Pallade Veneta - Verbraucherschützer fordern Verbesserungen beim Deutschlandticket

Verbraucherschützer fordern Verbesserungen beim Deutschlandticket


Verbraucherschützer fordern Verbesserungen beim Deutschlandticket
Verbraucherschützer fordern Verbesserungen beim Deutschlandticket / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Ein Jahr nach der Einführung des Deutschlandtickets hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Verbesserungen des Angebots gefordert. "Schwierigkeiten bei Kauf und Kündigung des Abos sind zu einem Dauerärgernis geworden", beklagte vzbv-Vorständin Ramona Pop am Dienstag in Berlin. Das sei eine Gefahr für den nachhaltigen Erfolg des Nahverkehrstickets.

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"Das Deutschlandticket hat vieles im öffentlichen Verkehr leichter gemacht", erklärte Pop und sprach von einem "Meilenstein für den öffentlichen Nahverkehr". Es sei jedoch unverständlich, wieso die Verkehrsunternehmen "bekannte Probleme" nicht angingen. Nur mit einem guten Kundenservice könnten die Kundinnen und Kunden gehalten werden. "Wer sich unnötig ärgert, wendet sich auch wieder ab von Bus und Bahn", warnte Pop.

Seit der Einführung des Angebots am 1. Mai vergangenen Jahres gingen demnach 1800 Beschwerden beim vzbv ein. Die Menschen kritisierten die mangelnde Erreichbarkeit des Kundenservices und unzuverlässige technische Prozesse, die in einigen Fällen zu Doppelbuchungen des Tickets führten.

Zudem gab es laut vzbv Klagen darüber, dass Anbieter mit Hilfe von Kontoinformationsdiensten sensible Kontodaten oder sogar Zugang zum Online-Banking verlangen. So solle die Bonität sichergestellt werden. Für mehrere Verbraucherinnen und Verbraucher war das den Angaben der Verbraucherschützer zufolge Grund genug, kein Deutschlandticket bei dem entsprechenden Anbieter zu erwerben.

Für Kritik sorgte auch, dass einige Anbieter das Ticket nur als App anbieten. "Dass nach einem Jahr Deutschlandticket die Verbrauchermeldungen pro Monat annähernd konstant bleiben zeigt: Die Anbieter haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht", erklärte Pop.

Laut Allianz pro Schiene ist das Deutschlandticket "verkehrspolitisch der bislang größte Erfolg der Ampelkoalition". Noch nie sei die deutschlandweite Nutzung von Bus und Bahn so einfach gewesen wie heute, teilte das Bündnis in Berlin mit. Trotzdem sei es "längst noch nicht ausgereift".

Zudem gebe es weiterhin Streit zwischen Bund und Ländern über die weitere Finanzierung des Angebots: Es brauche jetzt eine Grundsatzentscheidung zur dauerhaften Fortführung des Deutschlandtickets und einen verlässlichen Finanzierungsrahmen bis zum Ende des Jahrzehnts.

Die grundsätzliche Finanzierung ist zwar gesichert: Bund und Länder haben jährlich jeweils 1,5 Milliarden Euro zugesagt, um die mit dem Ticket verbundenen Ausfälle der Verkehrsunternehmen zu finanzieren. Streit gibt es aber über die Übernahme der Kosten, die darüber hinausgehen.

Die Vorständin für den Regionalverkehr bei der Deutschen Bahn (DB) zog insgesamt eine positive Bilanz nach einem Jahr Deutschlandticket. "Das Deutschland-Ticket ist eine Rakete für den Regionalverkehr", erklärte Evelyn Palla. Seit der Einführung fuhren 28 Prozent mehr Reisende mit den Regionalzügen der DB, zwei Drittel der Fahrgäste sind dabei mit dem Deutschlandticket unterwegs.

Der Sozialverband VdK indes kritisierte, dass "längst nicht alle" Menschen das Angebot nutzen könnten. "Das trifft etwa auf Personen zu, die kein Smartphone besitzen. Denn einzelne Verkehrsverbünde bieten das Ticket nur in digitaler Form an", erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Das sei eine Benachteiligung von alten und armen Menschen, die kein Smartphone hätten. Ein Problem ist laut VdK auch, dass das Ticket nur als Abo erhältlich ist. "Im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher muss es möglich sein, für 49 Euro ein einzelnes Monatsticket kaufen zu können", forderte Bentele.

G.Riotto--PV

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