Pallade Veneta - Bahn: GDL-Streik richtet sich auch gegen die deutsche Wirtschaft

Bahn: GDL-Streik richtet sich auch gegen die deutsche Wirtschaft


Bahn: GDL-Streik richtet sich auch gegen die deutsche Wirtschaft
Bahn: GDL-Streik richtet sich auch gegen die deutsche Wirtschaft / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die Deutsche Bahn geht von massiven wirtschaftlichen Auswirkungen des sechstägigen Streiks der Lokführergewerkschaft GDL aus. Ein so langer Arbeitskampf sei "ein Streik auch gegen die deutsche Wirtschaft", sagte Bahn-Sprecherin Anja Bröker am Dienstagmorgen in Berlin. Beim Güterverkehr "geht es ja um die Versorgung der Kraftwerke, der Raffinerien. DB Cargo wird alles versuchen, das sicherzustellen, aber ganz klar wird es Auswirkungen haben auf die Lieferketten".

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Der längste Streik der GDL-Geschichte beginnt am Dienstag um 18.00 Uhr im Güterverkehr, im Personenverkehr wird dann ab Mittwochfrüh um 02.00 Uhr gestreikt. Enden soll der Streik erst am Montag um 18.00 Uhr - das wären im Güterverkehr 144 und im Personenverkehr 136 Stunden.

Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hat DB Cargo nur einen Marktanteil von rund 41 Prozent. Wirtschaftlicher Schaden entsteht aber auch durch die Beeinträchtigungen im Personenverkehr. Besonders im Fernverkehr, wo die Deutsche Bahn kaum privatwirtschaftliche Konkurrenz hat, stehen die Züge bundesweit größtenteils still. Im Regionalverkehr gibt es regional große Unterschiede. IW-Experten schätzen die Gesamtschäden auf rund 100 Millionen Euro pro Streiktag.

In der aktuellen Tarifrunde, die Anfang November begonnen hatte, ist der Mega-Streik der vierte: Im November und Dezember untermauerte die Gewerkschaft ihre Forderungen mit einem je eintägigen Warnstreik, im Januar folgte dann ein dreitägiger Ausstand. Und bislang stehen die Zeichen nicht auf ein Einlenken - die GDL verlangt eine verpflichtende Absenkung der Wochenarbeitszeit, die Deutsche Bahn bietet lediglich ein Wahlmodell zur Arbeitszeitreduzierung um eine Wochenstunde ab 2026.

Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuß, kritisierte die Streikankündigung. "Angesichts dieser sechs Tage muss man sich wirklich fragen, ob die GDL noch angemessen agiert", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für die Forderungen der Gewerkschaft zeigte er aber Verständnis. "Klar ist: Am Ende muss eine Arbeitszeitverkürzung herauskommen. Denn die Arbeitnehmer der Bahn leiden genauso wie die Fahrgäste unter der maroden Situation des Verkehrsnetzes."

C.Conti--PV

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