Pallade Veneta - Scholz fordert von nächster EU-Kommission Handelsabkommen und weniger Bürokratie

Scholz fordert von nächster EU-Kommission Handelsabkommen und weniger Bürokratie


Scholz fordert von nächster EU-Kommission Handelsabkommen und weniger Bürokratie
Scholz fordert von nächster EU-Kommission Handelsabkommen und weniger Bürokratie / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erhofft sich von der nächsten EU-Kommission insbesondere den Abschluss neuer Freihandelsabkommen und den Abbau von Bürokratie. "Freihandel ist eine der Grundlagen unseres Wohlstands in Deutschland und in Europa", sagte Scholz am Montag beim Tag der Industrie in Berlin. "Deswegen werde ich mich gegenüber der neuen EU Kommission mit Nachdruck für mehr und bessere Freihandelsverträge einsetzen."

Textgröße ändern:

Beim Thema Freihandel kritisieren deutsche Wirtschaftsvertreter seit Jahren zu viel Stillstand. Das bereits vor mehreren Jahren fertig ausgehandelte Abkommen mit den südamerikanische Mercosur-Staaten hängt wegen Umweltbedenken und Kritik europäischer Landwirte in der Schwebe. Auch das bereits in Anwendung befindliche Ceta-Abkommen mit Kanada ist noch nicht fertig ratifiziert.

"Handelsabkommen müssen auf der Agenda ganz nach oben", forderte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm. Er kritisierte die Idee, europäische Werte "in anderen Ländern durch wirtschaftlichen Druck durchzusetzen", als "gelinde gesagt naiv". Bei Freihandelsabkommen müsse gelten: "Pragmatismus vor Idealismus."

Auch Scholz mahnte mehr Pragmatismus an. Konkret schlug er vor, zunächst vor allem Handelsabkommen abzuschließen, für die es nur das grüne Licht auf EU-Ebene und keine Ratifizierung durch die einzelnen Mitgliedstaaten braucht. Letztere ist etwa für weitreichende Investitionsabkommen nötig. "Wenn wir dann Freihandelsverträge haben, in denen nicht alles steht, was man sich darin wünschen könnte, aber die dann schnell geschlossen werden, dann haben wir alle einen Gewinn davon", sagte der Kanzler.

"Wir erwarten von der neuen Kommission einfachere und schnellere Verfahren und einen ambitionierten Plan zum Abbau von Bürokratie", sagte Scholz weiter. Diese Prioritäten decken sich weitgehend mit denen des Koalitionspartners FDP. Deren stellvertretender Bundestagsfraktionsvorsitzende Lukas Köhler sagte AFP am Montag, oberste Priorität müssten "Steuersenkungen, Bürokratieabbau und der Kampf gegen den Fachkräftemangel" sowie eine "starke Freihandels-Offensive" haben.

"Die neue EU-Kommission muss schnellstmöglich die bereits ausgehandelten Abkommen mit Mercosur und Australien zum Abschluss bringen und weitere Partner für den Freihandel gewinnen", erklärte Köhler auch mit Blick auf den drohenden Handelskonflikt mit China wegen der angekündigten EU-Strafzölle auf Elektroautos aus China.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

2030 fast zwölf Euro pro Schachtel: Bundestag beschließt höhere Tabaksteuer

Der Bundestag hat eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Das Parlamentsplenum stimmte am späten Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen für eine entsprechende Gesetzesänderung. Durch sie soll sich der Durchschnittspreis für eine Schachtel mit 20 Zigaretten bis zum Jahr 2030 um fast vier Euro auf 11,78 Euro verteuern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich dadurch in den kommenden Jahren Steuermehreinnahmen von zusammengerechnet fast zwölf Milliarden Euro.

Unicredit erhält grünes Licht der EZB für Übernahme der Commerzbank

Die italienische Großbank Unicredit hat nach eigenen Angaben die Genehmigung der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine Übernahme der Commerzbank erhalten. Die EZB habe erlaubt, die Beteiligung an dem Frankfurter Geldinstitut auf mehr als 30 Prozent und anschließend ohne Obergrenze zu erhöhen, teilte Unicredit am Donnerstag mit. Die Commerzbank wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht äußern.

Berlin und Paris treffen provisorische Einigung für Aufweichung von Verbrenner-Aus

Deutschland und Frankreich haben sich Diplomatenangaben zufolge vorläufig auf eine gemeinsame Position geeinigt, die eine weitere Aufweichung des Verbrenner-Aus bis 2035 vorsieht. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte AFP, das Abkommen befinde sich auf der Zielgeraden, die abschließende Zustimmung aus Deutschland stehe noch aus.

Streit ums Geld: EU-Staats- und Regierungschefs verhandeln über EU-Haushalt

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel ihre Verhandlungen über den nächsten, auf sieben Jahre angelegten Haushalt der Europäischen Union begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bei seiner Ankunft in Brüssel am Donnerstag noch höchst skeptisch: "Wir brauchen Einstimmigkeit im Rat, und von dieser Einstimmigkeit sind wir weit entfernt", sagte er. Auch in der Diskussion um mögliche Maßnahmen gegen die infolge des Iran-Krieges erhöhten Energiepreise gab es keine wesentlichen Fortschritte.

Textgröße ändern: