Pallade Veneta - Venezuela stimmt in umstrittenem Referendum über Grenze zu Guyana ab

Venezuela stimmt in umstrittenem Referendum über Grenze zu Guyana ab


Venezuela stimmt in umstrittenem Referendum über Grenze zu Guyana ab
Venezuela stimmt in umstrittenem Referendum über Grenze zu Guyana ab / Foto: Federico PARRA - AFP

In Venezuela hat am Sonntag ein international umstrittenes Referendum über die Grenzziehung zu Guyana stattgefunden. "Wir stimmen dafür, dass Venezuela respektiert wird", sagte Präsident Nicolás Maduro nach seiner Stimmabgabe in einer Militärbasis. 21 Millionen Wahlberechtigte waren zu der Volksabstimmung aufgerufen. Mit ihr will Maduro den venezolanischen Anspruch auf die an Erdöl und anderen Ressourcen reiche Region Essequibo unterstreichen, die dem Nachbarland untersteht.

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Der brasilianische Präsident Luis Inácio Lula da Silva rief Venezuela und Guyana zu einer Verständigung auf. "Ich hoffe, dass sich auf der Seite Venezuelas und Guyanas der gesunde Menschenverstand durchsetzt", sagte er am Rande der UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai.

Die Abstimmungslokale in Venezuela öffneten um 06.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MEZ) und sollten bis 18.00 Uhr offen bleiben. Das Ergebnis wurde erst für die frühen Montagmorgenstunden (Ortszeit) erwartet.

"Essequibo gehört uns": Plakate mit diesem Slogan klebten in den Straßen der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Sie waren Teil einer Kampagne Maduros, der sich im kommenden Jahr um die Wiederwahl ins Präsidentenamt bewirbt.

Venezuela reklamiert die Region Essequibo seit mehr als einem Jahrhundert für sich. Guyana prangert das Referendum als "existenzielle" Bedrohung an. Essequibo macht mehr als zwei Drittel der Landesfläche der früheren britischen Kolonie aus.

Die venezolanische Regierung ist der Ansicht, dass der östlich der Region liegende, gleichnamige Fluss Essequibo die natürliche Grenze zwischen den beiden Ländern darstellt - wie im Jahr 1777 unter spanischer Kolonialherrschaft festgelegt. Später sei unter den britischen Kolonialherren venezolanisches Gebiet falsch zugeordnet worden.

Guyana bezieht sich hingegen auf die unter den britischen Kolonialherren gezogene Grenze. Das Land verweist auf die Entscheidung eines Schiedsgerichts in Paris, das die Grenze im Jahr 1899 bestätigt hatte.

Guyana rief den IGH in Den Haag an, um das Referendum zu unterbinden - erfolglos. Das oberste UN-Gericht hatte am Freitag nur an Venezuela appelliert, nichts zu unternehmen, was die Beziehung zu Guyana gefährde.

Wie auch immer das Referendum ausgehen sollte - unmittelbar wird sich in Essequibo nichts verändern. Das Referendum ist nicht bindend, außerdem wählt die Bevölkerung in Essequibo nicht mit. Maduros Regierung hat zudem erklärt, sie versuche mit der Abstimmung keine Rechtfertigung zu erlangen, das Gebiet zu annektieren oder dort einzumarschieren.

Doch die Spannungen stiegen an. Die Begehrlichkeiten nahmen vor allem zu, nachdem der Ölkonzern ExxonMobil 2015 in dem Gebiet ein Ölvorkommen entdeckt hatte. Im Oktober dieses Jahres wurde in der Region ein weiterer bedeutender Ölfund gemacht, der die Reserven Guyanas auf mindestens zehn Milliarden Barrel - und damit auf mehr als die des ölreichen Kuwait oder der Vereinigten Arabischen Emirate - vergrößert.

Brasilien verstärkte aus Sorge wegen des "Klimas der Spannung" seine Truppen nahe der Grenze zu Venezuela. Der größte Staat Südamerikas grenzt sowohl an Venezuela als auch an Guyana.

J.Lubrano--PV

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