Pallade Veneta - Bericht: Französisches Mineralwasser wurde in großem Stil illegal desinfiziert

Bericht: Französisches Mineralwasser wurde in großem Stil illegal desinfiziert


Bericht: Französisches Mineralwasser wurde in großem Stil illegal desinfiziert
Bericht: Französisches Mineralwasser wurde in großem Stil illegal desinfiziert / Foto: Jean-Christophe VERHAEGEN - AFP/Archiv

Französisches Mineralwasser war in den vergangenen Jahren in vielen Fällen nicht so "natürlich rein" wie das Gesetz es vorschreibt. Der Nestlé-Konzern und andere Hersteller von Mineralwasser stehen nach Recherchen französischer Medien im Verdacht, das Quellwasser auf illegale Weise desinfiziert zu haben. "Mindestens ein Drittel der Marken hat die Vorschriften missachtet", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Zeitung "Le Monde".

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Nestlé hatte am Vortag bekannt gegeben, diese Techniken benutzt, aber inzwischen eingestellt zu haben. Dazu zählten etwa die Desinfektion durch Aktivkohle oder UV-Strahlen. Diese Verfahren sind für Leitungswasser durchaus erlaubt, nicht aber für Quell- und Mineralwasser, das als natürlich reines Wasser erheblich teurer verkauft wird.

"Das Ziel war immer, die Lebensmittelsicherheit zu garantieren", betonte Nestlé. Das Wasser der betroffenen Marken, zu denen Perrier und Vittel zählen, werde mittlerweile nicht mehr behandelt.

Die französische Regierung war nach Informationen von "Le Monde" spätestens seit 2021 darüber informiert. Eine Untersuchungskommission bestätigte 2022, dass die illegale Desinfektion von Quellwasser weit verbreitet sei. Der Bericht wurde allerdings nicht veröffentlicht. Im vergangenen Jahr änderte die französische Regierung diskret die Vorschriften und ermöglichte den Einsatz von Mikrofiltern.

Im Hintergrund steht die Bedrohung der Quellen durch die vom Klimawandel beförderte Trockenheit, aber auch durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Nach dem Bericht von "Le Monde" waren mehrere Quellen zeitweise durch Fäkalbakterien belastet. US-Wissenschaftler wiesen kürzlich Mikroplastik in Flaschenwasser nach und äußerten die Vermutung, dass dies auch von den Mikrofiltern stammen könne.

Nestlé erklärte, dass zwei Quellen in den Vogesen, deren Wasser unter der Marke Hépar vermarktet wurde, inzwischen nicht mehr genutzt würden. Einige Quellen in Südfrankreich würden nun unter der neuen Marke Maison Perrier als aromatisiertes Wasser angeboten. Für dieses Produkt verzichtet der Hersteller auf den Zusatz "Natürliches Mineralwasser", was eine Behandlung des Wassers ermöglicht.

B.Fortunato--PV

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