Pallade Veneta - EU-Kommission: Wirtschaftslage im Euroraum trübt sich ein

EU-Kommission: Wirtschaftslage im Euroraum trübt sich ein


EU-Kommission: Wirtschaftslage im Euroraum trübt sich ein
EU-Kommission: Wirtschaftslage im Euroraum trübt sich ein / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Die Wirtschaftslage im Euroraum hat sich nach Einschätzung der EU-Kommission eingetrübt. Nach der am Mittwoch in Brüssel vorgestellten Herbst-Wirtschaftsprognose rechnet die Kommission in diesem Jahr nur noch mit 0,6 Prozent Wachstum in den 20 Euro-Ländern. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als vor zwei Monaten vorhergesagt. Deutschland dürfte demnach weiter im Minus bleiben, aber nur noch mit 0,3 Prozent. Das wäre eine Verbesserung um 0,1 Punkte.

Textgröße ändern:

Den Brüsseler Angaben zufolge fordern die immer noch hohe Inflation und die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) "einen höheren Tribut als zuvor erwartet". Die geopolitischen Spannungen vergrößerten die Unsicherheit, hieß es mit Verweis auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten.

In Deutschland rechnet EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni im kommenden Jahr mit einem "moderaten Wachstum", wie er in Brüssel sagte. Allerdings korrigierte die Kommission ihre Prognose deutlich nach unten: 2024 rechnet sie in der Bundesrepublik nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent, 0,3 Punkte weniger als noch im September.

Noch im September hatte Gentiloni betont, er sehe Deutschland ungeachtet der Rezession in diesem Jahr nicht als "kranken Mann Europas". Die deutsche Wirtschaft sei stark und werde sich wieder erholen, betonte er damals. Sie habe aber besonders stark unter der Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gelitten und der Exportschwäche.

Die Kommission ist mit ihrer neuen Prognose etwas optimistischer als die Wirtschaftsweisen in Deutschland, die für dieses Jahr weiter einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent erwarten und für das kommende Jahr ein Wachstum um 0,7 Prozent.

In der Eurozone rechnet die Kommission im kommenden Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent, in den 27 EU-Ländern soll das BIP um 1,3 Prozent zulegen. In beiden Fällen sind dies 0,1 Punkte weniger als bisher prognostiziert.

Schlechte Nachrichten hat die EU-Kommission für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie rechnet 2024 mit einer Inflationsrate von durchschnittlich 3,2 Prozent im Euroraum, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als zuletzt angenommen. Die EZB-Zielmarke von höchstens 2,0 Prozent Teuerung würde damit erneut deutlich verfehlt.

Der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) nannte viele der Probleme hausgemacht. "In der europäischen Wirtschaftspolitik braucht es eine 180-Grad-Wende", erklärte er in Brüssel. Das von der EU-Kommission angekündigte Paket zum Bürokratieabbau könne nur der erste Schritt sein. Europa brauche eine Politik für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Trotz Trumps verkündeter Energie-Waffenruhe: Selenskyj spricht von neuen russischen Angriffen auf Energieanlagen

Trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau hat Russland nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj Energieanlagen in der Ukraine angegriffen. Betroffen seien ein Kraftwerk in Kiew und Energieanlagen im Nordosten der Ukraine, erklärte Selenskyj am Sonntagabend. Trump hatte zuvor einen Diesel-Deal mit Russland verkündet, der sowohl in den USA als auch bei Ukraine-Verbündeten auf scharfe Kritik stieß.

Bill Gates warnt vor Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einer Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen im kommenden Jahr gewarnt. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz bestehe in den kommenden Jahren eher nicht, sagte Gates am Sonntag dem US-Sender ABC News. Viel größer sei die Gefahr, dass "schlechte Menschen" KI-Systeme ohne Schutzvorkehrungen für Cyberangriffe oder Bioterrorismus nutzten.

Angriffe auf Flughafen: Reiche muss Rückflug von Konferenz in Riad umplanen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nimmt inmitten der anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Flughäfen in Saudi-Arabien an einer Energiekonferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil - und muss nun ihre Rückreise umplanen. Aufgrund der Sperrung des internationalen Flughafens in Riad könne "die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntagabend.

Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Textgröße ändern: