Pallade Veneta - GDL ruft zu eintägigem Streik auf - Bahn begrüßt Weihnachtsfrieden bis Januar

GDL ruft zu eintägigem Streik auf - Bahn begrüßt Weihnachtsfrieden bis Januar


GDL ruft zu eintägigem Streik auf - Bahn begrüßt Weihnachtsfrieden bis Januar
GDL ruft zu eintägigem Streik auf - Bahn begrüßt Weihnachtsfrieden bis Januar / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Bahnreisende müssen sich erneut kurzfristig wegen eines Warnstreiks der Lokomotivführer auf bundesweite Zugausfälle einstellen - nach Aussage der Gewerkschaft GDL ist es aber der letzte Arbeitskampf in diesem Jahr. Zum Streik aufgerufen sind die GDL-Mitglieder 24 Stunden lang ab Donnerstagabend 22.00 Uhr. Die Bahn begrüßte zwar den von der GDL ausgerufenen "Weihnachtsfrieden" bis Januar, kritisierte jedoch die neue Streikankündigung scharf.

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Im Güterverkehr sollte der Ausstand bereits am Donnerstag um 18.00 Uhr beginnen. Laut GDL werden neben der Bahn auch die Unternehmen Transdev, AKN Eisenbahn, City-Bahn Chemnitz und acht Personaldienstleister bestreikt. Die Gewerkschaft begründet ihren erneuten Warnstreik damit, dass die Arbeitgeberseite "mauert" und sich weigere, über die Kernforderung einer Arbeitszeitabsenkung im Schichtdienst auf 35 Stunden pro Woche zu verhandeln.

"Damit ignorieren die Unternehmen nicht nur die berechtigten Bedürfnisse der eigenen Beschäftigten", erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. "Sie torpedieren zudem die dringend nötigen Maßnahmen zu einer erfolgreichen Personalgewinnung." Die Arbeitgeber seien nicht bereit, den Beschäftigten "die ihnen zustehende Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit zukommen zu lassen".

Laut Weselsky ist der nun ausgerufene Streik der letzte seiner Gewerkschaft in diesem Jahr. "Wir werden diese Streikaktion am Donnerstag und Freitag durchführen und es ist für dieses Jahr die letzte", sagte Weselsky dem Sender MDR. Bis zum 7. Januar werde es keinen weiteren Arbeitskampf geben.

Die Deutsche Bahn begrüßte dies grundsätzlich. Die Gewerkschaft habe mit diesem "Weihnachtsfrieden" den "Weg der Besinnung eingeschlagen", sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler am Donnerstag. Das sei eine gute Nachricht für die Fahrgäste. "Und besser spät als nie", fügte Seiler hinzu. "Genau das haben wir bereits seit September vorgeschlagen."

Die eigentliche Streikankündigung kritisierte die Bahn aber scharf. "Ein Streik so kurz nach dem Wintereinbruch und so kurz vor dem Fahrplanwechsel ist verantwortungslos und egoistisch", erklärte Seiler. Die GDL vermiese Millionen Menschen das zweite Adventswochenende und streike "für unerfüllbare Forderungen" statt zu verhandeln. Der Konzern selbst sei "zu jeder Zeit und an jedem Ort verhandlungsbereit".

Die Bahn rief ihre Fahrgäste auf, für Freitag geplante Reisen wenn möglich zu verschieben. Sie kündigte einen Notfahrplan an, dieser werde aber nur ein "sehr begrenztes Zugangebot" im Fern- und Nahverkehr sichern. Bundesweit werde es zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Für am Freitag gültige Tickets wurde die Zugbindung aufgehoben, um Verschiebungen zu erlauben, auch eine Vorverlegung der Reise auf Donnerstag sei möglich.

Kritik an dem Arbeitskampf kam auch von den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Das Vorgehen der GDL sei "schwer erträglich" und es sei unverständlich, weshalb die Gewerkschaft nach zwei Runden nicht mehr verhandeln wolle, erklärte Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp. Die GDL ziehe ohne Not hunderttausende Pendlerinnen, Pendler und Reisende in Mitleidenschaft. Für die Firmen in der Hauptstadtregion entstehe ein Schaden in Millionenhöhe.

Die Tarifrunde zwischen Bahn und GDL hatte offiziell Anfang November begonnen. Knackpunkt bleibt die 35-Stunden-Woche - derzeit sind es 38 Stunden. Die Bahn lehnt Verhandlungen darüber ab und hält die Forderung angesichts des Fachkräftemangels für nicht umsetzbar. Derzeit läuft deshalb eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über häufigere und längere Streiks. Das Ergebnis soll am 19. Dezember verkündet werden.

O.Merendino--PV

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