Pallade Veneta - Ifo: Geplante Minijob-Reformen verschärfen Teilzeitfalle für Frauen

Ifo: Geplante Minijob-Reformen verschärfen Teilzeitfalle für Frauen


Ifo: Geplante Minijob-Reformen verschärfen Teilzeitfalle für Frauen
Ifo: Geplante Minijob-Reformen verschärfen Teilzeitfalle für Frauen / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die von der Ampel-Regierung geplanten Reformen bei Mini-Jobs könnten laut Berechnungen des Ifo-Instituts insbesondere Frauen in Teilzeitbeschäftigungen drängen. "Zwar hätten die Reformen insgesamt eine positive Auswirkung auf die Arbeitsmarktbeteiligung, jedoch würden vor allem Männer ihre Arbeitszeit erhöhen", erklärte das Ifo am Donnerstag. Frauen dagegen würden demnach ihre Arbeitszeit verringern und noch häufiger in Teilzeit arbeiten.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung plant, die Verdienstgrenze für Minijobs von derzeit 450 auf 520 Euro pro Monat zu erhöhen. Zudem sind Steuerentlastungen in Form einer Erhöhung der Werbungskostenpauschale und des Grundfreibetrags geplant. Teilzeitjobs würden finanziell attraktiver; laut Berechnungen des Ifo würden rund 80.000 Frauen mehr in Teilzeitjobs mit wenigen Stunden arbeiten und weitere 40.000 Frauen ihre Vollzeittätigkeit aufgeben.

"Die negativen Beschäftigungswirkungen entstehen vor allem durch die Kombination des bestehenden Ehegattensplittings sowie der Ausweitung der steuer- und abgabenfreien Minijobs", erklärte Ifo-Forscher Maximilian Blömer. Zwar hätten die geplanten Steuerentlastungen auch positive Effekte auf die Beschäftigung. Die Arbeitszeit von Frauen werde sich durch die geplanten Reformen jedoch um umgerechnet 7000 Vollzeitstellen verringern.

Mit den geplanten Reformen verfehle die Regierung somit ihr erklärtes Ziel, "die Verdrängung von regulären Arbeitsverhältnissen durch Minijobs sowie die Teilzeitfalle insbesondere für Frauen zu verhindern", kritisierte Blömer. Zudem entstünden dem Staat Kosten von rund 6,5 Milliarden Euro.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Industrieproduktion im Dezember gesunken - aber Produktionsplus im Quartal bleibt

Die Industrieproduktion ist im Dezember deutlich gesunken. Vor allem wegen Rückgängen in der Autoindustrie und im Maschinenbau ging sie im Vergleich zum Vormonat um 3,0 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das gesamte Produzierende Gewerbe inklusive Baugewerbe und Energieproduktion gab demnach um 1,9 Prozent nach. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich blieb jedoch ein Plus von 0,9 Prozent.

"Politbarometer": Große Mehrheit lehnt Vorwurf von zu wenig Arbeit deutlich ab

In der Debatte um die Arbeitszeit der Beschäftigten in Deutschland hat die deutsche Bevölkerung eine klare Meinung: In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" gaben nur 20 Prozent an, der Vorwurf aus Teilen der Union, in Deutschland werde zu wenig gearbeitet, sei gerechtfertigt. 75 Prozent sind gegenteiliger Ansicht - darunter auch 52 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der Union.

Deutsche Exporte 2025 leicht gestiegen - Ausfuhren in USA stark gesunken

Die deutsche Exportwirtschaft ist im vergangenen Jahr leicht gewachsen, hat aber deutlich unter den US-Zöllen gelitten. Auf Basis einer ersten Schätzung für die Exporte im Dezember ergab sich für das Gesamtjahr ein Exportplus im Vergleich zum Vorjahr von 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im Dezember legten die Ausfuhren demnach im Vergleich zum Vormonat um 4,0 Prozent zu.

Betrieb am Berliner Flughafen BER wegen Eisregen "im Prinzip eingestellt"

Der Betrieb am Berliner Flughafen BER ist am Donnerstagabend wegen des eisigen Winterwetters weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit 19.30 Uhr seien keine Flüge mehr gestartet oder gelandet, sagte eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP. "Der Flughafenbetrieb ist im Prinzip eingestellt, es ist spiegelglatt", sagte sie.

Textgröße ändern: