Pallade Veneta - DGB: Flächendeckende Tarifbindung würde Staat und Bürgern Milliarden bringen

DGB: Flächendeckende Tarifbindung würde Staat und Bürgern Milliarden bringen


DGB: Flächendeckende Tarifbindung würde Staat und Bürgern Milliarden bringen
DGB: Flächendeckende Tarifbindung würde Staat und Bürgern Milliarden bringen / Foto: Carsten Koall - AFP/Archiv

Würden alle Beschäftigten in Deutschland nach Tarif bezahlt, würde dies ihnen sowie den öffentlichen Kassen nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Mehreinnahmen in Milliardenhöhe bescheren. Laut der am Montag vorgestellten "Tarifflucht-Bilanz" hätten die Beschäftigten bei einer flächendeckenden Tarifbindung rund 60 Milliarden Euro im Jahr mehr zur Verfügung. 43 Milliarden Euro mehr würden in die Sozialversicherung fließen, dazu kämen 27 Milliarden Euro an Mehreinnahmen über die Einkommenssteuer.

Textgröße ändern:

Besonders groß wäre der Gewinn durch mehr Tarifverträge für ostdeutsche Beschäftigte: Die Lohnlücke zu den tariflich bezahlten Angestellten beträgt den DGB-Berechnungen zufolge in den ostdeutschen Bundesländern inklusive Berlin 3915 Euro. Im Westen sind es 2819 Euro. Deutschlandweit und über alle Branchen hinweg haben Beschäftigte ohne Tarifvertrag 3022 Euro im Jahr weniger im Portemonnaie.

Der Gewerkschaftsbund stützt sich auf die Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2022. Die Daten zeigen die Anzahl der nach Tarif bezahlten und nicht nach Tarif bezahlten Voll- und Teilzeitbeschäftigten und deren Verdienste pro Bundesland.

Die Gewerkschafter sehen einen Trend hin zu weniger Tarifbindung. "Aktuell profitieren nur noch rund die Hälfte aller Beschäftigten hierzulande von tarifvertraglichen Regelungen und ihrem Schutz", erklärte die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi. "Wir fordern die Arbeitgeber auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung wieder gerecht zu werden."

Sie forderte außerdem gesetzliche Regelungen, um die Tarifbindung zu erhöhen. So sollten öffentliche Aufträge und Fördergelder generell nur an Unternehmen mit Tarifverträgen vergeben werden.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Bill Gates warnt vor Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einer Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen im kommenden Jahr gewarnt. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz bestehe in den kommenden Jahren eher nicht, sagte Gates am Sonntag dem US-Sender ABC News. Viel größer sei die Gefahr, dass "schlechte Menschen" KI-Systeme ohne Schutzvorkehrungen für Cyberangriffe oder Bioterrorismus nutzten.

Angriffe auf Flughafen: Reiche muss Rückflug von Konferenz in Riad umplanen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nimmt inmitten der anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Flughäfen in Saudi-Arabien an einer Energiekonferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil - und muss nun ihre Rückreise umplanen. Aufgrund der Sperrung des internationalen Flughafens in Riad könne "die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntagabend.

Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Huthis drohen nach tödlichem Angriff auf Flughafen in Riad mit weiteren Attacken

Nach einem Angriff mit zwölf Todesopfern und hunderten Verletzten in Riad hat die pro-iranische Huthi-Miliz mit weiteren Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien gedroht. Reisende, Beschäftigte und Luftfahrtunternehmen sollten diese nicht nutzen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die EU, die UNO und die Bundesregierung verurteilten den Angriff vom Samstag. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Textgröße ändern: