Pallade Veneta - Schwache Konjunktur: Zahl der Firmeninsolvenzen 2023 deutlich gestiegen

Schwache Konjunktur: Zahl der Firmeninsolvenzen 2023 deutlich gestiegen


Schwache Konjunktur: Zahl der Firmeninsolvenzen 2023 deutlich gestiegen
Schwache Konjunktur: Zahl der Firmeninsolvenzen 2023 deutlich gestiegen / Foto: MIGUEL MEDINA - AFP/Archiv

Die hohen Energiepreise und die Zinswende stellen die deutschen Unternehmen und ihre Zahlungsfähigkeit unter Dauerbelastung: Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in diesem Jahr deutlich um 23,5 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Wie die Auskunftei Creditreform am Montag in Neuss mitteilte, wurden in diesem Jahr 18.100 Unternehmensinsolvenzen registriert, im vergangenen Jahr waren es 14.660.

Textgröße ändern:

Damit bestätigt und beschleunigt sich ein Trend, der im vergangenen Jahr begonnen hatte. Nach elf Jahren rückläufiger Firmeninsolvenzen waren sie 2022 wieder um 3,8 Prozent gestiegen. "Die Zahl der Insolvenzen wird bei diesen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch in den kommenden Monaten deutlich ansteigen", erklärte dazu Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

Besonders hart traf es in diesem Jahr mittlere und große Firmen, darunter namhafte wie Peek & Cloppenburg Düsseldorf und der Real GmbH. Bei Großfirmen mit über 250 Beschäftigten gab es ein Plus von 50 Prozent verglichen mit 2022, bei mittleren Firmen (51 bis 250 Beschäftigte) stiegen die Zahlen um rund 76 Prozent. Besonders betroffen war der Bausektor.

Es traf zudem deutlich mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Rund 205.000 Jobs fielen weg oder waren bedroht, im vergangenen Jahr waren es 175.000. Die Gläubigerschäden stiegen auf rund 34 Milliarden Euro, nach 32,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Wie Creditreform weiter mitteilte, spiegeln die Zahlen mittlerweile auch die "dicht aufeinanderfolgenden Krisen der vergangenen Jahre" wider. Das beschleunigte Insolvenzgeschehen dürfte dabei auch auf Nachholeffekte zurückzuführen sein: Viele Firmen, die jetzt nicht mehr könnten, hätten "jahrelang gegen multiple Krisen wie Corona, Inflation und Fachkräftemangel angekämpft". Die Pleiten dürften demnach angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten weiter steigen.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen blieb hingegen wegen der guten Arbeitsmarktlage stabil. Insgesamt wurden laut Creditreform 66.200 Verbraucherinsolvenzverfahren registriert, nach 65.930 Fällen im vergangenen Jahr. Die Zahlen bei den privaten Verbraucherinnen und Verbrauchern hätten wegen der stabilen Lage am Arbeitsmarkt "bislang kaum auf die Krise reagiert", erklärte Hantzsch.

C.Conti--PV

Empfohlen

Wirtschaftspolitik in Krisenzeiten: Nobelpreis geht an US-Ökonomen Woodford und Hall

Für die Entwicklung neuer Modelle zum Umgang mit Rezessionen und anderen Krisen werden die beiden US-Forscher Michael Woodford und Robert Hall mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Sie hätten neue makroökonomische Modelle zur Umsetzung wirksamer Stabilisierungsmaßnahmen entwickelt, teilte die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montag mit. Auf Grundlage dieser Modelle "können rechtzeitig ergriffene finanz- und geldpolitische Maßnahmen die Schwankungen der Konjunktur abfedern".

Macron stellt deutsch-französischen Auto-Kompromiss in Aussicht

Präsident Emmanuel Macron hat eine "unmittelbar bevorstehende Einigung" zwischen Frankreich und Deutschland zum Schutz der europäischen Autoindustrie gegen die asiatische Konkurrenz angekündigt. "Wir sind gerade dabei, eine Vereinbarung mit unseren deutschen Partnern abzuschließen, damit Europa vorankommen kann, um unsere Industrie besser zu schützen", sagte Macron am Montag zum Auftakt der 91. Pariser Automesse.

Nur noch 350.000 im Jahr: EU halbiert Hybridauto-Importe aus China

Die EU will ihre Autobauer unterstützen und halbiert deshalb die Importe an Plugin-Hybriden der Konkurrenz aus China. Künftig sollen pro Jahr nur noch 350.000 Hybridautos aus China in die EU verkauft werden dürfen, wie ein EU-Beamter am Montag in Brüssel mitteilte. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte er. Die EU und China hatten sich in der vergangenen Woche auf eine Begrenzung geeinigt.

EU begrenzt chinesische Hybridauto-Importe auf 350.000 pro Jahr

Die EU begrenzt die Importe chinesischer Hybridautos auf 350.000 Fahrzeuge im Jahr. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte ein EU-Beamter am Montag in Brüssel. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte sich in der vergangenen Woche in Peking mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao auf eine Begrenzung geeinigt.

Textgröße ändern: