Pallade Veneta - Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall

Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall


Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall
Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall / Foto: JOHN MACDOUGALL - AFP

Das schwedische Energieunternehmen Vattenfall verkauft sein Fernwärmenetz an das Land Berlin. "Die heutige Unterzeichnung ist historisch und in ihrer Bedeutung für die Zukunft Berlins kaum zu überschätzen", erklärte der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner (CDU), am Dienstag. Als Kaufpreis stehen 1,6 Milliarden Euro im Raum, der Senat muss dem Vorhaben noch zustimmen.

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Eine entsprechende Vorlage soll dem Parlament nach Angaben der Senatsverwaltung zu Beginn des kommenden Jahres vorgelegt werden. Gibt auch das Bundeskartellamt grünes Licht, könnte der Verkauf im zweiten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Der Kaufpreis orientiert sich am Unternehmenswert von zwei Milliarden Euro. Anpassungen sind möglich, dabei wird auch der Jahresabschluss 2023 mitberücksichtigt, wie das Energieunternehmen mitteilte.

Vattenfalls Wärmegeschäft in Berlin beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und versorgt rund 1,4 Millionen Wohneinheiten mit Warmwasser und Wärme. Nach Angaben der Senatsverwaltung ist es das größte Fernwärmenetz Westeuropas. "Wir holen die Wärme wieder nach Hause - in Berliner Landeshand", erklärte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und bezeichnete den Deal als "Meilenstein".

Auch die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Einigung und sprach von einer Stärkung der Daseinsvorsorge des Landes. Mit der "Rekommunalisierung der Wärmeversorgung" bekomme das Land Berlin direkten Einfluss auf die Wärme- und Klimawende, erklärte Andrea Kühnemann, Landesleiterin für Berlin-Brandenburg. Zudem lobte sie die mit dem Kaufvertrag gemachten Zusagen, die Arbeitsbedingungen ohne Verschlechterungen erhalten zu wollen.

Ein finanzielles Risiko sieht derweil der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Die Stadt übernehme zugleich die "Verpflichtung, das Wärmenetz binnen weniger Jahre in Richtung Klimaneutralität zu entwickeln", erklärte Alexander Schirp. Dazu seien Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro nötig. "Woher dieses Geld kommen soll, ist derzeit völlig unklar", führte Schirp aus. Der Landeshaushalt gebe solche Spielräume derzeit nicht her.

O.Mucciarone--PV

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