Pallade Veneta - Zugang zu Kitaplätzen: Kinder aus armutsgefährdeten Familien im Nachteil

Zugang zu Kitaplätzen: Kinder aus armutsgefährdeten Familien im Nachteil


Zugang zu Kitaplätzen: Kinder aus armutsgefährdeten Familien im Nachteil
Zugang zu Kitaplätzen: Kinder aus armutsgefährdeten Familien im Nachteil / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

In Deutschland gibt es nach wie vor große Ungleichheiten beim Zugang zu Kitaplätzen. Kinder aus armutsgefährdeten Familien, Nicht-Akademiker-Haushalten und Familien mit Migrationshintergrund besuchen deutlich seltener eine Betreuungseinrichtung, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt. Die Unterschiede sind bei Kindern im Alter von zwei und drei Jahren am größten, zeigen sich aber teilweise bis zum Schuleintritt.

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Insgesamt nutzen fünf von zehn Kindern im Alter zwischen einem und unter drei Jahren einen Kitaplatz. In armutsgefährdeten Familien sind es mit 26 Prozent nur halb so viele, wie die von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin vorgestellte Studie zeigt. In Familien, die überwiegend kein Deutsch sprechen, haben nur drei von zehn Kindern einen Kitaplatz, in Familien ohne akademischen Hintergrund vier von zehn Kindern.

Diese Lücken sind der Studie zufolge kaum auf einen geringeren Bedarf zurückzuführen. Vielmehr werde der Bedarf dieser Familien, deren Kinder besonders von einem Kitabesuch profitieren könnten, seltener gedeckt. Dadurch verringerten sich die Bildungschancen dieser Kinder.

61 Prozent der Familien mit ungedecktem Bedarf geben demnach an, dass sie eine Kita bei einem Platzangebot auch nutzen würden. Mit 54 Prozent hätte mehr als die Hälfte einen Platz genommen, wenn er kostenlos gewesen wäre. Zudem geben 45 Prozent der Familien mit ungedecktem Betreuungsbedarf an, dass die Betreuungszeiten passender sein müssten.

Für 43 Prozent müsste die Kita näher liegen. 35 Prozent geben an, dass die Kitagruppen kleiner sein müssten, für 17 Prozent wären mehrsprachige Erzieherinnen eine Voraussetzung. Die Studie zeigt aber auch, dass Familien zum Teil den Nutzen eines Kitaplatzes weniger sehen oder Informationen fehlen.

Ohne Kitaplatz arbeiten die Mütter oft auch nicht. Würden alle Betreuungswünsche erfüllt, könnte die Erwerbsquote von Müttern mit ein- bis unter dreijährigen Kindern den Berechnungen zufolge von 61 auf bis zu 72 Prozent steigen. Bei Müttern aus Familien, die armutsgefährdet sind oder in denen zu Hause kein Deutsch gesprochen wird, würde der Anstieg der Erwerbsquote noch höher ausfallen.

F.Amato--PV

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