Pallade Veneta - Bündnis warnt vor Folgen der Haushaltskürzungen für das Schienennetz

Bündnis warnt vor Folgen der Haushaltskürzungen für das Schienennetz


Bündnis warnt vor Folgen der Haushaltskürzungen für das Schienennetz
Bündnis warnt vor Folgen der Haushaltskürzungen für das Schienennetz / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Ein breites Bündnis von Verbänden und Gewerkschaften hat vor den Folgen der Kürzungen im Haushalt 2024 für das Schienennetz gewarnt. Diese gefährdeten die Klimaziele und die Mobilitätswende in Deutschland, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. Mit der Verabschiedung des Haushalts sei klar, "dass bis 2027 mindestens 13,5 Milliarden Euro für die Grundsanierung des Schienennetzes fehlen" würden.

Textgröße ändern:

Mittel, die für den Aus- und Neubau geplant waren, müssten nun notgedrungen für die Sanierung verwendet werden und dringend benötigte Projekte könnten nicht wie geplant erfolgen. Das Bündnis, zu dem unter anderem die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sowie die Klima-Allianz Deutschland gehören, spricht von einer "massiven Unterfinanzierung".

Es drohen demnach "erhebliche Planungsunsicherheiten mit drastischen Auswirkungen" auf unter anderem Pünktlichkeit und Qualität im Schienenverkehr in ganz Deutschland. Das Bündnis fordert deshalb von der Bundesregierung die vollständig gesicherte Finanzierung des dringend nötigen Schienenausbaus.

Die Organisationen kritisieren in ihrer Erklärung, "dass ausgerechnet bei der klimafreundlichen und lange vernachlässigten Schiene gekürzt werden soll". Einsparpotenziale beim Neu- und Ausbau von Fernstraßen blieben hingegen ungenutzt, obwohl dieser nachweislich zu mehr Stau und zusätzlichem CO2-Ausstoß führe. "Diese falsche Priorisierung gefährdet die Erreichung der Klimaziele", heißt es weiter.

"Wir brauchen eine klare Priorisierung des Schienenausbaus, um die Klimaziele zu erreichen, aber auch um die Straße zu entlasten", erklärte dazu Klima-Allianz-Vorständin Christiane Averbeck. Straßen- und Autobahnneubau zerstöre die Ökosysteme, belaste die Umwelt und das Klima und führe wissenschaftlich nachgewiesen zu immer mehr Verkehr. "Das kann nicht die Zukunft sein, die wir wollen."

EVG-Chef Martin Burkert erinnerte zugleich an die Verantwortung der Bundesregierung, die notwendigen Investitionen für das Schienennetz ausreichend, langfristig und planungssicher zu finanzieren. "Man kann nicht die Mittel kürzen und sich dann über die Konsequenzen beschweren", betonte er.

Der Haushalt 2024 wurde erst vergangene Woche verabschiedet - etwa zwei Monate später als geplant. Für die Verzögerung hatte ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) gesorgt. Der Etat enthält nun zahlreiche Einsparungen, unter anderem bei Programmen zum Klimaschutz. Deutlich weniger Geld gibt es auch für Sanierung und Ausbau des Schienennetzes der Bahn.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Rechtsstreit nach Unfall auf Rennstrecke: BGH gibt Versicherungskundin recht

In einem seit Jahren dauernden Rechtsstreit um Versicherungsschutz nach einem Motorradunfall bei einer Veranstaltung auf einer Rennstrecke hat sich eine Kundin vor dem Bundesgerichtshof (BGH) abschließend durchgesetzt. Der in den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen des Unternehmens vereinbarte Risikoausschluss für auf das Erreichen von Höchstgeschwindigkeit abzielende Fahrtveranstaltungen greife hier nicht, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. (Az. IV ZR 251/25)

Neuer Arbeitsminister erhält Ernennungsurkunde von Steinmeier

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin das Dokument. Am Mittwochnachmittag legt Schweitzer dann im Bundestag seinen Amtseid ab. Davor nimmt er bereits erstmals an einer Sitzung des Bundeskabinetts teil.

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Textgröße ändern: