Pallade Veneta - Geschworene beginnen Beratungen in Prozess gegen Kryptounternehmer Bankman-Fried

Geschworene beginnen Beratungen in Prozess gegen Kryptounternehmer Bankman-Fried


Geschworene beginnen Beratungen in Prozess gegen Kryptounternehmer Bankman-Fried
Geschworene beginnen Beratungen in Prozess gegen Kryptounternehmer Bankman-Fried / Foto: ANGELA WEISS - AFP/Archiv

Im Betrugsprozess gegen den Kryptounternehmer Sam Bankman-Fried haben die Geschworenen in New York am Donnerstag ihre Beratungen aufgenommen. Sollte die Jury aus zwölf Geschworenen den Gründer der Pleite gegangenen Kryptowährungsplattform FTX schuldig sprechen, droht dem 31-Jährigen eine jahrzehntelange Gefängnisstrafe. Der einst als Krypto-Wunderkind gefeierte Unternehmer soll in großem Umfang Kundengelder veruntreut haben.

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Die Anklage hatte am Mittwoch in ihrem Schlussplädoyer schwere Vorwürfe gegen Bankman-Fried erhoben. Der Prozess drehe sich nicht um "komplexe Themen rund um Kryptowährungen", sagte Staatsanwalt Nicolas Roos. "Es geht um Täuschung. Es geht um Lügen. Es geht um Stehlen. Es geht um Gier."

Bankman-Fried soll rund 14 Milliarden Dollar (rund 13,3 Milliarden Euro) an FTX-Kundengeldern in den ebenfalls von ihm gegründeten Krypto-Investmentfonds Alameda Research umgeleitet haben. Das Geld wurde laut Anklage teils für hochriskante Investition genutzt.

Bankman-Fried hatte in dem Anfang Oktober gestarteten Prozess vor einem Bundesgericht "Fehler" eingeräumt, aber jeden Betrug von sich gewiesen. Sein Anwalt Mark Cohen sagte am Mittwoch in seinem Schlussplädoyer, die Staatsanwaltschaft habe versucht, seinen Mandanten als "eine Art Bösewicht, eine Art Monster" darzustellen. Der junge Kryptounternehmer habe aber stets in gutem Glauben gehandelt. "In der echten Welt ist es manchmal chaotisch, Menschen machen Fehler und hoffen, sie hätten sie behoben", sagte Cohen.

Die damals weltweit zweitgrößte Kryptobörse FTX war vor einem Jahr Pleite gegangen, was ein Erdbeben in der Krypto-Welt auslöste. Bankman-Fried hatte zuvor wie kein anderer den Aufstieg von Kryptowährungen hin zu einer vermeintlich seriösen Investition verkörpert.

Das Geschäftskonstrukt brach jedoch zusammen, als bekannt wurde, dass FTX Kundengelder teilweise nutzte, um Alameda Research zu stützen. Inmitten einer grundsätzlichen Krise von Digitalwährungen zogen Anleger in Panik ihre Fonds ab, was zur Pleite von FTX führte. Am Ende fehlten rund 8,7 Milliarden Dollar.

Bankman-Fried soll das Geld bei hochriskanten Investitionen verloren, für politische Spenden genutzt und für Luxusimmobilien auf den Bahamas verwendet haben. Er wurde nach der Pleite von FTX auf den Bahamas festgenommen, wo das Unternehmen seinen Sitz hatte, und an die USA ausgeliefert.

In dem Prozess in New York argumentierte die Verteidigung, Bankman-Fried sei schlichtweg überfordert gewesen und habe zu spät mitbekommen, in welchen Schwierigkeiten Alameda stecke. Außerdem seien seine Anweisungen bei dem von seiner damaligen Freundin Caroline Ellison geleiteten Investmentfonds ignoriert worden.

Ellison - inzwischen eine Kronzeugin der Staatsanwaltschaft - erhob dagegen vor Gericht scharfe Vorwürfe gegen Bankman-Fried. Sie gab an, der 31-Jährige habe sie angewiesen, "diese Verbrechen zu begehen".

Staatsanwalt Roos sagte in seinem Schlussplädoyer, Bankman-Fried habe zahlreiche Warnungen über die Probleme bei Alameda erhalten. "Jedes Mal hat er sich entschieden, weiterzumachen und das Loch noch tiefer zu graben." In dem Prozess war unter anderem herausgekommen, dass Alameda sich durch eine "Hintertür" in der Software bis zu 65 Milliarden Dollar von FTX ausleihen konnte.

U.Paccione--PV

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