Pallade Veneta - Bundesnetzagentur startet Datenabfrage bei Gasnetzbetreibern wegen Notfallplans

Bundesnetzagentur startet Datenabfrage bei Gasnetzbetreibern wegen Notfallplans


Bundesnetzagentur startet Datenabfrage bei Gasnetzbetreibern wegen Notfallplans
Bundesnetzagentur startet Datenabfrage bei Gasnetzbetreibern wegen Notfallplans / Foto: Glyn KIRK - AFP/Archiv

Zur Vorbereitung auf eine mögliche Mangellage bei der Gasversorgung hat die Bundesnetzagentur am Donnerstag eine Datenabfrage bei den deutschen Gasnetzbetreibern gestartet. Eine Woche lang will die Behörde nun Daten sammeln mit dem "Ziel der Erfassung und der Identifizierung geschützter und nicht geschützter Letztverbraucher", wie aus der dazu geltenden Verfügung hervorgeht. Demnach geht es darum, Gasverbraucher mit einem besonders hohen Verbrauch zu identifizieren.

Textgröße ändern:

Ab Anfang Mai sollen dann diese betroffenen Unternehmen zu ihrem Verbrauch befragt werden, wie die Behörde ausführte. "Wir bereiten uns intensiv auf eine Lage vor, in der die Bundesnetzagentur Lieferreduzierungen von großen Gasverbrauchern verfügen muss", erklärte Behördenchef Klaus Müller am Donnerstag. Gleichzeitig tue die Netzagentur "alles, damit diese Situation nicht eintritt".

Die Bundesnetzagentur benötigt die Daten vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs, da sie im Zweifel über die Verteilung des knappen Gasangebots entscheiden muss. Das könnte dann passieren, wenn kein russisches Gas mehr fließt, sei es wegen eines Boykotts durch die Bundesrepublik oder eines Stopps der Lieferungen durch Russland. Für diesen Fall benötigt die Behörde aktuelle Angaben zum Verbrauch, um "die Folgen von Maßnahmen für die betroffenen Letztverbraucher und für die Gesellschaft bestmöglich einschätzen zu können".

Die Bundesregierung hatte Ende März die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Dies bedeutet, dass die Regierung unter Leitung des Wirtschaftsministeriums die Lage am Gasmarkt genau beobachtet. Ein Krisenteam aus Behörden, Energieversorgern, Fernleitungsnetzbetreibern und Vertretern der Bundesländer tritt regelmäßig zusammen und berät die Regierung.

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am Donnerstag auch ihren täglichen Lagebericht - demnach ist die Gasversorgung in Deutschland derzeit "stabil". Die Gasnetzbetreiber meldeten keine besonderen Vorkommnisse und es seien keine Beeinträchtigungen der Gaslieferungen nach Deutschland zu verzeichnen.

Im Fall einer Gaszuteilung durch die Netzagentur sind private Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt. Nach europäischen Regelungen müssen Privathaushalte genauso wie Krankenhäuser oder Pflegeheime zuerst beliefert werden.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Industrieproduktion im Dezember gesunken - aber Produktionsplus im Quartal bleibt

Die Industrieproduktion ist im Dezember deutlich gesunken. Vor allem wegen Rückgängen in der Autoindustrie und im Maschinenbau ging sie im Vergleich zum Vormonat um 3,0 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das gesamte Produzierende Gewerbe inklusive Baugewerbe und Energieproduktion gab demnach um 1,9 Prozent nach. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich blieb jedoch ein Plus von 0,9 Prozent.

"Politbarometer": Große Mehrheit lehnt Vorwurf von zu wenig Arbeit deutlich ab

In der Debatte um die Arbeitszeit der Beschäftigten in Deutschland hat die deutsche Bevölkerung eine klare Meinung: In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" gaben nur 20 Prozent an, der Vorwurf aus Teilen der Union, in Deutschland werde zu wenig gearbeitet, sei gerechtfertigt. 75 Prozent sind gegenteiliger Ansicht - darunter auch 52 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der Union.

Deutsche Exporte 2025 leicht gestiegen - Ausfuhren in USA stark gesunken

Die deutsche Exportwirtschaft ist im vergangenen Jahr leicht gewachsen, hat aber deutlich unter den US-Zöllen gelitten. Auf Basis einer ersten Schätzung für die Exporte im Dezember ergab sich für das Gesamtjahr ein Exportplus im Vergleich zum Vorjahr von 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im Dezember legten die Ausfuhren demnach im Vergleich zum Vormonat um 4,0 Prozent zu.

Betrieb am Berliner Flughafen BER wegen Eisregen "im Prinzip eingestellt"

Der Betrieb am Berliner Flughafen BER ist am Donnerstagabend wegen des eisigen Winterwetters weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit 19.30 Uhr seien keine Flüge mehr gestartet oder gelandet, sagte eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP. "Der Flughafenbetrieb ist im Prinzip eingestellt, es ist spiegelglatt", sagte sie.

Textgröße ändern: