Pallade Veneta - Rückzug aus London: TUI-Aktionäre sprechen sich klar für Frankfurter Börse aus

Rückzug aus London: TUI-Aktionäre sprechen sich klar für Frankfurter Börse aus


Rückzug aus London: TUI-Aktionäre sprechen sich klar für Frankfurter Börse aus
Rückzug aus London: TUI-Aktionäre sprechen sich klar für Frankfurter Börse aus / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Die Aktionäre des Reiseveranstalters TUI haben sich klar für die Frankfurter Börse und einen Rückzug aus London ausgesprochen. Bei der Hauptversammlung des Unternehmens stimmten sie am Dienstag mit deutlicher Mehrheit von 98,35 Prozent dafür, die Notierung an der Londoner Börse zu beenden, wie der hannoversche Konzern mitteilte. Der Reisekonzern setzte nach eigenen Angaben seinen Höhenflug aus dem vergangenen Geschäftsjahr auch im ersten Quartal 2024 fort.

Textgröße ändern:

"Wir freuen uns, dass die Aktionärinnen und Aktionäre der TUI unserer Empfehlung gefolgt sind und für das Delisting gestimmt haben", erklärte Mathias Kiep, Finanzvorstand der TUI Group. Sie seien damit auch dem Vorschlag von Investoren gefolgt.

Die TUI ist seit der Fusion mit ihrer britischen Tochter TUI Travel im Jahr 2014 an der Londoner Börse gelistet, daneben auch in Frankfurt und in Hannover. Der Konzern hatte das Vorhaben einer Rückkehr nach Deutschland im Dezember angekündigt.

Als Nächstes findet laut der TUI Anfang April die Aufnahme des Handels der TUI-Aktie in den Prime Standard in Frankfurt statt. Am 24. Juni werde die Aufnahme der Aktie in den MDAX erwartet, dann ende auch die Börsennotierung in London. Die TUI erhofft sich von der Hauptnotierung in Frankfurt unter anderem eine Vereinfachung der Strukturen sowie eine Zentralisierung und Verbesserung der Liquidität.

Derweil setzte der Reiseveranstalter seinen Höhenflug aus dem vergangenen Geschäftsjahr auch im ersten Quartal 2024 fort. Der Umsatz stieg nach Unternehmensangaben im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr 2024 hält der Konzern an seinen bisherigen Zielen fest: mindestens zehn Prozent Umsatz- und mindestens 25 Prozent Gewinnwachstum.

Saisonbedingt eher ungewöhnlich verbuchte der Reisekonzern im ersten Quartal unter dem Strich ein leichtes Plus von sechs Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das erste Quartal noch einen Verlust von 153 Millionen Euro abgeworfen. Die Zahl der Gäste legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 3,5 Millionen zu.

"Wir sind auf Kurs, wir gewinnen Kunden und wachsen. Quartal für Quartal beschleunigen wir unsere Transformation", erklärte Konzernchef Sebastian Ebel. "Die hohe Reisebereitschaft der Menschen sorgt in einem weiterhin herausfordernden Umfeld für eine starke wirtschaftliche Entwicklung in allen Konzernbereichen."

Im Geschäftsjahr 2023 hatte die TUI einen Rekordumsatz von 20,7 Milliarden Euro erzielt. Der Nettogewinn des im September zu Ende gegangen Geschäftsjahres erreichte mit knapp 306 Milliarden Euro in etwa das Niveau von vor der Corona-Krise. Während der Pandemie hatte der Konzern staatliche Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Milliardenhöhe in Anspruch genommen, diese im vergangenen Jahr aber bereits vollständig zurückgezahlt.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Rechtsstreit nach Unfall auf Rennstrecke: BGH gibt Versicherungskundin recht

In einem seit Jahren dauernden Rechtsstreit um Versicherungsschutz nach einem Motorradunfall bei einer Veranstaltung auf einer Rennstrecke hat sich eine Kundin vor dem Bundesgerichtshof (BGH) abschließend durchgesetzt. Der in den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen des Unternehmens vereinbarte Risikoausschluss für auf das Erreichen von Höchstgeschwindigkeit abzielende Fahrtveranstaltungen greife hier nicht, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. (Az. IV ZR 251/25)

Neuer Arbeitsminister erhält Ernennungsurkunde von Steinmeier

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin das Dokument. Am Mittwochnachmittag legt Schweitzer dann im Bundestag seinen Amtseid ab. Davor nimmt er bereits erstmals an einer Sitzung des Bundeskabinetts teil.

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Textgröße ändern: