Pallade Veneta - Inflation geht weiter zurück - Reallöhne steigen im dritten Quartal

Inflation geht weiter zurück - Reallöhne steigen im dritten Quartal


Inflation geht weiter zurück - Reallöhne steigen im dritten Quartal
Inflation geht weiter zurück - Reallöhne steigen im dritten Quartal / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Die Inflationsrate in Deutschland ist im November weiter zurückgegangen. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich voraussichtlich um 3,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Zugleich stiegen die Löhne im dritten Quartal dieses Jahres erneut stärker an als die Verbraucherpreise.

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Im Oktober hatte die Inflationsrate bei 3,8 Prozent gelegen, noch im September waren die Verbraucherpreise um 4,5 Prozent gestiegen. Besonders die Energiepreise wirkten sich den Statistikern zufolge nun weiter dämpfend auf die Inflationsrate aus. Sie gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent zurück. Hier kam ein Basiseffekt infolge des sehr hohen Energiepreisniveaus im Vorjahr zum Tragen.

Zudem seien die Preise für Lebensmittel im November nicht mehr so stark gestiegen wie noch in den Vormonaten. Die Teuerung dort lag bei 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Oktober waren die Lebensmittelpreise um 6,1 Prozent gestiegen, im September um 7,5 Prozent und im August noch um 9,0 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die Löhne zwischen Juli und September im Schnitt stärker an als die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum, was in einem Reallohnplus von 0,6 Prozent resultierte. Verglichen mit dem Vorjahresquartal nahmen die Nominallöhne um 6,3 Prozent zu, während die Verbraucherpreise in dem Zeitraum um 5,7 Prozent stiegen, wie das Statistikamt mitteilte.

Dieser Trend werde sich in den nächsten Monaten fortsetzen, erklärte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. "Grundsätzlich dürften die steigenden Reallöhne in den kommenden Monaten den privaten Konsum in Deutschland und damit die Konjunktur stützen."

Der ING-Experte Carsten Brzeski erwartet, dass sich die Inflation in den kommenden Monaten weiter abschwächen werde: "Der bisherige Rückgang der Inflation war in erster Linie auf Basiseffekte zurückzuführen". Die nächste Phase werde durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) vorangetrieben.

"Die schwächere Nachfrage infolge höherer Zinsen sollten zu einem tatsächlichen Preisrückgang führen", führte Brzeski aus. Unwägbarkeiten seien allerdings möglicherweise erneut steigende Energiepreise und die Probleme im Haushalt, nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds (KTF).

Mittelfristig geht auch Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, von einer sich weiter abschwächenden Inflation aus. "Um den Jahreswechsel herum dürfte sich der Verbraucherpreisanstieg zunächst aber wieder beschleunigen", erklärte sie. Im Dezember 2022 hatte die Bundesregierung die Haushalte durch eine Soforthilfe bei Gas- und Fernwärme entlastet, was zu einem Basiseffekt in diesem Jahr führen dürfte. Hinzu komme die Anhebung der Lkw-Maut ab Dezember und das Ende der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie im Januar.

In die gleiche Kerbe schlug Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. Der Wert für November schiele zwar "in Richtung Normalität", im kommenden Monat sei aber wieder mit einer höheren Rate zu rechnen, die die Inflation kurzfristig in die Nähe von vier Prozent manövrieren könnte.

A.Tucciarone--PV

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