Pallade Veneta - Studie: In Deutschland fehlen mindestens zwei Millionen altersgerechte Wohnungen

Studie: In Deutschland fehlen mindestens zwei Millionen altersgerechte Wohnungen


Studie: In Deutschland fehlen mindestens zwei Millionen altersgerechte Wohnungen
Studie: In Deutschland fehlen mindestens zwei Millionen altersgerechte Wohnungen / Foto: STEFANIE LOOS - AFP/Archiv

In Deutschland fehlen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mindestens zwei Millionen altersgerecht ausgestattete Wohnungen. Für zwei von drei Haushalten, die darauf angewiesen sind, stehe kein angemessener Wohnraum zur Verfügung, hieß es in einer Mitteilung des IW vom Montag. Besonders groß sei die Lücke in Thüringen, Sachsen und Hessen.

Textgröße ändern:

Im Jahr 2022 gab es demnach gut drei Millionen Haushalte, in denen mobilitätseingeschränkte Menschen lebten. Dies seien alle Haushalte, in denen Menschen wegen Krankheit oder Alters nur eingeschränkt beweglich sind. Bis 2035 dürfte diese Gruppe nach IW-Schätzungen auf 3,7 Millionen Haushalte anwachsen.

Dem standen aber der Studie zufolge im vergangenen Jahr nur etwa 1,2 Millionen sogenannte barrierereduzierte Wohnungen gegenüber, die ohne Stufen auskommen und mit ebenerdigen Duschen ausgestattet sind. Würden nur Wohnungen einbezogen, die zudem besonders große Räume und Flure haben, sinke die Zahl sogar auf eine Million Wohnungen.

Am schlechtesten ist die Lage demnach in Thüringen: Von 100 Haushalten, die eine barrierearme Wohnung bräuchten, könnten dort gerade einmal 16 versorgt werden. In Hessen und Sachsen finde nicht einmal jeder Fünfte ein passendes Wohnangebot. Die besten Chancen haben laut IW Menschen in Brandenburg, wo es für drei von vier eingeschränkten Haushalten eine adäquate Wohnung gebe.

Hinzu kommt laut IW das Problem, dass die oft großzügig geschnittenen altersgerechten Wohnungen auch für viele andere Haushalte attraktiv sind. Die tatsächliche Versorgungslücke falle durch diese Konkurrenzsituation für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen noch deutlich höher aus.

"Beim altersgerechten Wohnen rollt die nächste Krise auf uns zu und trifft uns fast unvorbereitet", warnte IW-Immobilienexperte Philipp Deschermeier. Infolge des demografischen Wandels werde sich die Entwicklung ab 2025 beschleunigen. "Wegen der langen Vorlaufzeit bei Planung und Bau brauchen wir Antworten besser heute als morgen. Die Bundesregierung muss den altersgerechten Umbau und den Neubau viel stärker fördern und erleichtern", forderte daher Deschermeier.

Die Studie basiert auf einer Sonderauswertung von Daten des Mikrozensus 2022. Dafür werden über das Zusatzprogramm "Wohnen in Deutschland" alle vier Jahre rund 810.000 Menschen in etwa 370.000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften befragt.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Journalistenverband verurteilt AfD-Drohung gegen ZDF-Reporter Köster

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Drohungen des AfD-Politikers Ulrich Siegmund gegen den ZDF-Reporter Fabian Köster im Landtag von Sachsen-Anhalt verurteilt. "Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung", erklärte der DJV- Bundesvorsitzende Mika Beuster. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.

Trump verkündet Diesel-Liefervereinbarung mit Putin - Scharfe Kritik aus Kiew

Dreieinhalb Wochen vor den Kongresswahlen in den USA und trotz bestehender Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit Moskau über russische Diesel-Lieferungen verkündet. Russland werde "sofort mehr als 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff" für die USA und den Weltmarkt liefern und weitere 500.000 Tonnen im November, erklärte Trump am Freitag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte den Schritt als "unwürdig" und Zeichen der "Schwäche".

CDU streitet vor Präsidiumssitzung über die "Brandmauer" zur AfD

Vor der Sitzung des CDU-Parteipräsidiums am Sonntag gibt es in der Partei neuen Streit über die sogenannte Brandmauer. "Die starren Unvereinbarkeitsbeschlüsse bringen uns nicht voran", sagte der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest der "Welt am Sonntag". Nach seinen Worten sind "das christliche Menschenbild, die soziale Marktwirtschaft, Freiheit und Verantwortung auch für Schwächere zu übernehmen" die "Leitplanken" der CDU. "Wer diesen inneren Kompass hat, orientiert sich nicht an anderen."

Bau-Präsident: Bereits "verheerende Folgen" durch Vergesellschaftungspläne der Linken

Die Pläne der Linkspartei zur Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin haben nach Angaben von Bauindustrie-Präsident Olaf Demuth "schon jetzt eine verheerende Wirkung". "Baugesellschaften, die in Berlin Darlehen aufnehmen wollen, um dort Wohnraum zu schaffen, kommen nicht mehr an frisches Geld", sagte Demuth der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). "Die Kreditgeber sind plötzlich zurückhaltender. Das merken selbst die staatlichen Akteure."

Textgröße ändern: