Pallade Veneta - GDL-Chef Weselsky: Lokführer-Streik ist verhältnismäßig

GDL-Chef Weselsky: Lokführer-Streik ist verhältnismäßig


GDL-Chef Weselsky: Lokführer-Streik ist verhältnismäßig
GDL-Chef Weselsky: Lokführer-Streik ist verhältnismäßig / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Start des mehrtägigen Streiks der Lokführer im Personenverkehr hat der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, den Arbeitskampf verteidigt. "Das ist verhältnismäßig, das ist rechtmäßig es ist zulässig", sagte Weselsky am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Die Gerichte hätten dies geprüft, argumentierte er, "von daher ist unser Streik an der Stelle überhaupt nicht angreifbar".

Textgröße ändern:

Weselsky warf dem Management der Deutschen Bahn vor, "beratungsresistent" zu sein. Von daher müsse seine Gewerkschaft "länger und auch härter streiken". Der GDL-Chef verwies auf Verhandlungsergebnisse mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen als "mögliche Kompromisslinie". Die Bahn habe dies "sofort" zurückgewiesen.

Die GDL bestreikt seit 02.00 Uhr morgens den Personenverkehr der Deutschen Bahn. Der Streik soll bis zum Montag um 18.00 Uhr andauern. Der Güterverkehr der Bahn wird bereits seit Dienstagabend bestreikt. Im gesamten Fern- und Regionalverkehr komme es bis einschließlich Montag zu massiven Beeinträchtigungen, erklärte die Bahn. Der Notfahrplan für den DB-Personenverkehr sei wie geplant angelaufen.

In der aktuellen Tarifrunde bei der Bahn, die Anfang November begonnen hatte, ist der Streik der vierte: Im November und Dezember untermauerte die Gewerkschaft ihre Forderungen mit einem je eintägigen Warnstreik, im Januar folgte ein dreitägiger Ausstand. Kernforderung der GDL ist eine Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden. Die Bahn bietet bislang ein Wahlmodell zur Arbeitszeitreduzierung um eine Wochenstunde ab 2026.

Weselsky warf der Deutschen Bahn "die wiederholende Ablehnung aller Forderungen" vor. Das Unternehmen bewege sich lediglich "millimeterweise", um "erstmal in Verhandlungen zu kommen". "Wenn wir erstmal verhandeln, werden wir auch Ergebnisse erzielen", sagte der GDL-Vorsitzende.

Eine Verantwortung für den Streik und die wirtschaftlichen Auswirkungen wies Weselsky zurück. Die Bahn tue so, als sei sie in dem Tarifkonflikt "der Schiedsrichter" oder "Beobachter", sagte er. Tatsächlich tue die Bahn aber "alles mögliche, um den Fahrgästen eben nicht das Eisenbahnverkehrsmittel zur Verfügung zu stellen". Die GDL werde sich mit der Deutschen Bahn wieder an einen Tisch setzen, sobald diese von ihrem "hohen Ross" herunterkomme.

Der GDL-Chef verwies auf die Notwendigkeit, den Schichtdienst für Lokführer wieder attraktiver zu machen. Es gebe seit Jahrzehnten zu wenig Lokführer. "Wir müssen etwas anderes tun, als ständig dasselbe zu wiederholen", forderte Weselsky.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Hohe Energiepreise: Inflation steigt im September auf Höchststand seit Ende 2023

So hoch war die Inflationsrate seit Dezember 2023 nicht mehr: Der Anstieg der Verbraucherpreise hat wegen der hohen Kosten für Energie im September stark zugelegt. Die Inflationsrate betrug im Vergleich zum Vorjahresmonat 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. "Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand. Das war zugleich der höchste Wert seit Dezember 2023", erklärte Amtspräsidentin Ruth Brand.

Neue Sprinterzüge und weiter viele Baustellen: Neuer DB-Fahrplan ab Mittwoch buchbar

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember bietet die Deutsche Bahn eine neue schnelle ICE-Sprinter-Linie zwischen Hamburg und München an. Die Züge verkehren drei Mal täglich und halten nur in Hannover und Nürnberg, die planmäßige Fahrzeit reduziert sich so um 20 Minuten auf fünf Stunden und 20 Minuten, wie die DB am Dienstag mitteilte. Der neue Fahrplan gilt ab dem 13. Dezember, Fahrten ab dann können ab diesem Mittwoch gebucht werden.

IWF hebt Wachstumsprognose für Deutschland und warnt vor "zweigeteiltem" Ausblick für Welt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft hoch. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,3 Prozent, wie aus dem am Dienstag beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorging. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli prognostiziert. Auch seine Erwartung für das globale Wirtschaftsleistung hob der IWF leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an - warnte aber vor Abwärtsrisiken.

IWF hebt Wirtschaftsprognose für Deutschland auf 1,3 Prozent an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft hoch. Der IWF rechnet nun damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 1,3 Prozent wächst, wie aus dem am Dienstag beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorging. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli prognostiziert und stimmt mit der Prognose der Bundesregierung überein. Auch seine Erwartung für das globale Wirtschaftsleistung hob der IWF leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an.

Textgröße ändern: