der Tanker bis zum Ende des Jahres unter der Kontrolle des Schifffahrtsunternehmen Euronav, allerdings sei eine langfristige Vereinbarung mit den Kriegsparteien des Landes über die "künftige Instandhaltung und Verwaltung" notwendig. Eine Möglichkeit sei ein Folgeprojekt, bei dem UN-Experten Mitarbeiter der jemenitischen Öl- und Gasgesellschaft Sepoc in der Sicherung eines Tankers schulten, sagte Steiner.

Der Bürgerkrieg im Jemen zählt UN-Angaben zufolge zu den schlimmsten humanitären Krisen weltweit. Hunderttausende Menschen im Land starben bislang durch Hunger und Gewalt. Die Kämpfe haben seit einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand im April 2022 jedoch deutlich abgenommen.

Y.Destro--PV

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