Pallade Veneta - Privatbanken halten kräftigen Wachstumsschub 2022 für möglich

Privatbanken halten kräftigen Wachstumsschub 2022 für möglich


Privatbanken halten kräftigen Wachstumsschub 2022 für möglich
Privatbanken halten kräftigen Wachstumsschub 2022 für möglich

Die deutschen Privatbanken blicken verhalten optimistisch in die Zukunft. Ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent im laufenden Jahr sei möglich, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Christian Ossig, am Mittwoch. "Das wäre ein kräftiger Wachstumsschub", sagte Ossig weiter. Die hohen Inflationsraten seien indes "ein Thema, das wir sehr ernst nehmen müssen". Auch die Finanzierung von privatem Wohnungsbau werde im neuen Jahr erschwert.

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Insbesondere der Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit sei eine Chance für die Banken, sagte Ossig weiter. Hier sei mit einem Anstieg der Kreditnachfrage zu rechnen, aktuell sei insbesondere die Nachfrage nach Unternehmenskrediten "zurückhaltend". "Die Banken würden gerne mehr Kredite vergeben, wir können es aber nicht, weil die Nachfrage nicht da ist", sagte Ossig.

Eine besondere Herausforderung im neuen Jahr sei die Entwicklung der Inflation und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Ossig forderte eine "gute und überzeugende Kommunikation" der Institution. Der alleinige Hinweis darauf, dass die Inflation früher oder später zurückgehe, sei "keine überzeugende Kommunikation", kritisierte er. Der BdB rechne in diesem Jahr mit Inflationsraten von "mehr als drei Prozent", auch in den Folgejahren werde die Teuerungsrate "mehr als zwei Prozent" betragen, prognostizierte Ossig.

"Die Geldpolitik muss daher aus dem Krisenmodus raus", forderte der BdB-Hauptgeschäftsführer. Die Anleihekäufe und die Niedrigzinspolitik der EZB müssten beendet werden, die EZB-Ansätze von gestern "dürfen nicht die Ansätze von morgen sein", warnte Ossig. "Ein Fahrplan muss auf den Tisch, wie ein Ausstieg aus dieser Negativzinspolitk aussieht", forderte er.

Mit Blick auf die neuen Anweisungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), wonach Banken insbesondere im Immobilienmarkt künftig Kredite mit mehr Eigenkapital absichern sollen, warnte Ossig vor einer "spürbaren Verteuerung" der Immobilienfinanzierung. Insbesondere die Finanzierung des privaten Wohnungsbaus werde durch die neuen Vorschriften "deutlich erschwert werden", sagte Ossig.

Insgesamt schränkten die erhöhten Eigenkapitalanforderungen die Kreditvergabekapazitäten der Banken ein. "Diese Maßnahmen stehen in einem Widerspruch zu einem Umbau der Wirtschaft", warnte Ossig. Auch Regulierung könne "Nachhaltigkeit behindern".

A.Tucciarone--PV

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