Pallade Veneta - Aufträge im Baugewerbe wieder rückläufig - Baubranche: Wohnungsbau ist "fast tot"

Aufträge im Baugewerbe wieder rückläufig - Baubranche: Wohnungsbau ist "fast tot"


Aufträge im Baugewerbe wieder rückläufig - Baubranche: Wohnungsbau ist "fast tot"
Aufträge im Baugewerbe wieder rückläufig - Baubranche: Wohnungsbau ist "fast tot" / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist nach zwei Anstiegen in Folge im September wieder deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte, lag das reale Minus verglichen mit dem Vormonat bei 7,3 Prozent. Die Baubranche schlug erneut Alarm beim Wohnungsbau - dieser sei "fast tot". Sie warnte vor einem Personalabbau.

Textgröße ändern:

Die Entwicklung war zuletzt zweigeteilt: Während die Firmen im Hochbau im September 7,9 Prozent mehr Aufträge bekamen als im August, fielen die Order im Tiefbau um deutliche 18,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das hat aber auch damit zu tun, dass im August der Auftragseingang im Tiefbau wegen mehrerer Großaufträge besonders hoch ausgefallen war.

Verglichen mit September 2022 stieg der reale Auftragseingang insgesamt um 13,2 Prozent - im Hochbau waren es 12,6 Prozent und im Tiefbau 13,8 Prozent. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) verwies in diesem Zusammenhang auf "einige Großprojekte" im gewerblichen und öffentlichen Hochbau wie auch im gewerblichen Tiefbau.

Demgegenüber stand aber ein deutliches Minus beim Wohnungsbau, der ebenfalls dem Hochbau zugeordnet wird: Im Jahresvergleich meldeten die Bauunternehmen für September ein reales Minus bei den Auftragseingängen von 15 Prozent, wie der ZDB und die deutsche Bauindustrie hervorhoben.

"Neben sozialen Verwerfungen wird der Konjunktureinbruch zwangsläufig dazu führen, dass die Wohnungsbauunternehmen Personal abbauen, wichtige Kapazitäten gehen so über Jahre verloren", warnte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. Er verwies auf eine aktuelle DIHK-Umfrage, in der bereits jedes dritte Hochbauunternehmen angegeben habe, in den kommenden zwölf Monaten Beschäftigung abbauen zu wollen.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, zeigte sich ebenfalls alarmiert und erklärte, der Wohnungsbau brauche kurzfristige Hilfe, "sonst wird der Einbruch noch dramatischer". Mit Verweis auf die Haushaltskrise forderte er von der Bundesregierung, die für 2024 geplanten Investitionsbudgets für den Bau aufrecht zu halten. "Der Wohnungsbau braucht dringend und schnell einen Impuls und keine weitere Verunsicherung."

Das Statistikamt gab auch Zahlen für die ersten drei Quartale bekannt. Demnach ergibt sich bei den Auftragseingängen ein reales Minus von 5,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das lag vor allem an den sehr niedrigen Eingängen zu Beginn des Jahres. Die zuletzt eingegangenen Aufträge für Großprojekte hätten die Rückgänge im ersten Halbjahr "nicht ausgleichen können", kommentierte die Bauindustrie die Lage.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Nur noch 350.000 im Jahr: EU halbiert Hybridauto-Importe aus China

Die EU will ihre Autobauer unterstützen und halbiert deshalb die Importe an Plugin-Hybriden der Konkurrenz aus China. Künftig sollen pro Jahr nur noch 350.000 Hybridautos aus China in die EU verkauft werden dürfen, wie ein EU-Beamter am Montag in Brüssel mitteilte. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte er. Die EU und China hatten sich in der vergangenen Woche auf eine Begrenzung geeinigt.

EU begrenzt chinesische Hybridauto-Importe auf 350.000 pro Jahr

Die EU begrenzt die Importe chinesischer Hybridautos auf 350.000 Fahrzeuge im Jahr. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte ein EU-Beamter am Montag in Brüssel. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte sich in der vergangenen Woche in Peking mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao auf eine Begrenzung geeinigt.

Alexander Schweitzer soll neuer Arbeitsminister werden

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas (SPD) als Arbeitsministerin soll der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ihr Nachfolger im Kabinett werden. Das wurde der Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Parteikreisen bestätigt. Bas hatte zuvor ihren Rücktritt vom Ko-Parteivorsitz und von ihrem Ministeramt erklärt.

Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück

Als Konsequenz aus "öffentlichen Angriffen" und nach dem Tod ihrer Stieftochter tritt Bärbel Bas als SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin zurück. Sie habe ihren Ko-Parteivorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil darüber informiert, dass sie ihr Amt als Parteivorsitzende "mit dem heutigen Tag" niederlege, erklärte Bas am Montag in Berlin. Gleichzeitig habe sie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gebeten, sie aus dem Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen. In einer persönlichen Erklärung prangerte sie "öffentliche Angriffe" auch von Seiten der Union an.

Textgröße ändern: