Pallade Veneta - Reisekonzern FTI ist insolvent - Reisen ab Dienstag abgesagt

Reisekonzern FTI ist insolvent - Reisen ab Dienstag abgesagt


Reisekonzern FTI ist insolvent - Reisen ab Dienstag abgesagt
Reisekonzern FTI ist insolvent - Reisen ab Dienstag abgesagt / Foto: Frazer Harrison - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Der drittgrößte Reisekonzern Europas, FTI, ist insolvent. Die Obergesellschaft des Unternehmens, die FTI Touristik GmbH, stellte am Montag in München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Gebuchte Reisen können voraussichtlich nicht mehr angetreten werden. Für Kunden bereits angetretener Pauschalreisen springt der Deutsche Reisesicherungsfonds ein, wer nur Einzelleistungen wie eine Hotelübernachtung oder einen Mietwagen gebucht hat, fällt allerdings nicht darunter.

Textgröße ändern:

Es werde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, dass Kunden bereits angetretene Reisen planmäßig beenden können, erklärte FTI. Dies habe "jetzt oberste Priorität". Es sei eine Hotline für Kunden eingerichtet worden, auf der Website ist zudem eine Liste der häufigsten Fragen sowie Informationen zu Ansprechpartnern zu finden. Die Telefonerreichbarkeit war am frühen Montagnachmittag allerdings wegen der vielen Anrufe einschränkt.

Von der Insolvenz und deren Folgen betroffen sind zunächst die Kunden, die Leistungen von FTI Touristik gebucht haben. Dazu gehören die Marke FTI in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sowie Angebote wie 5vorFlug oder die Mietfahrzeugmarken DriveFTI und Cars and Camper. Auch wer die FTI-Leistungen über eine Buchungsplattform wie Check24 oder Ab-In-den-Urlaub gebucht hat, ist betroffen. FTI kündigte zudem an, dass weitere Konzerngesellschaften in den kommenden Tagen ebenfalls Insolvenzanträge stellen werden.

Pauschalreisende fallen unter den Schutz des staatlich verwalteten Reisesicherungsfonds (DRSF). Reiseunternehmen sind verpflichtet, in den Fonds einzuzahlen. Dieser soll dann im Insolvenzfall des Reiseanbieters die Erstattung von Vorauszahlungen oder den Rücktransport von Reisenden übernehmen.

FTI war in der Corona-Pandemie in Schieflage geraten und hatte rund 600 Millionen Euro Unterstützung vom Staat erhalten. Die Probleme halten aber offenbar weiterhin an. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" tat sich "kurzfristig eine Deckungslücke in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages auf". "Business Insider" zufolge fehlen 75 Millionen Euro - der vor zwei Monaten bei FTI eingestiegene US-Investor Certares habe die Zahlung nicht geleistet, weil FTI keine verlässliche Liquiditätsplanung vorlegen konnte.

Der Reisekonzern erklärte, dass die Buchungszahlen "deutlich" hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. "Hinzu kam, dass zahlreiche Lieferanten auf Vorkasse bestanden haben." Die Insolvenz sei daher "aus rechtlichen Gründen erforderlich geworden". FTI hat nach eigenen Angaben rund 11.000 Mitarbeiter.

Am Wochenende war noch einmal mit der Bundesregierung verhandelt worden. Diese lehnte die Zahlung weiterer Hilfen jedoch ab. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nannte "unterschiedliche Gründe - haushalterische, rechtliche, wirtschaftliche". Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums fügte hinzu, dass aus den noch offenen Forderungen des Bundes wohl "nur geringe Rückflüsse" zu erwarten seien.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Unicredit erhält grünes Licht der EZB für Übernahme der Commerzbank

Die italienische Großbank Unicredit hat nach eigenen Angaben die Genehmigung der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine Übernahme der Commerzbank erhalten. Die EZB habe erlaubt, die Beteiligung an dem Frankfurter Geldinstitut auf mehr als 30 Prozent und anschließend ohne Obergrenze zu erhöhen, teilte Unicredit am Donnerstag mit. Die Commerzbank wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht äußern.

Berlin und Paris treffen provisorische Einigung für Aufweichung von Verbrenner-Aus

Deutschland und Frankreich haben sich Diplomatenangaben zufolge vorläufig auf eine gemeinsame Position geeinigt, die eine weitere Aufweichung des Verbrenner-Aus bis 2035 vorsieht. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte AFP, das Abkommen befinde sich auf der Zielgeraden, die abschließende Zustimmung aus Deutschland stehe noch aus.

Streit ums Geld: EU-Staats- und Regierungschefs verhandeln über EU-Haushalt

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel ihre Verhandlungen über den nächsten, auf sieben Jahre angelegten Haushalt der Europäischen Union begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bei seiner Ankunft in Brüssel am Donnerstag noch höchst skeptisch: "Wir brauchen Einstimmigkeit im Rat, und von dieser Einstimmigkeit sind wir weit entfernt", sagte er. Auch in der Diskussion um mögliche Maßnahmen gegen die infolge des Iran-Krieges erhöhten Energiepreise gab es keine wesentlichen Fortschritte.

Ukraine lagert erstmals seit 2012 wieder Saatgut in Tresor auf Spitzbergen ein

Die Ukraine hat erstmals seit 2012 wieder Saatgut im arktischen Saatgut-Tresor auf Spitzbergen einlagern lassen. In dieser Woche seien 773 Proben in die norwegische Anlage gebracht worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Oslo mit. Darunter seien verschiedene Sorten von Sonnenblumen, Getreide, Buchweizen und Futterpflanzen.

Textgröße ändern: