Pallade Veneta - Personalmangel in Bus und Bahn lähmt Verkehrsfirmen

Personalmangel in Bus und Bahn lähmt Verkehrsfirmen


Personalmangel in Bus und Bahn lähmt Verkehrsfirmen
Personalmangel in Bus und Bahn lähmt Verkehrsfirmen / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Der große Personalbedarf für Bus und Bahn bestimmt die Lage der Verkehrsunternehmen in Deutschland: "Wir haben Personalengpässe in allen Bereichen", sagte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, am Montag in Düsseldorf. Bis 2030 müsste das Personal theoretisch um 21 Prozent erhöht werden, um den Wachstumszielen der Verkehrswende zu entsprechen - hinzu komme der demografische Wandel. "Das schaffen wir nicht".

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Nach den am Montag vorgelegten Zahlen und Schätzungen des VDV gehen bis 2030 jährlich zwischen 4000 und 6000 Fachkräfte in den Ruhestand. Im Fahrdienst liegt der Altersdurchschnitt derzeit bei 51 Jahren, im technischen Bereich sind es 47 und in der Verwaltung 46 Jahre. Schon heute falle es nicht leicht, geeignete Mitarbeitende zu finden, sagte dazu Annette Grabbe, Vorstandssprecherin der Rheinbahn. "Der Fachkräftemangel steht uns aber erst noch bevor."

VDV-Präsident Wortmann betonte, die Unternehmen müssten sich darauf konzentrieren, die nötigen Beschäftigten zu bekommen - und nicht Anforderungen zu stellen, die diese nicht erfüllen könnten. "Ein U-Bahn-Fahrer muss U-Bahn fahren können und das zuverlässig." Es gehe nicht darum, eine fehlerfreie E-Mail-Korrespondenz zu beherrschen.

Der VDV-Branchenumfrage zufolge, an der sich rund 130 Unternehmen beteiligten, mussten im vergangenen Jahr knapp 43 Prozent der Verkehrsunternehmen aus personellen Gründen zumindest zeitweilig ihren Betrieb einschränken. Bei 75 Prozent der Verkehrsunternehmen nahm der Personalbedarf 2023 im Jahresvergleich zu oder stark zu.

Oliver Wolff vom VDV betonte, die Firmen seien heutzutage die Suchenden - nicht die künftigen Beschäftigten. Aktiv angegangen werden müssten vor allem die Rekrutierung von Frauen - der Anteil liegt im Schnitt bei nur 19,25 Prozent - sowie die Suche nach Beschäftigten im Ausland. "Ein Busfahrer muss nicht Deutsch sprechen können, da reicht auch Englisch", sagte Wolff.

Außerdem forderten junge Menschen heute häufig bereits zu Jobbeginn Angebote der Firmen zur Work-Life-Balance ein. Das sei für die Unternehmen noch ungewöhnlich, doch darauf müsse eingegangen werden.

Vor diesem Hintergrund forderte der VDV auch mehr Hilfe von der Politik, die sich mitunter "aus der Verantwortung stiehlt", wie VDV-Präsident Wortmann sagte. Die vorgesehenen Regionalisierungsmittel seien nicht auskömmlich, zudem sei die Bundesförderung für emissionsfreie Busse beendet worden, kritisierte er. "Für solche Themen kann man die Schuldenbremse aussetzen und sollte nicht ideologisch daran festhalten."

Y.Destro--PV

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