Pallade Veneta - Norwegens Öl- und Gas-Pläne wegen Greenpeace-Klage vor Gericht

Norwegens Öl- und Gas-Pläne wegen Greenpeace-Klage vor Gericht


Norwegens Öl- und Gas-Pläne wegen Greenpeace-Klage vor Gericht
Norwegens Öl- und Gas-Pläne wegen Greenpeace-Klage vor Gericht / Foto: Carina Johansen - NTB Scanpix/AFP/Archiv

Ein norwegisches Gericht beschäftigt sich seit Dienstag mit den Plänen des Landes zur Erschließung weiterer Öl- und Gasfelder. Greenpeace und Natur og Ungdom, der norwegische Ableger der Organisation Friends of the Earth, werfen der Regierung in Oslo vor, mit ihrer Genehmigung für drei neue Offshore-Felder "Öl ins Feuer zu gießen". Die Aktivisten verweisen auf die norwegische Verfassung und die UN-Kinderrechtskonvention.

Textgröße ändern:

"Norwegen sollte das Öl dort lassen, wo es ist, aber stattdessen überlässt der Staat künftigen Generationen die Aufgabe, die Emissionen noch weiter zu reduzieren", sagte die Leiterin von Natur og Ungdom, Gina Gylver, der Nachrichtenagentur AFP. "Im Interesse der Kinder ist es offensichtlich, dass die Erwachsenen ihnen keine extremen Wetterereignisse, Gesundheitsprobleme, Nahrungsmittelknappheit und Flüchtlingskrisen aufbürden, indem sie mehr Öl pumpen, als das Klima vertragen kann."

Norwegens Regierung sieht sich im Recht und verweist insbesondere auf die gestiegene Bedeutung des Landes als Energielieferant für Europa infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Vor diesem Hintergrund "ist es meiner Meinung nach eine gute Idee, noch ein paar Jahre lang" Öl- und Gasfelder vor den norwegischen Küsten zu untersuchen und zu erschließen, sagte Klima- und Umweltminister Andreas Bjelland Eriksen zu AFP.

Frode Pleym von Greenpeace bezeichnete die Regierung deswegen als "Klima-Heuchler". "Wir hoffen, dass der Prozess internationalen Druck auf Norwegen ausüben wird, sich auf der Weltklimakonferenz in Dubai zu einem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu verpflichten", sagte er zu AFP.

Die Frage, ob die Klimaklage so kurz vor der Weltklimakonferenz für Norwegen peinlich sei, verneinte Minister Bejlland Eriksen. "Das ist Teil des Spiels, wenn man ein rechtsstaatliches und demokratisches Land ist."

2020 waren Greenpeace und Natur og Ungdom bereits mit einer Klage gegen die zehn Förderlizenzen in arktischen Gewässern vor Gericht gescheitert. Das Verfahren war damals bis ans Oberste Gericht des Landes gegangen. Das aktuelle Verfahren vor dem Osloer Bezirksgericht wird voraussichtlich bis zum 6. Dezember andauern.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Macron stellt deutsch-französischen Auto-Kompromiss in Aussicht

Präsident Emmanuel Macron hat eine "unmittelbar bevorstehende Einigung" zwischen Frankreich und Deutschland zum Schutz der europäischen Autoindustrie gegen die asiatische Konkurrenz angekündigt. "Wir sind gerade dabei, eine Vereinbarung mit unseren deutschen Partnern abzuschließen, damit Europa vorankommen kann, um unsere Industrie besser zu schützen", sagte Macron am Montag zum Auftakt der 91. Pariser Automesse.

Nur noch 350.000 im Jahr: EU halbiert Hybridauto-Importe aus China

Die EU will ihre Autobauer unterstützen und halbiert deshalb die Importe an Plugin-Hybriden der Konkurrenz aus China. Künftig sollen pro Jahr nur noch 350.000 Hybridautos aus China in die EU verkauft werden dürfen, wie ein EU-Beamter am Montag in Brüssel mitteilte. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte er. Die EU und China hatten sich in der vergangenen Woche auf eine Begrenzung geeinigt.

EU begrenzt chinesische Hybridauto-Importe auf 350.000 pro Jahr

Die EU begrenzt die Importe chinesischer Hybridautos auf 350.000 Fahrzeuge im Jahr. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte ein EU-Beamter am Montag in Brüssel. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte sich in der vergangenen Woche in Peking mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao auf eine Begrenzung geeinigt.

Alexander Schweitzer soll neuer Arbeitsminister werden

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas (SPD) als Arbeitsministerin soll der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ihr Nachfolger im Kabinett werden. Das wurde der Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Parteikreisen bestätigt. Bas hatte zuvor ihren Rücktritt vom Ko-Parteivorsitz und von ihrem Ministeramt erklärt.

Textgröße ändern: