Pallade Veneta - Geplantes Generationenkapital zur Rentenabsicherung fließt größtenteils in Aktien

Geplantes Generationenkapital zur Rentenabsicherung fließt größtenteils in Aktien


Geplantes Generationenkapital zur Rentenabsicherung fließt größtenteils in Aktien
Geplantes Generationenkapital zur Rentenabsicherung fließt größtenteils in Aktien / Foto: BARBARA SAX - AFP/Archiv

Das von der Bundesregierung geplante sogenannte Generationenkapital zur Absicherung der gesetzlichen Rente soll größtenteils in Aktien investiert werden. "Aufgrund der Renditeanforderungen dürfte der Aktienanteil in Richtung 80 Prozent gehen", sagte die Vorstandsvorsitzende der zuständigen Kenfo-Stiftung, Anja Mikus, der "Welt am Sonntag". Das Portfolio werde "fast keine Anleihen haben".

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Den Vorwurf, mit der gesetzlichen Rente an der Börse zu zocken, wies Mikus zurück. "Wir zocken nicht. Da kann ich alle beruhigen", sagte sie. Es gehe nicht darum, kurzfristig Geld anzulegen und die Wertpapiere schnell wieder zu verkaufen. Die anvertrauten Mittel würden langfristig und weltweit diversifiziert investiert.

"Endlich fängt der deutsche Staat an, die Kapitalmärkte stärker für sich und die Altersvorsorge seiner Bürger zu nutzen", sagte Mikus der "WamS". Andere Länder machten dies seit Jahrzehnten erfolgreich vor. Sie rechne konservativ mit einer jährlichen Rendite von im Durchschnitt sechs Prozent, von der Zinskosten in Höhe von drei Prozent für die Schulden des Bundes abgezogen werden müssten.

Mikus kündigte für das Generationenkapital eine "renditeorientierte Nachhaltigkeitsstrategie" mit dem Blick auf die Bereiche Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung an. "Und zwar nicht, um nach außen gut dazustehen, sondern weil Investments in Unternehmen, die sich in diesen drei Bereichen stetig verbessern, langfristig höhere Renditen bringen", sagte die Stiftungschefin.

Inwieweit Investitionen in einzelne Branchen ausgeschlossen werden, ließ Mikus offen. Einen zu großen Einfluss der Politik auf die Anlageentscheidungen erwartet die Stiftungsvorsitzende allerdings nicht. "Der breite Wille der verantwortlichen Ministerien und politischen Vertreter ist, dass wir bei der Kapitalanlage nicht durch politische Einflussnahme behindert werden und flexibel investieren können", sagte sie.

Für die Verwaltung des Generationenkapitals reicht aus ihrer Sicht das derzeit 50-köpfige Team weitgehend aus, das seit 2017 bereits den Atomfonds Kenfo verwaltet. "Mit dem Generationenkapital dürften lediglich fünf bis sieben Beschäftigte hinzukommen", sagte Mikus.

Der Entwurf des Rentenpakets II der Bundesregierung sieht unter anderem vor, dass der Bund in den nächsten Jahren jeweils mindestens zwölf Milliarden Euro in den neuen Staatsfonds einzahlt. Mit den Erträgen soll dann ab 2036 ein noch stärkerer Anstieg der Rentenbeiträge verhindert werden. Das Gesetz wurde allerdings noch nicht von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. "Ich hoffe, das gelingt bis zur Sommerpause", sagte Mikus.

E.Magrini--PV

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