Pallade Veneta - Appell an EZB: Banken profitieren zu sehr von hohen Zinsen

Appell an EZB: Banken profitieren zu sehr von hohen Zinsen


Appell an EZB: Banken profitieren zu sehr von hohen Zinsen
Appell an EZB: Banken profitieren zu sehr von hohen Zinsen / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Die Banken in der Eurozone profitieren nach Auffassung einer Gruppe aus Wirtschaftsexperten und Europaabgeordneten zu sehr von den derzeit sehr hohen Leitzinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse darauf reagieren, sonst riskiere sie die Akzeptanz der Bevölkerung, heißt es einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten offenen Brief an den EZB-Rat. Die Experten sprechen sich dafür aus, die sogenannte Mindestreserve für Banken im Euroraum zu erhöhen.

Textgröße ändern:

Durch den Einlagenzins von derzeit 4,0 Prozent der EZB streichen die Banken derzeit risikofreie Gewinne in Höhe von 140 Milliarden Euro ein, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Zinssatz gibt an, zu welchen Konditionen die Geschäftsbanken ihr Geld über Nacht bei der EZB parken können.

Unternehmen und Kunden der Banken bekämen indes oftmals deutlich weniger Zinsen, beispielsweise auf ihr Tages- oder Festgeldkonto. "Daher profitieren Privathaushalte nicht von den hohen Zinssätzen der EZB, während sie trotzdem die Kosten der höher bezinsten Kredite und Hypotheken tragen müssen", kritisieren die 13 Unterzeichner des Briefes.

Die EZB hatte darauf bereits im Juli reagiert und den Zinssatz von einem Prozent auf die Mindestreserve gestrichen. Dabei handelt es sich um Geld, das die Banken bei der EZB hinterlegen müssen. Derzeit sind die Banken verpflichtet, in einem bestimmten Zeitraum ein Prozent ihrer Verbindlichkeiten auf Zentralbankkonten zu halten.

Das Kollektiv forderte nun in einem weiteren Schritt, den verpflichtend einzulagernden Prozentsatz zu erhöhen, um die Gewinne der Banken weiter zu begrenzen. Auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, liebäugelte bereits mit einer Erhöhung der Mindestreserve. Robert Holzmann, Chef der Österreichischen Nationalbank, schlug vor, die unverzinste Mindestreserve auf zehn Prozent festzusetzen.

Der offene Brief wurde einen Tag vor der Sitzung des Rats der EZB zur Geldpolitik im Euroraum veröffentlicht. In ihr werden auch die Leitzinsen festgelegt. Derzeit gehen Expertinnen und Experten von unveränderten Zinssätzen aus.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Umfrage: 17 Prozent der Deutschen beantragten Verwaltungsleistung online

17 Prozent der Deutschen haben einer Umfrage zufolge bereits eine Verwaltungsleistung wie etwa eine Wohnsitzanmeldung online beantragt. Zwar ist das weiterhin eine Minderheit, der Wert stieg im Vergleich zu einer Umfrage aus dem Vorjahr aber an, wie der Digitalverband Bitkom am Dienstag in Berlin mitteilte. Demnach waren es vor einem Jahr noch 13 Prozent gewesen.

Hohe Energiepreise: Inflation im September so hoch wie seit Ende 2023 nicht mehr

Die hohen Energiepreise haben die Inflation im September auf den höchsten Stand seit Ende 2023 getrieben. Die Inflationsrate betrug im Vergleich zum Vorjahresmonat 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. "Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand. Das war zugleich der höchste Wert seit Dezember 2023", erklärte Amtspräsidentin Ruth Brand.

Milliarden-Einsparungen geplant: Frankreichs Parlament beginnt Haushaltsdebatte

Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage in Frankreich beginnt am Dienstagabend in der Nationalversammlung die Debatte über den Haushalt für das kommende Jahr. Der Haushaltsentwurf der Regierung sieht Einsparungen von rund 45 Milliarden Euro vor. Ziel ist es, das Staatsdefizit von 5,4 Prozent auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurückzuführen.

Hohe Energiepreise: Inflation steigt im September auf Höchststand seit Ende 2023

So hoch war die Inflationsrate seit Dezember 2023 nicht mehr: Der Anstieg der Verbraucherpreise hat wegen der hohen Kosten für Energie im September stark zugelegt. Die Inflationsrate betrug im Vergleich zum Vorjahresmonat 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. "Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand. Das war zugleich der höchste Wert seit Dezember 2023", erklärte Amtspräsidentin Ruth Brand.

Textgröße ändern: