Pallade Veneta - Opposition im Bundestag wirft Lindner unsolide Haushaltspolitik vor

Opposition im Bundestag wirft Lindner unsolide Haushaltspolitik vor


Opposition im Bundestag wirft Lindner unsolide Haushaltspolitik vor
Opposition im Bundestag wirft Lindner unsolide Haushaltspolitik vor

Die Oppositionsfraktionen im Bundestag haben den ersten Haushaltsentwurf der Ampel-Koalition in scharfem Ton als unsolide kritisiert. Redner von CDU/CSU, AfD und Linksfraktion warfen Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) am Dienstag im Bundestagsplenum haushaltspolitische Tricksereien zur Verschleierung der hohen Neuverschuldung vor. "Mit jedem erdenklichen Trick versucht die Bundesregierung, die Schuldenbremse zu umgehen", sagte der CDU-Haushaltsexperte Christian Haase. Die Koalition dürfe "nicht immer versuchen, die Schuldenbremse mit immer neuen Sondervermögen zu umgehen".

Textgröße ändern:

Damit spielte Haase auf die Nebenhaushalte der Koalition an - den kürzlich um 60 Milliarden Euro aufgestockten Fonds für Klimainvestitionen, den es allerdings schon seit Jahren gibt, und das geplante 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr. "Vor aller Augen erleben wir gerade das Ende der Schuldenbremse", resümierte Haase. Lindners Entwurf gehe zudem von zu optimistischen Erwartungen mit Blick auf Steuereinnahmen und Arbeitsmarkt aus, kritisierte er: "Dieser Haushalt zerplatzt so schnell wie eine Seifenblase."

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warf Lindner vor, einen Haushaltsentwurf mit großen Lücken für dieses Jahr vorgelegt zu haben. Dies sei für den Bundestag "kein Haushalt zum Beraten, sondern ein Haushaltsrätsel, das es zu erraten gilt", sagte Dobrindt. Es fehle die Finanzierung in drei großen Bereichen: bei Verteidigung, bei der Senkung der Energiepreise und bei den Kosten für die Ukraine-Flüchtlinge.

Im Verteidigungsbereich unterstützte Dobrindt zwar grundsätzlich das geplante Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr. Er kritisierte aber, dass bisher unklar sei, wie die dafür nötigen Schulden zurückgezahlt würden. Klarheit in diesem Punkt sei Bedingung dafür, dass die Union den Plänen zustimme, das Sondervermögen im Grundgesetz zu verankern.

Auch bei den hohen Energiepreisen sei Lindner klare Pläne für eine Entlastung der Bürger schuldig geblieben: "Senken Sie die Steuern an der Zapfsäule", forderte Dobrindt. Er bekräftigte dabei den Unionsvorschlag, die Mehrwert- und Mineralölsteuer zu reduzieren.

Der AfD-Haushaltsexperte Kay Gottschalk warf Lindner eine "Anhäufung von Staatsschulden" vor, "die aus unserer Sicht verfassungswidrig ist". Gottschalk beschuldigte den Minister, sich von seinen früheren ordnungspolitischen Vorstellungen verabschiedet zu haben. "Ihr Bekenntnis zur Rückkehr zur schwarzen Null klingt wie Hohn", sagte er an Linder gewandt. "Eigentlich müssten Sie doch vom Verfassungsschutz beobachtet werden, was Ihre Haushaltsqualität angeht."

Auch der Linken-Haushälter Christian Görke warf Lindner unseriöse Methoden vor. "Der erste Ampelhaushalt ist an Tricksereien kaum zu überbieten", bemängelte er. Die Koalition wolle 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr "an der Schuldenbremse vorbeischleusen", sagte er - und forderte, die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ganz aufzugeben. Scharfe Kritik übte Görke auch an den Ausgabenprioritäten: "Sie geben doppelt so viel für die Verteidigung aus wie für den Klimaschutz."

Y.Destro--PV

Empfohlen

Energiekonzern BP will sein Nordseegeschäft verkaufen

Der britische Öl- und Gaskonzern BP will seine Geschäftsaktivitäten in der Nordsee verkaufen. Die Nordsee spiele nach wie vor eine zentrale Rolle im britischen Energiesystem, erklärte BP-Chefin Meg O'Neill am Freitag. Der Konzern wolle jedoch sein Kapital auf die vielversprechendsten Möglichkeiten konzentrieren und sei daher der Ansicht, "dass unser Nordseegeschäft als Teil eines anderen Unternehmens besser aufgestellt sein wird".

Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli wieder über drei Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli wieder über drei Millionen gestiegen. Dies habe vor allem jahreszeitliche Gründe, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Freitag mit. Demnach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 71.000 auf 3.007.000. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zu.

Vergütung für Azubis mit Tarifvertrag um 3,9 Prozent gestiegen

Auszubildende mit Tarifvertrag haben laut einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erneut von höheren Vergütungen profitiert. Im Ausbildungsjahr 2025/26 seien die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen, teilte das WSI am Freitag mit. Mittlerweile gebe es nur noch sehr wenige Branchen, in denen Auszubildende im ersten Jahr laut Tarifvertrag weniger als 1000 Euro im Monat erhalten.

Rhein in den Niederlanden nahe deutscher Grenze mit historisch niedrigem Pegel

Wegen ausbleibenden Niederschlags hat der Wasserpegel des Rheins an der deutsch-niederländischen Grenze den niedrigsten jemals gemessenen Pegel erreicht. Am Messpunkt Lobith westlich von Emmerich in Nordrhein-Westfalen sei "noch nie" ein tieferer Wasserstand registriert worden, erklärte das niederländische Wasser- und Infrastrukturministerium am Donnerstag.

Textgröße ändern: