Pallade Veneta - Frankreichs Premierminister stellt Bauern Ausnahmen von EU-Regeln in Aussicht

Frankreichs Premierminister stellt Bauern Ausnahmen von EU-Regeln in Aussicht


Frankreichs Premierminister stellt Bauern Ausnahmen von EU-Regeln in Aussicht
Frankreichs Premierminister stellt Bauern Ausnahmen von EU-Regeln in Aussicht / Foto: EMMANUEL DUNAND - AFP

Frankreichs Premierminister Gabriel hat den protestierenden Bauern Ausnahmen von europäischen Vorschriften in Aussicht gestellt. "Unsere Landwirtschaft ist unsere Stärke und unser Stolz. Deswegen erkläre ich hier feierlich: Es muss eine französische Ausnahme bei der Landwirtschaft geben", sagte Attal am Dienstag in seiner ersten Regierungserklärung in Paris, ohne nähere Angaben zu machen.

Textgröße ändern:

Die Landwirte warteten auf Antworten mit Blick auf die "sich stapelnden Vorschriften, die von oben kommen", sagte der Regierungschef. Bei den Verhandlungen über die von der EU vorgeschriebenen Brachflächen zeichne sich nun eine Verlängerung der Ausnahmeregelung ab: "Wir sind da auf guten Weg", sagte Attal.

Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik sollen Bauern eigentlich vier Prozent ihres Ackerlands brach liegen lassen oder mit Hecken bepflanzen. Für das vergangene Jahr galt jedoch eine Ausnahmeregelung, für deren Verlängerung sich zahlreiche Staaten einsetzen.

Attal wiederholte und präzisierte in seiner Regierungserklärung zahlreiche Vorschläge, die Präsident Emmanuel Macron bereits in vor zwei Wochen gemacht hatte: weniger Bürokratie, gemeinnützige Arbeit für straffällig gewordene Minderjährige unter 16, Schuluniformen für alle, 50.000 Stellen für Öko-Zivildienstleistende, nationaler Pflichtdienst für junge Menschen ab 2026.

Bis zum Sommer wolle er zudem einen Gesetzentwurf zu "aktiver Sterbehilfe" vorschlagen, sagte Attal. Er ermunterte die Ministerien, ihren Beschäftigten eine Vier-Tage-Woche anzubieten - allerdings mit der Auflage, an den vier Tagen sämtliche Wochenstunden abzuarbeiten. Putzkräfte sollten nicht mehr "unsichtbar gemacht" werden, sondern zu normalen Bürozeiten ihrer Arbeit nachgehen können, sagte Attal.

Ähnlich wie Macron adressierte der Premier seine Ankündigungen in erster Linie an Wähler, "die zu viel verdienen, um Hilfen zu bekommen, aber nicht genug, um nicht rechnen zu müssen; die das Gefühl haben, dass Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden, von denen immer dieselben profitieren".

Attal versprach, "keine Umweltpolitik gegen die Bevölkerung" zu machen. Konkret kündigte er an, die 50 größten Verursacher von Plastikmüll in Frankreich zur freiwilligen Reduzierung desselben zu bewegen.

Die linke Opposition hatte schon vor Beginn der Rede einen Misstrauensantrag eingereicht, der jedoch wenig Aussicht auf Erfolg hatte. Der linkspopulistische Parteichef Jean-Luc Mélenchon nannte Attals Regierungserklärung "die reaktionärste Rede des Jahrhunderts".

G.Riotto--PV

Empfohlen

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Beauftragte Ataman: Wechseljahre müssen raus aus der Tabuzone

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat mehr Sensibilität und Beachtung für das Thema Wechseljahre gefordert - und zwar im Gesundheitsbereich, am Arbeitsplatz und in der Forschung. "Das Thema Frauengesundheit wurde lange vernachlässigt. Im Mittelpunkt der medizinischen Forschung stand der Mann", erklärte Ataman am Dienstag. Wie wenig das Wohlbefinden von Frauen medizinisch beachtet werde, sei "gut am Beispiel der Wechseljahre erkennbar".

IWF erwartet mehr Wirtschaftswachstum für Deutschland - Warnung vor Abwärtsrisiken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft hoch. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,3 Prozent, wie aus dem am Dienstag beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorging. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli prognostiziert. Auch seine Erwartung für die globale Wirtschaftsleistung hob der IWF leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an - warnte aber vor Abwärtsrisiken.

Textgröße ändern: