Pallade Veneta - Galeria bietet neuen Tarifvertrag an - Verdi fordert deutlich mehr

Galeria bietet neuen Tarifvertrag an - Verdi fordert deutlich mehr


Galeria bietet neuen Tarifvertrag an - Verdi fordert deutlich mehr
Galeria bietet neuen Tarifvertrag an - Verdi fordert deutlich mehr / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Der Warenhauskonzern Galeria will nach seiner erneuten Insolvenz und dem Einstieg eines Investors einen neuen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi vereinbaren. Das Unternehmen bot an, die 12.000 verbliebenen Beschäftigten sollten "gestreckt über drei Jahre" acht Prozent mehr Lohn und in diesem September eine Inflationsausgleichsprämie von 600 Euro bekommen, wie Galeria am Dienstag mitteilte. Verdi kritisierte das Vorgehen des Unternehmens scharf und forderte deutliche Nachbesserungen.

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Derzeit gilt ein 2019 mit der Übernahme von Kaufhof durch Karstadt abgeschlossener Integrationstarifvertrag, den Galeria durch einen "Warenhaus-Tarifvertrag" ersetzen will. Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmens sowie die Bundestarifkommission von Verdi trafen sich am Dienstag zu Gesprächen in Düsseldorf.

Neben der Lohnerhöhung bot der Konzern eine "zusätzliche filialbezogene Erfolgsbeteiligungsprämie" an, die das Angebot "deutlich attraktiver" machen soll, wie Finanzgeschäftsführer Guido Mager mitteilte. Die Unternehmensführung sei mit ihrem Angebot an die "wirtschaftlichen Grenzen gegangen".

Das Unternehmen wolle "möglichst schnell einen Tarifabschluss erzielen", betonte Mager. "Langwierige und ergebnislose Tarifverhandlungen wie in der Vergangenheit passen nicht mehr in die kurzen Entscheidungsprozesse, die wir uns als mittelständisches Unternehmen vorgenommen haben."

Verdi reagierte empört: Wollten die Arbeitgeber langwierige Prozesse tatsächlich vermeiden, "wäre ein erster Schritt, dass sie die Realität anerkennen", erklärte die Fachgruppenleiterin Einzelhandel, Corinna Groß. Die aktuelle Differenz der Bezahlung bei Galeria und dem Flächentarif im Einzelhandel betrage 29 Prozent. Und auch das aktuelle Angebot liege deutlich unter den jüngsten Tarifabschlüssen der Branche. Es würde den Unterschied weiter vergrößern.

"Wenn die Arbeitgeber das erkennen, können wir vielleicht über den Einstieg in Tarifverhandlungen sprechen", führte Groß aus. Das Gespräch am Dienstag indes sei "kein Start" gewesen, "schon gar kein guter". Tarifverträge seien das Ergebnis von Verhandlungen und nicht von "einseitigen vorschnellen Angeboten von Arbeitgebern, die die Bedeutung der Tarifautonomie nicht zu kennen scheinen", kritisierte die Gewerkschafterin.

Galeria hatte im Januar zum bereits dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Die Kaufhauskette war im Zuge der Insolvenz des österreichischen Mutterkonzerns Signa in Schwierigkeiten geraten. Im April teilte der Konzern mit, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA des 73-jährigen Unternehmers Bernd Beetz Galeria übernimmt. Das Insolvenzverfahren soll bis Ende Juli abgeschlossen sein.

D.Bruno--PV

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