Pallade Veneta - Frankreich will Werbeverbot für Wegwerf-Mode durchsetzen

Frankreich will Werbeverbot für Wegwerf-Mode durchsetzen


Frankreich will Werbeverbot für Wegwerf-Mode durchsetzen
Frankreich will Werbeverbot für Wegwerf-Mode durchsetzen / Foto: Richard A. Brooks - AFP/Archiv

Frankreich will ein Werbeverbot für Wegwerf-Mode durchsetzen. Die Debatte über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag fand am Donnerstag in der Nationalversammlung statt. Im Visier sind Modemarken wie das in China gegründete Unternehmen Shein, die in raschem Wechsel immer neue Kleidungsstücke zu sehr niedrigen Preisen anbieten. "Diese niedrigen Preise gehen auf Kosten der Sozialstandards und der Umwelt", heißt es einem Bericht, der dem Gesetzesvorhaben zugrunde liegt.

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Das Gesetz sieht eine Umweltabgabe von bis zu zehn Euro pro Kleidungsstück für Unternehmen vor, die bestimmte Standards nicht einhalten. Ein Werbeverbot solle für Unternehmen gelten, die zum Überkonsum verführen. Die Schwellenwerte, die sich nach der Zahl der angebotenen Kleidungsstücke richten, sollen allerdings erst später per Dekret festgelegt werden.

Shein biete im Schnitt täglich etwa 7200 neue Modelle an, sagte die Abgeordnete Anne-Cécile Violland, die das Gesetz auf den Weg gebracht hat. "Die Textilindustrie ist besonders umweltschädlich", erklärte sie. "Sie verursacht zehn Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen", fügte sie hinzu. Violland gehört der Splitterpartei Horizons an, die zum Regierungslager zählt.

Die linke Opposition drang darauf, die Kriterien für die betroffenen Unternehmen näher festzulegen. Die rechte Opposition warnte vor einer Verzerrung des Marktes durch das Werbeverbot.

Das Unternehmen Shein kritisierte das Vorhaben. Der Gesetzentwurf "schadet vor allem denjenigen, die auf den Preis achten müssen", betonte das Unternehmen.

Die Umweltorganisation "Stop Fast Fashion" hingegen rief die Abgeordneten dazu auf, nicht nur Anbieter wie Shein ins Visier zu nehmen, sondern auch Zara und H&M sowie die Onlineplattform Amazon.

Der französische Markt wird dem parlamentarischen Bericht zufolge jährlich mit 3,3 Milliarden Kleidungsstücken überschwemmt, eine Milliarde mehr als noch vor zehn Jahren. Im Schnitt kommen auf jeden Einwohner jährlich 48 neue Kleidungsstücke. Dies führt dazu, dass Kleidung immer schneller weggeworfen wird - in zwei Dritteln der Fälle wären die Sachen jedoch noch brauchbar.

Die Berichterstatter beschreiben dies als "emotionelle Obsolenz": Die Sachen werden nur deshalb weggeworfen, weil sie ihren Besitzerinnen und Besitzern nicht mehr gefallen.

Umweltminister Christophe Béchu unterstützt den Gesetzentwurf: Frankreich werde damit "das erste Land weltweit, das die Auswüchse der Ultra-Fast-Fashion gesetzlich regelt", erklärte er.

Z.Ottaviano--PV

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