Pallade Veneta - Ökonom: Auswirkungen der Streiks auf Gesamtwirtschaft "nicht weiter von Belang"

Ökonom: Auswirkungen der Streiks auf Gesamtwirtschaft "nicht weiter von Belang"


Ökonom: Auswirkungen der Streiks auf Gesamtwirtschaft "nicht weiter von Belang"
Ökonom: Auswirkungen der Streiks auf Gesamtwirtschaft "nicht weiter von Belang" / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Die zuletzt sehr zahlreichen Streiks in Deutschland hatten nach Einschätzung von Ökonomen kaum Einfluss auf die Gesamtwirtschaft. Die Ausstände fielen in ihrem bisherigen Umfang "einfach nicht wirklich ins Gewicht", sagte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Mittwoch bei der Vorstellung der Frühjahrsprognose der führenden Wirtschaftsinstitute in Berlin. Deshalb seien sie bei dem Gemeinschaftsgutachten auch kein Thema gewesen.

Textgröße ändern:

Die Streiks seien ärgerlich für die Betroffenen, "die darunter leiden müssen, aber gesamtwirtschaftlich nicht weiter von Belang", betonte Holtemöller - zumindest wenn sie im derzeitigen Umfang blieben. Wirtschaftswissenschaftler vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hatten im Januar vor einem langen Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Bahn von gesamtwirtschaftlichen Kosten von rund 100 Millionen Euro gesprochen, die sich im "Extremfall" auf bis zu einer Milliarde Euro potenzieren könnten.

Anfang März erklärte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, dass Streiks, die wenige Tage dauern und einzelne Unternehmen betreffen meistens keine Folgen für die Gesamtwirtschaft hätten. Die Wirtschaft in Deutschland sei flexibel und könne Beeinträchtigungen durch Streiks relativ schnell ausgleichen, erläuterte das IMK.

Im Zuge des Tarifstreits zwischen GDL und DB, waren zuletzt auch die Rufe nach einer Reform des Streikrechts lauter geworden. Selbst nach der Einigung wolle die FDP weiter daran arbeiten, wie die Bundestagsfraktion am Dienstag erklärte. Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) äußerte sich in dieser Richtung. Die "Art und Weise", wie die GDL ihren Arbeitskampf geführt habe, dürfe "keine Schule machen", erklärte er.

Nach Ansicht Holtemöllers könne es zwar politische oder gesellschaftliche Gründe für eine Reform des Streikrechts geben, ökonomisch könne diese allerdings "nicht in erster Linie" begründet werden.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Portugiesischer Regierungschef: Lufthansa gewinnt Bieterrennen um TAP Air

Der deutsche Lufthansa-Konzern hat nach Angaben des portugiesischen Regierungschefs Luis Montenegro das Bieterrennen um die Teilprivatisierung der Airline TAP gewonnen. Die Lufthansa habe ein Angebot von 1,2 Milliarden Euro für die Übernahme von 44,9 Prozent des Kapitals der portugiesischen Fluglinie gemacht, sagte Montenegro am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung. Damit setzte sich die Lufthansa gegen die niederländisch-französische Air France-KLM durch, die ebenfalls Interesse an einer Übernahme hatte.

Nordrhein-Westfalen: Castortransport erreicht Ahaus nach Protestaktion an Brücke

Nach einer Verzögerung durch eine Protestaktion hat ein 23. Castortransport mit Atommüll durch Nordrhein-Westfalen von Jülich bei Aachen am Mittwochmorgen das Zwischenlager in Ahaus im Münsterland erreicht. Aktivisten störten den Transport zwischenzeitig an einer Brücke über der Autobahn 31, wie die Polizei in Münster mitteilte. Nach einer Verzögerung konnte der Transport weiterfahren. Die Sicherheit des Transports sei durchgängig gewährleistet gewesen.

US-Zentralbank-Vorständin Cook hat keine Zeit für von Trump einberufene Anhörung

US-Präsident Donald Trump will Zentralbank-Vorständin Lisa Cook entlassen - für eine Befragung durch ein von Trump einberufenes Komitee hat sie aber keine Zeit. Cook nehme am 5. November an finanz- und geldpolitischen Treffen in Europa teil, schrieb ihr Anwalt Abbe Lowell am Dienstag an das Weiße Haus. "Folglich kann sie an diesem Datum nicht an einer Anhörung teilnehmen." Möglich sei die Befragung erst nach Beratungen der US-Notenbank Fed zur Geldpolitik am 8. und 9. Dezember.

EU-Gericht urteilt über strengere Regeln für Porno-Seite Stripchat

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg verkündet am Mittwoch (09.30 Uhr) sein Urteil über strengere Regeln für die Porno-Seite Stripchat. Die EU-Kommission stufte Stripchat 2023 als sehr große Online-Plattform unter dem Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) ein. Denn die Seite habe mehr als 45 Millionen monatliche Nutzer in der EU, was über dem Schwellenwert liegt. (Az. T-134/24)

Textgröße ändern: